Zur Architektur
THE LIVING ATTIC - ENERGIE
Die VELUX Solarmodule sollen in ein ganzheitliches Energieversorgungssystem eingebunden werden. Hier schlagen wir die Erdwärmenutzung mit Kollektoren vor. Die Temperaturen in 1,50 Meter Tiefe haben übers Jahr konstant
ca. 10° C. Über Luft - Luft Wärmetauscher zum Beispiel, kann diese Temperatur im Sommer zur Kühlung und im Winter zur Entlastung der Heizenergieherstellung verwendet werden.
Zur nachhaltigen und ressourcenschonenden Energieversorgung wurde die Verwendung eines Erdrohrregisters genauer untersucht. Welche Registervariante oder ob eine Brunnenvariante (Brunnensonde mit einer Tiefe von ca. 40 Metern) letztlich zur Ausführung kommen kann, ist auch von den Bodenverhältnissen abhängig.
Bei einem Erdrohrregister werden zum Beispiel Polyurethanleitungen mit hoher Dichte nach DIN 8074/8075 in einer Feinplanie in ca. 150 cm Tiefe verlegt. Hier herrscht über das ganze Jahr eine konstante Temperatur von ca. 10°C. Im Prinzip wird dem Erdreich unter der Bodenplatte im Winter Wärme entzogen und im Sommer zugeführt.
Beim vorliegenden Vorprojekt VELUX Headquarter Center wurde eine Laufmeterlänge von ca. 4700 lfm errechnet. Diese Leitungen werden über einen Wärmetauscher, eine Wärmepumpe an die Haustechnik angeschlossen.
Die äußere Gebäudehülle nach Südwesten besteht hauptsächlich aus VELUX Schwingflügelfenstern, VELUX
Fixverglasungen und VELUX Solarmodulen. Durch den Einsatz von zentral gesteuerten VELUX Markisetten mit einem G-Wert von ca. 20% kann im Wesentlichen auf ein Sonnenschutzglas verzichtet werden. Einzelne Fenster können auch ohne Sonnenschutz ausgeführt werden.
Der Fußboden und die große Wand in den Ausstellungshallen dienen als Speichermasse.
THE LIVING ATTIC - 1001 ÖFFNUNGEN
Leben und Arbeiten unter dem Dach – Das neue Gebäude ist sozusagen das Produkt selbst. Aufbauend auf den Grundmassen des VELUX Produkts GGL (134 x 160) steigt ein leicht vom Boden abgehobenes Dach bis auf eine Höhe von ca. 14.00 Meter an und fällt im Osten im rechten Winkel wieder nach unten.
Über eine einfache Trägerrostkonstruktion im Raster von ca. 7,00 x 8,00 Meter werden die Kräfte abgeleitet. Diese einfache Primär- und Sekundärkonstruktion garantiert hohe Flexibilität und führt im Ausbau zu klaren
Erschließungsstrukturen und leichter Lesbarkeit der Funktionen.
1001 ”VELUX-Öffnungen” durchfluten das neue Headquarter Center VELUX Österreich mit Licht und Luft, schützen es vor Wind und Wetter und versorgen es mit Energie. Das Produkt VELUX GGL wird mit dem VELUX Solarkollektor U 10 und Fixverglasungen geschickt so kombiniert, dass eine abwechslungsreiche, intelligente Dachhaut entsteht.
THE LIVING ATTIC - STRUKTUREN
Zwei tief ins Gebäude reichende und 9 kleine Öffnungen im Dach prägen die innere Struktur des VELUX Headquarter Center Österreich. Die eine der beiden großen Öffnungen markiert den Eingang, lässt von Osten den durchgrünten Vorplatz ins Innere des Gebäudes drängen, die andere, das Atrium als durchgrünte Oase beatmet das Erdgeschoss.
Über den Eingang im Erdgeschoss erreicht man direkt den Empfang, die Lobby, und die Haupterschließung. Immer umgeben vom großen Dach, immer in Interaktion mit dem Produkt VELUX reihen sich die Funktionen Showroom und Labor, Meetingroom, Workshop und Storagedepartment um die Lobby. Die service kitchen liegt zentral am Atrium und bedient so alle Funktionsbereiche. Außen und Innen vermischen sich hier.
Über zwei klar im Grundriss positionierte Stiegenhäuser erreicht man die beiden Obergeschosse. Hier befinden sich die administrativen Bereiche. Auch hier wird die Idee des ”living attic” konsequent weitergeführt. Jedes Büro liegt unter der Schräge des Hauptdaches und hat einen Ausgang auf eine der kleinen 9 durchgrünten terrassengleichen Öffnungen.
Licht dringt von oben und von der Seite tief in die breiten Erschließungsbereiche. Sie dienen mit den offenen Teeküchen und meetig-points (Kopierer etc.) der Kommunikation. Im ersten Obergeschoss sind die Besprechungs- und Archivräume untergebracht. In beiden Obergeschossen wird die Flexibilität durch die vorgegebene Struktur gewährleistet. Praktisch alle 1,40 Meter lässt sich eine Wand mit Dachanschluss herstellen.
In dieses System wird im Sommer über den Fußboden ca. 15 - 20 W/M2 Kühllast und über eine kontrollierte Be- und
Entlüftung zusätzlich eine Kühllast von ca. 30 W/M2 eingebracht. In den Büros kann durch die Abwärme von Computern etc. eine noch höhere Kühllast (bis zu 60W/M2) notwendig sein. Hier können Kühl/Heizdecken unterstützend wirken.
Die ÖNORM definiert die Obergrenze für Temperaturen in Arbeitsräumen mit 26°C. In der Regel bleibt es eine Frage des persönlich empfundenen Komforts. Das vorgeschlagene Sytem ist durchaus in der Lage, wesentlich niedrigere
Temperaturen, also höhere Kühllasten, bereitzustellen. Die Dreiecksgeometrie der Räume wirkt sich positiv auf das
Gesamtlüftungsverhalten aus.
Im Winter wirkt das vorgeschlagene System genau umgekehrt, wobei der Energieeintrag der Sonne im Winter und der Übergangszeit und die Verwendung der VELUX Solarmodule zur wesentlichen Optimierung des Gesamtenergieverbrauchs beitragen.
Eine auf den Standort angepasste, bauphysikalische Simulation lässt die nach ÖNORM definierten Werte genauer
beschreiben. Das Erfassen des Verhaltens der einzelnen Bauteile führt zudem zur Kostenminderung.