Aus dem Jurybericht:

Zwei kubische Baukörper fassen in selbstverständlicher Weise in Ergänzung mit der bestehenden Bebauung den neuen Dorfplatz und vervollständigen diesen zu einem Gesamtensemble. Im südlichen Baukörper befinden sich in schöner Abfolge ein zweigeschossiger Aussenbereich, das Foyer mit den notwendigen Vertikalerschliessungen ins UG und der Saal. Im Untergeschoss sind die Saalnebenräume und die Räume des Musikvereins untergebracht. Im östlichen Baukörper ist der Kindergarten situiert. Die gewachsenen Durchwegungen bleiben erhalten.Die funktionalen Zuordnungen überzeugen durchgehend und erfüllen die Vorstellungen der Nutzer in hohem Masse.Die beiden Baukörper sind präzise gesetzt und harmonieren im Massstab mit der umliegenden Bebauung. Die Grösse der Gebäude wird durch die filterhafte Ausbildung der Wand- und Deckenzonen insbesondere im Eingangsbereich zum Saal optisch reduziert und erzeugt atmosphärische Qualitäten.Die Grundrisse sind in allen Geschossen überzeugend in ihrer Klarheit und Orientierbarkeit. Daraus ergeben sich differenzierte Sichtbezüge, Durchblicke und lichtdurchflutete Innenräume.Die unterirdische Erschliessungsachse erfüllt auf einfache Weise die Erschliessung aller Raumbereiche.”

Betreubares Wohnen Mäder

Das neue Gebäude ”Betreubares Wohnen” Mäder reiht sich städtebaulich nahtlos in den Duktus der leicht von der Mäderer Straße zurückgesetzten Einzelbaukörper ein. Durch die präzise Setzung des quadratischen Baukörpers am Grundstück wird der Blick auf den J.J. Endersaal von der L 58 ebenso erhalten wie die Sichtbeziehung zur Pfarrkirche Hl. Apostel Bartholomäus. Mit dem neuen Solitär und dem verkehrsberuhigten Schlößleweg wird die Bedeutung des ortsräumlichen Umfelds gestärkt. Der öffentlicher Raum spannt sich nun beginnend von der Landesstrasse   L 58  über den neuen Vorplatz des Hauses ”Betreubares Wohnen” zum autofreien J.J.Ender Platz und  knüpft fußläufig an das Wegenetz des Schulzentrums Mäder an.

Durch eine großzügige zweigeschossige Öffnung im Westen wird der Eingang in das dreigeschossige Gebäude markiert. Von hier dringt Natur und Sonne tief ins Innere des Gebäudes und trifft dort mit dem Licht, das über die Öffnung des zentralen Erschließungsbereichs einströmt, zusammen. Im Erdgeschoß befinden sich zum öffentlichen Raum hin nach Westen die Apotheke und das Cafe. Gegenüber diesen Entrichtungen liegt in zentraler, geschützter Lage der Kleinkinderspielplatz. Im intimeren, östlichen Bereich sind der Arzt, der Krankenpflegeverein und der Mohi untergebracht. Mit guten Blickbeziehungen untereinander reihen sich im ersten Obergeschoß die beiden Wohngemeinschaften, der Gemeinschaftsraum und der Gymnastikraum um das mittige Oberlicht. Die zehn Wohnungen im zweiten Obergeschoß folgen ebenfalls diesem Prinzip. Im Untergeschoß befinden sich die Nebenräume und 16 PKW Einstellplätze. Die Einfahrt zur Tiefgarage ist im Kreuzungsbereich Schlößleweg – L58 so positioniert, daß eine Erweiterung der Garage unter dem J.J. Ender Platz um 30 PKW Einstellplätze möglich ist.

Durch die kompakte Gebäudeform ohne Vor- und Rücksprünge und der Kombination von geringer Gebäudehülle und intelligenter Lüftungsanlage läßt sich dieses Gebäude problemlos in Passivhausqualität errichten. Die innerer klassische Stahlbetonskelettbauweise, der steife Stiegenhauskern und die vorgefertigten Außenwandelemente in Holzleicht-Bauweise unterstützen diese Absicht. Die hinterlüftete stehende Außenschalung wird nachhaltig aus Rift- und Halbriftbretern der unbehandelten Weißtanne gebildet. Die in hohem Maß vorgefertigten geschoßhohen Außenwandelemente mit integrierten Passivhausfenstern ermöglichen eine schnelle Montage und eine kurze Bauzeit.

Aus dem Jurybericht: “… Die Qualitäten des Bestandsgebäudes der C4-Schule bleiben erhalten und der Grundansatz des Entwurfes baut darauf auf. Die Glasfassade im Hof wird abgebrochen. Direkt vor den bestehenden Klassen werden großzügige und schlüssig zugeordnete Lernlandschaften geschaffen. Die Positionierung und Anordnung der Aula zum Innenhof überzeugt. Der Hof bleibt erhalten und wird in der 2. Phase zu einem schlüssigen Gesamtkonzept ergänzt. Das dabei der Neubau auf Fuge mit eigener Formensprache unter Beibehaltung des Habitus des Bestandes vorgeschlagen wird, wird seitens der Jury als stimmig erachtet. Die neue Schule weist trotz Umbau und Erweiterung gesamthaft die Qualität eines Neubaus auf, ohne den geschichtlichen Ablauf der Bauphasen in der Fassade verleugnen zu müssen. …”

Bewertung des Preisgerichts: “Das Projekt reagiert auf die komplexen Rahmenbedingungen von Ort und Gebäudeinhalt mit einem schmalen längsorientierten Baukörper. Die längsrechteckige Gebäudeform mit Satteldach entwickelt sich logisch und folgerichtig aus den bestehenden baulichen Themen des Ortes und überzeugt durch seine ortsbauliche Stellung. Die kompakte Organisation der Grundrisse entwickelt einen in Größe und Ausdehnung optimierten Baukörper, der sich gut in den bestehenden Kontext einzufügen vermag und dadurch auch ein Maximum an Freiflächen generiert. Die Lösung der Aufgabe in einem einzigen Baukörper ermöglicht das einwandfreie Funktionieren zwischen den Bereichen von Laden und Café und die Bedienung der beiden Bereiche durch lediglich eine Person (als wesentlicher Faktor für die Möglichkeit die beiden Angebote wirtschaftlich betreiben zu können). Ein weiterer Eingang bedient den südöstlich gelegenen Gastgarten und dient außerhalb der Öffnungszeiten des Ladens als Haupteingang zu Café- und Veranstaltungsbereich. Ein zentraler Kern mit Treppe und Lift erschließt auf einfachste Art sämtliche Funktionsbereiche. Die gemäß Raumprogramm geforderten Wohnungen befinden sich barrierefrei erschlossen im ersten Obergeschoss und orientieren sich Richtung Südwesten. Die Projektanten schlagen zusätzlich zum Raumprogramm ein weiteres Geschoss mit einer Kniestockhöhe von 1,80m und einem großzügigen Dachraum für Wohnnutzungen an. Diese Überhöhe wird als konstruktiver und ortsbaulich gut verträglicher Vorschlag gewürdigt, bedeutet jedoch einen Verstoß gegenüber der nachbarschaftlichen Vereinbarung. Bei einer Korrektur der Gebäudehöhe durch Entfall des Dachgeschosses ist die Erfüllung des Raumprogrammes in Bezug auf Wohnungsanzahl und Wohnungsschlüssel voll und ganz gewährleistet. Als sehr positiv wird der in den Baukörper eingeschnittene überdeckte Vorbereich gewertet, von dem aus logisch und selbstverständlich sämtliche Eingänge erschlossen werden. Die Vordachzone kann auch als Wartebereich der Bushaltestelle dienen, die Nähe zu den Eingangsbereichen entwickelt die Möglichkeit von Begegnungen und Kommunikation. Die Materialisierung mit einfachen und natürlichen Baustoffen entspricht den Intentionen der Ausloberin und ermöglicht ein gutes und selbstverständliches Einpassen in die gebaute Umgebung sowie im Inneren eine gute und stimmige Atmosphäre. Die Fassadensprache entspricht gut der gestellten Aufgabe, deren Gestaltung durch eine einheitliche filterartige Schicht aus Holzprofilen wirkt noch etwas zu wenig kompakt in Relation zur Grundaussage des Baukörpers. Leichte Mängel bestehen auch im Logistikbereich von Anlieferung, Lagersituation und Ladenbüro. “

Lourdes 3 Serfaus

Am Eingang von Serfaus liegt knapp unterhalb der bestehenden Siedlung Lourdes ein kleines aufgeschüttetes, flaches Geländeplateau mit eindrücklichem Blick auf die Ötztaler Alpen. An dessen Rand fällt die Hangkante nach Osten tief ins Oberinntal hinab, nach Süden verbindet tiefer liegend der Matinesweg, der im Winter zur Loipe wird, das Zentrum mit dem Saum des Dorfes. Noch rascher erreicht man in fußläufiger Nähe den umtriebigen und auch von Verkehr belasteten Brennpunkt von Serfaus im Untergrund. Serfaus, die einzige österreichische und damit zweite Gemeinde – nach Wien – kann sich stolz Besitzerin einer U-Bahn nennen und darüber hinaus zugleich über die höchstgelegene Luftkissenbahn der Welt freuen.

Dieser modern urbane Charakter verbindet sich übergangslos mit der Sehnsucht nach einer längst vergangenen dörflichen Idylle. Ehemalige Antagonisten verbinden sich heute im Dialog zu einem utilitaristischen Ganzen. Diese Geradlinigkeit und Offenheit reflektiert auch die Struktur und das äußere Erscheinungsbild der neuen Bebauung Lourdes 3 wieder.

Zentrales Thema bildet dabei die Bildung eines Quartiers von hoher Unverwechselbarkeit, einer Siedlung mit einer Mitte der Integration. Diese Ordnung dient aber nicht nur der einfachen Wiedererkennbarkeit, sie ist vielmehr verbindendes Gestaltungsmittel für verschiedene Lebensentwürfe, sie soll Segregation mindern und das Gemeinsame fördern.

Zwei Gebäude folgen im rechten Winkel den Hangkanten im Osten und Westen um sich an deren Eckpunkt in zwei Punkte aufzulösen. Diese flache Zweigeschossigkeit spannt mit einem gegenüberliegenden dreigeschossigen Solitär eine verkehrsfreie Allgemeinfläche auf. Das Quartier erhält durch diese städtebauliche Intervention einen Anger, ein Art Gemeinbesitz, der am Rande des Dorfes ein kleines Zentrum bildet, das sich durch seine Porosität den nahen, umgebenden Landschaften öffnet.

Im westlichen Bauteil befinden sich 19 Wohnungen, im Süden 6 Reihenhäuser und im Osten wird die Topographie so genutzt, dass sich Hangseitig über drei Geschosse 21 Wohnungen dem Oberinntal öffnen. Die Wohnungen sind in ihrer inneren Orientiertheit wie auch in ihrer Ausrichtung vielfältig und verfügen alle über großzügige Terrassen. Der motorisierte Verkehr wird entlang der  Aufschließungsstrasse an der westlichen Zufahrt konzentriert (73 Pkw Tiefgaragen- und 20 oberirdische Pkw Parkplätze), der Rest der Flächen ist dem Fußgeher und dem Fahrradfahrer vorbehalten. Das äußere Erscheinungsbild ist rural städtisch. Die monolithische Tektonik der grobputz Lisenen in erster Ebene folgen mehrere Schichten des feinhaptischen Holzes. In einem ordnenden harten ”grid” werden – ähnlich einem Setzkasten – entsprechend der tatsächlichen Nutzung die Füllungen in Holzbauweise eingefügt.

Am Eingang von Serfaus liegt knapp unterhalb der bestehenden Siedlung Lourdes ein kleines aufgeschüttetes, flaches Geländeplateau mit eindrücklichem Blick auf die Ötztaler Alpen. An dessen Rand fällt die Hangkante nach Osten tief ins Oberinntal hinab, nach Süden verbindet tiefer liegend der Matinesweg, der im Winter zur Loipe wird, das Zentrum mit dem Saum des Dorfes. Noch rascher erreicht man in fußläufiger Nähe den umtriebigen und auch von Verkehr belasteten Brennpunkt von Serfaus im Untergrund. Serfaus, die einzige österreichische und damit zweite Gemeinde – nach Wien – kann sich stolz Besitzerin einer U-Bahn nennen und darüber hinaus zugleich über die höchstgelegene Luftkissenbahn der Welt freuen.

Dieser modern urbane Charakter verbindet sich übergangslos mit der Sehnsucht nach einer längst vergangenen dörflichen Idylle. Ehemalige Antagonisten verbinden sich heute im Dialog zu einem utilitaristischen Ganzen. Diese Geradlinigkeit und Offenheit reflektiert auch die Struktur und das äußere Erscheinungsbild der neuen Bebauung Lourdes 3 wieder.

Zentrales Thema bildet dabei die Bildung eines Quartiers von hoher Unverwechselbarkeit, einer Siedlung mit einer Mitte der Integration. Diese Ordnung dient aber nicht nur der einfachen Wiedererkennbarkeit, sie ist vielmehr verbindendes Gestaltungsmittel für verschiedene Lebensentwürfe, sie soll Segregation mindern und das Gemeinsame fördern.

Zwei Gebäude folgen im rechten Winkel den Hangkanten im Osten und Westen um sich an deren Eckpunkt in zwei Punkte aufzulösen. Diese flache Zweigeschossigkeit spannt mit einem gegenüberliegenden dreigeschossigen Solitär eine verkehrsfreie Allgemeinfläche auf. Das Quartier erhält durch diese städtebauliche Intervention einen Anger, ein Art Gemeinbesitz, der am Rande des Dorfes ein kleines Zentrum bildet, das sich durch seine Porosität den nahen, umgebenden Landschaften öffnet.

Im westlichen Bauteil befinden sich 19 Wohnungen, im Süden 6 Reihenhäuser und im Osten wird die Topographie so genutzt, dass sich Hangseitig über drei Geschosse 21 Wohnungen dem Oberinntal öffnen. Die Wohnungen sind in ihrer inneren Orientiertheit wie auch in ihrer Ausrichtung vielfältig und verfügen alle über großzügige Terrassen. Der motorisierte Verkehr wird entlang der  Aufschließungsstrasse an der westlichen Zufahrt konzentriert (73 Pkw Tiefgaragen- und 20 oberirdische Pkw Parkplätze), der Rest der Flächen ist dem Fußgeher und dem Fahrradfahrer vorbehalten. Das äußere Erscheinungsbild ist rural städtisch. Die monolithische Tektonik der grobputz Lisenen in erster Ebene folgen mehrere Schichten des feinhaptischen Holzes. In einem ordnenden harten ”grid” werden – ähnlich einem Setzkasten – entsprechend der tatsächlichen Nutzung die Füllungen in Holzbauweise eingefügt.

Wohn- und Geschäftshaus Zentrum Tosters

Aus dem Juryprotokoll: “… Der Entwurf besticht durch eine konsequente städtebauliche Haltung und eine wohltuende Einfachheit der Baukörper. Mit der geometrischen Grundhaltung werden gekonnt Bezüge zur umgebenden Bebauung hergestellt und das Projekt gesamthaft optimal verortet. Durch die Ausdehnung und Gliederung der Gesamtanlage entstehen abwechslungsreiche, sehr gut nutzbare Außenräume sowie ein angemessener
Übergang zum verkehrsberuhigten Bereich des Dorfzentrums. Die Geschäfte und der Markt sind logisch positioniert und werden durch eine eindeutige Erschließungs- und Nebenraumzone ergänzt. Die gut orientierten Wohnungen werden über vier Treppenhäuser erschlossen, welche die Gesamtanlage in
überschaubare Einheiten gliedern. Die klare Gestaltung der Fassaden sowie deren Materialität sind überzeugend und vervollständigen den Eindruck eines gelungenen Entwurfs. …”

 

”Eine Villa im Grünen mit großer Terrasse,
vorn die Ostsee, hinten die Friedrichstraße;
mit schöner Aussicht, ländlich-mondän,
vom Badezimmer ist die Zugspitze zu sehn –
aber abends zum Kino hast dus nicht weit.

Das Ganze schlicht, voller Bescheidenheit:

Neun Zimmer – nein, doch lieber zehn!
Ein Dachgarten, wo die Eichen drauf stehn,
Radio, Zentralheizung, Vakuum,
eine Dienerschaft, gut gezogen und stumm,
eine süße Frau voller Rasse und Verve –
(und eine fürs Wochenend, zur Reserve) –
eine Bibliothek und drumherum
Einsamkeit und Hummelgesumm………..
.”

Kurt Tucholsky 1927

 

Zwei L-förmige Baukörper verschränken sich im Dialog zu einem durchlässigen monolithischen Semiatriumgebäude, das sich einmal nach Südwesten und das andere mal nach Nordosten auf verschiedenen Ebenen öffnet. In seiner länglichen Ausdehnung und Porosität auf verschiedenen Niveaus schafft diese figurale Ausformung ein urbanes Flair mit unterschiedlichsten Aufenthaltsqualitäten. Es entsteht ein vielfältiges Angebot an Wohnungen und Außenräumen, die Unverwechselbarkeit und Identifikation schaffen. Urbane Zentralität für den ganztags beschäftigten Citoyen geht hier mit dem ruhigen, naturverbundenen Stadtrandbewohner eine moderne Symbiose ein.

Entlang der Egelseestrasse weicht die neue Bebauung leicht von der vorderen Bebauungslinie zurück und bildet mit der gegenüberliegenden Pfarrkirche Hll. Cornelius und Cyprian und dem bestehenden Geschäftszentrum die neue Begegnungszone Zentrum Tosters. Entlang dieses nach Süden offenen Platzraumes öffnen sich drei Geschäfte, eine Bäckerei und der Eingang zur Markthalle.

Die inneren beiden großzügigen Gartenhöfe befinden sich auf unterschiedlichen Niveaus. Der obere Gartenhof ruht auf dem Dach der Markthalle. Diese ”Stadtterrasse” ist über eine mondäne Treppe mit dem unteren Gartenhof verbunden. Beide werden von Flanierdecks begleitet, beherbergen Privatgärten ebenso wie ”urban gardening” Projekte. Diese halböffentliche Durchwegung ist auch Teil des Kinderspielflächenkonzepts, das sich auf mehrere Orte am Grundstück verteilt. Das bewusste Abrücken zur westlichen Hangkante schafft Distanz zum nahen Wald und öffnet den ländlichen Freiraum.

Im östlichen Bauteil zum Zentrum hin befinden sich 24 im westlichen zu den Freiflächen hin 39 Wohnungen. Die Wohnungen sind in ihrer inneren Orientiertheit vielfältig wie in ihrer Ausrichtung und verfügen alle über großzügige Terrassen. Ein Großteil der Bäder ist natürlich belichtet und belüftet. Je Geschoß lassen sich jeweils mehrfach zwei Zweizimmerwohnungen problemlos in eine Vierzimmerwohnung umwandeln. Der motorisierte Verkehr sowie die Versorgung der Markthalle werden entlang der östlichen Zufahrt konzentriert, der Rest der Flächen ist dem Fußgeher und dem Fahrradfahrer vorbehalten.

Das äußere Erscheinungsbild ist rural städtisch. Der monolithische Tektonik des Sichtbeton in erster Ebene folgen mehrere Schichten des feinhaptischen Holzes, besonders in den Wohngeschossen.

Ein Ort definiert sich durch seine städtebauliche Beschaffenheit selbst und kann sich daher nur nach innen verfestigen. Die ortsbauliche Disposition des neuen Kindergartens St. Gebhard – eingebettet in ein kommunales Ortsteilzentrum – bildet im Einklang mit der Umgebung eine Analogie zum Bestand. Der Stadtplan, der Schwarzplan, letztlich die ortsräumlichen Bezüge bleiben unberührt. Ebenso unverändert reihen sich Pfarrsaalgebäude, Kirche, Turnhalle und Kindergarten um einen wohl proportionierten Hof, einen geschützten Natur- und Spielgarten für die Kinder, der gut vernetzt an die öffentlichen Räume angebunden ist.

Kirchen- und Pfarrsaaleingang befinden sich ebenso auf dem der Holzackergasse vorgelagerten Platz wie der Zugang des Kindergartens. Das Neugebäude nimmt unbefangen und mit Respekt den architektonischen Ausdruck des Pfarrsaales auf. Mit dem Heranrücken an die Bestandskante im ersten Obergeschoß wird dem Kindergarten und seinem Vorplatz innerhalb dieses markanten städtebaulichen Gefüges ein quartiersräumlicher Kontext hinzugefügt ohne die bestehende Systemik zu konterkarieren.

Ausdruck dieser Aneignung ist auch der nach Außen zum Vorplatz orientierte Bewegungsraum, der mit dem Foyer und dem Multifunktionsraum im Erdgeschoss sowie einer räumlichen Überhöhung sich einladend dem Vorbereich des Horts öffnet. Während sich die beiden leicht angehobenen Gruppencluster im Erdgeschoss über Lufträume mit den oberen vier verbinden öffnen sich die Verwaltung und die Garderoben dem Siedlungsraum. Die inneren Sichtbeziehungen gehen fließend in die äußeren mit eindringlichem Blick auf die Kirche St. Gebhard über. Eine Nische im Obergeschoss fängt das Geschehen auf dem Vorplatz ein.

In seiner gesamten Materialwahl folgt der neue Kindergarten den Gestaltungsprinzipien des Campus Schendlingen – Sichtbeton und Holz dominieren – Kindergarten, Pfarrgebäude und Schule sollen als eine gestalterische Einheit die bauliche Geschichte interpretieren um ein erlebbares Zentrum von hoher Identifikation zu schaffen.

Aus dem Jurybericht:

… das Projekt geht respektvoll und feinfühlig auf die Bedingungen des Ortes ein: der geschützte Gartenhof bleibt erhalten, das eingeschossige Pfarrsaalgebäude erhält eine angemessene Erweiterung. Der neue Kindergarten zeigt sich zur Holzackergasse als schwebender Aufsatz. Ein über das Geviert hinausragendes Vordach bildet den klar definierten neuen Zugang zum Kindergarten.

Die Feinfühligkeit der Baukörpergestaltung setzt sich in der Innenraumgestaltung des Kindergartens fort. Die Einheiten mit Gruppenraum, Ausweichraum, Loggia und Nebenräume sind funktional einwandfrei, die Proportion der Räume gut gewählt. Die Lufträume als Lichtspender für die internen Wege schaffen zusätzlich vertikale Verbindungen zwischen den Geschoßen und vor allem Raumerlebnisse mit überraschenden Dimensionen. Aufgrund der herausragenden Qualitäten wird vom Preisgericht das Projekt einstimmig mit dem ersten Rang ausgezeichnet und zur Ausführung empfohlen.

Aus dem Jurybericht: “… Die räumlich hohe Qualität des dreigeschossigen Bestandes bleibt unberührt und wird durch ein eingeschossiges Gebäude mit Gartenhof erweitert. Innerer Charakter und äußere Lesbarkeit bleiben erhalten und durch einen ebenerdigen, fließenden Rundgang durch neue Räume erweitert. …”

Erweiterung Volksschule Herrenried Hohenems

Die Schulen ”Herrenried” bilden mit drei strukturell ähnlichen, mehrgeschossigen Gebäudetypen und dem Turnhallengebäude einen großzügigen, durchgrünten gut gefassten Campus. Diesen Solitären sind raumbildende eingeschossige Gebäudeteile zugeordnet.

Die Erweiterung der Volkschule ”Herrenried” folgt dieser Typologie, setzt sie fort. Die räumlich hohe Qualität des dreigeschossigen Bestandes bleibt dabei unberührt und wird durch ein eingeschossiges Gebäude mit Gartenhof erweitert. Innerer Charakter und äußere Lesbarkeit bleiben erhalten und durch einen ebenerdigen, fließenden Rundgang durch neue Räume erweitert.

Kinder verbringen einen beträchtlichen Teil ihrer Kindheit in der Schule, sie durchleben in der Schule entscheidende Phasen ihrer Entwicklung. Das dort praktizierte Lernen und Schulleben legt den Grundstein für lebenslanges Lernen, für die Freude am sich Bilden und Weiterbilden und für eine aktive Teilnahme an der Gesellschaft. Schulen sind daher heute Arbeits- und Lernlandschaften, Orte der Begegnung, Orte zum Verweilen und sollen vor allem Orte sein, an denen Kinder miteinander wachsen und Gemeinsinn entfalten können. In Bewegungs-, Spiel-, und Erfahrungsräumen lassen sich dann Kreativität und Phantasie entfalten.

An der Schnittstelle zwischen Neu und Alt, am Vorplatz zwischen bestehendem Verwaltungstrakt und bestehenden Turnhalle liegt zentral der neue Eingang und die Aula. Nach dem Prinzip einer losen Teilmenge bilden sich im gesamten Gebäude vier Cluster mit jeweils drei ”Stammklassen” ab. Der Hälfte dieser Klassen sind Gruppenräume direkt, der anderen mittelbar zugeordnet. Jedem Cluster sind ”Sonderräume”, wie Musik, Bibliothek oder Werken zugeordnet. Diese Räume besitzen hohen Aufforderungscharakter. Sie sollen die Schüler ermuntern das Gebäude zu durchwegen, zu benutzen und den Nachbarcluster zu besuchen.

Während in den drei Etagen des Bestandes das Netzwerk der Erschießung mit seinen Nischen eine Lernlandschaft formt, säumen sich im Neubau die Aufenthalts- und Arbeitswelten um den Hof des Schulgartens. Einerseits bilden die Duft- und Fruchtbeete des großzügigen Innenhofes Spiel-, Lehrbereiche anderseits sind es Bewegungsflächen für die Tagesbetreuung. Auch die Aula lässt sich um diese Patio erweitern. Im Bereich der bestehenden Turnhalle und der Umkleiden liegt, als Teil des flexiblen Gesamtkonzepts des Zubaus, der Gymnastikraum.

Der Klassentrakt aus den sechziger Jahren wird behutsam saniert, energetisch und ökologisch aufgewertet ohne dabei dessen räumliches Vorzüge aufzugeben. Mit dem bestehenden Gebäude und dem Zubau entsteht ein zeitgemäßer Schulbau mit offenen, flexibel bespielbaren Strukturen. Anpassungsfähigkeit und Übersichtlichkeit bilden hier die Grundlage für zukunftsweisende, sich ständig ändernde Lehrmethoden.

Die Errichtung des Zubaus erfolgt in Leichtbauweise. Der Innenausbau ist geprägt vom Spiel der vielseitigen Einsatzes von Holz, angepasst an Beanspruchung und Nutzung. Im Bestand wird Holz vorzugsweise zur akustischen Verbesserung gestalterisch eingesetzt. Das intensive genutzte Gründach des Neubaus verschmilzt als ökologisch rauer Filter mit den umgebenden Landschaften.

Passivhausanlage St. Gallenkirch

Aus dem Jurybericht “… Der Solitär in den Hangbereich direkt an die Widmungsgrenze gesetzt, ist ein richtiger Ansatz für die vorhandene ortsräumliche Situation. Der Vorschlag, dem Großteil der Wohnungen über einen zweigeschossigen Luftraum mehr Licht und Aussicht ins Innere zu bringen, wird als Qualität an diesem Ort anerkannt. Die modulare Struktur der Grundrisse mit einem klar definierten Kern ermöglicht in ihrer Flexibilität eine hohe Anzahl von unterschiedlichen Wohnungstypen. …“

Zur Lage und den Ressourcen

Das Land Vorarlberg bekennt sich über die Wohnbauförderung seit 2005 zu einer energieeffizienten Baukultur, besonders im integrativen Wohnbau. Dies beinhaltet auch ein qualitätsvolles und ressourcenschonendes Bauen, bei dem Ökonomie und Ökologie, Soziales und Kultur im Einklang stehen.

Für die neue Wohnanlage im Zentrum von St.Gallenkirch werden diese Gedanken aus der ortsüblichen Volumetrie der Solitäre am Hang abgeleitet und auf das neue Gebäude angewendet. Ein klarer Baukörper wird bewusst an die Widmungsgrenze gesetzt und zur vorgefundenen Hangkante gedreht. Dadurch entstehen mit den umgebenden Gebäuden und Geländekanten naturnahe, gefasste Außenräume mit starken orträumlichen Bezügen wie zur Kirche als auch zur fernen Silvretta oder der Gweilgruppe.

Zur Sache und zum Licht

Im Montafon wurden die Siedlungen oft in der nähe der Talsohle zugunsten der höher gelegenen und besser besonnten Böden am Berg gebaut. Dieser bäuerlichen Wertschöpfung steht die Minderung von Tageslicht der Senke gegenüber. Das neue Wohngebäude steht an der talseitig tiefsten Siedlungsgrenze.

Eine ressourcenschonende Strategie und Überlegungen zur Wirtschaftlichkeit erlauben hier neue Wege um das verloren gegangene Licht wieder einzufangen. So verfügt beinahe jede Wohnung – außer den Geschoßobersten – über einen zirka acht Quadratmeter großen Luftraum über zwei Geschosse. Natur und Licht dringen über diese Öffnungen tief ins Innere und sie lassen die Blicke nach Draußen in der Ferne verweilen.

Zum Wohnen und zum Tetris

Die Räume der Wohnungen überlagern und schichten sich über die Geschosse ineinander um einen zentralen ”Versorgungskern”. Diese hohe Flexibilität der Grundrisse ergibt sich aus dem modularen Entwicklungskonzept. Keine Wohnung gleicht der anderen und bei Bedarf kann die eine der anderen ein Zimmer ”leihen”. Es gleicht einem Tetris mit vielen Lösungsmöglichkeiten.

Die konzeptionelle Einfachheit stülpt sich gleichsam von innen nach außen. Um die zentrale Erschließungszone aus Stahlbeton liegen die energetischen Versorgungsstränge sowie die Nassräume. Zwischen dieser Zone und der Außenhaut in einer Multiboxkonstruktion liegt jener anpassungsfähige Bereich der Varianz an Stelle von Addition zulässt – sogar in der dritten Dimension. Die Überlegungen zum Inneren sind auch in der Fassade lesbar. Die raumhohen, vorgefertigten Riftbrettelemente bilden den Rahmen für die tiefer liegendene  Multibox und geben dem Gebäude eine angenehme Tektonik. Ein einziger Fenstertyp wird entsprechend dem inneren Gefüge jeweils hinzugefügt.

Durch die Konzentration der Pkw Stellplätze in einem separaten Carport im Norden des Grundstücks steht das neue Gebäude im Süden völlig frei am Wiesengrund, am Übergang zu den Tallandschaften der Ill. Diese Situation sowie die hohe Privatheit und Individualität der Grundrisse umschreiben das Wohnen in einem ”gestapelten” Reihenhaus.

Pflegeheim Rheindelta, Höchst 

Gut eingebettet in das kommunale Gefüge der Gemeinde Höchst ruht das neue ”Pflegeheim Rheindelta” und ist umgeben vom der Volkschule, dem Pfarrheim, dem neue Kindercampus, Pfarrzentrum, zwei Häusern der Kulinarik und nicht zuletzt dem höchsten Kirchturm Vorarlbergs fußläufig im Zentrum angenehm integriert. Die Kirche St. Johann ist aber auch unabhängig ihres Maßstabs Teil des kollektiven Gedächtnisses der Rheindeltabewohner und liegt in der südlichen Nähe des neuen Gebäudes, das sich raumbildend mit dem Bestand nach dieser richtet. Durch die Situierung des Gebäudes am Grundstück und dessen Ausrichtung werden ausgeprägte ortsräumliche Bezüge geschaffen.

Eine große zurückgesetzte Öffnung im Erdgeschoss mit vorgelagertem Duft- und Fruchtgarten im Eingangsbereich und zwei durchgrünten Atrien im Zentrum prägen die Struktur des dreigeschossigen Solitärs. Diese Aufweitungen machen das Gebäude nach außen hin lesbar und lassen Natur und Licht tief ins Innere des Heimes drängen. Der Vorplatz fließt, von Gärten und Freiterrassen begleitet, zwischen Kapelle, Café  und Mehrzweckraum ins Innere zum zentralen Foyer und gibt den Blick frei auf die flachen Gehölze der beiden Patioräume im Inneren. Auf der entgegengesetzten, nördlichen Seite befindet sich beinahe unbemerkt die gesamte Infrastrukturzone mit Küche, Wäscherei und Personalräumen. Die Erschließung dieser Zone erfolgt über die Franz-Reiter-Straße.

Der Entwurf der Wohngemeinschaften folgt im wesentlichen dem Wunsch des Betagten und Dementen nach Licht, Orientierbarkeit und Abwechslung. Die Erschließung einer Gruppe erfolgt  zentral. Man betritt ein kommunikatives, lichtdurchflutetes Raumkontinuum mit zahlreichen Ausblicken und Querverbindungen. Zentral liegt auch der Pflegestützpunkt mit den dienenden Räumen. Von hier aus lassen sich die gemeinsamen Aufenthalts- und Bewegungsräume gut erfahren. Ähnlich einem Möbel sind diese gemeinsamen Zonen flexibel ausgestattet, sollen Anpassungen und Mehrfachnutzungen zulassen ohne die nach außen gerichtete Privatheit der Zimmer zu beeinträchtigen. Dem Esszimmer und den zusammenlegbaren Stuben sind großzügige Terrassen mit eindringlichem Blick auf St. Johann vorgelagert. Von hier aus lassen sich auch gut Besucher erspähen.

”Der Weg ist das Ziel” – Spaziergänge um die Patio sind begleitet von den zahlreichen Blicken zum Nachbarn – zur andern Wohngemeinschaft – und den verschiedensten Aktivitäten im Haus. Dieser halböffentliche Charakter wird durch die Flexibilität der Möblierung und des Ortes im Haus begünstigt. Es ist ein unverschlossener Umgang mit Raum, der sich an die unterschiedlichsten Bedürfnisse im Tagesablauf der Bewohner anpassen lässt.

Offenheit, Transparenz, kurze Wege und funktionelle Übersichtlichkeit schaffen Möglichkeitsräume, die Vertrautheit und Entspannung sowie Aktivität und sozialen Kontakt erlauben und die Vielfalt des Zusammenlebens zulassen.

Die äußere Hülle wird von der Farbe des Sichtbetons und von der Struktur der vorgefertigten Holzelemente geprägt. Die inneren, warmen, haptische Materialen korrespondieren mit den äußeren. Durch die kompakte Gebäudeform und der Kombination von geringer Gebäudehülle und intelligenter Lüftungsanlage lässt sich dieses Gebäude problemlos in Passivhausqualität errichten. Die innere klassische Stahlbetonskelettbauweise und die vorgefertigten Außenwandelemente in Holzleichtbauweise unterstützen diese Absicht. Die hinterlüftete stehende Außenschalung wird nachhaltig aus Rift- und Halbriftbrettern der unbehandelten Weißtanne gebildet. Die in hohem Maß vorgefertigten geschoßhohen seriellen Außenwandelemente der Zimmer mit integrierten Passivhausfenstern ermöglichen eine schnelle Montage und eine kurze Bauzeit.

Das Wohnquartier Rheinstrasse West wird von 3 gemeinnützigen Siedlungsgesellschaften Vorarlbergs, der Wohnbauselbsthilfe, der Alpenländischen Heimstätte und der VogeWoSi gemeinsam mit i+R Schertler-Alge als die größte Passivhauswohnanlage Vorarlbergs errichtet.

Aus dem Jurybericht:
“… dem Verfasser gelingt das Kunststück – trotz der durchgehenden Zweigeschossigkeit – eine sehr luftige, lockere Anlage mit schönen großzügigen Außenräumen zu schaffen. Der leichtfüssige architektonische Ausdruck überzeugt und lässt eine hochwertige Wohnqualität in Innen- und Aussenräumen erwarten …”

Haus Klosterreben Rankweil

STÄDTEBAU / ARCHITEKTUR

Das neue Sozialzentrum Rankweil bildet mit den bestehenden Gebäuden (Gasthaus Hörnlinger und Metzgerei Schäfer) stadträumlich einen neuen Platz, einen Raum, der sich zur Bahnhofstrasse öffnet und sich in die vielen fußläufig gut erreichbaren Funktionen dieser Strasse (Altes Kino, Gasthaus/Hotel Hoher Freschen, Bäckerei u.v.m) einreiht. Zwei tief ins Gebäude reichende Öffnungen prägen die Struktur des zweigeschossigen Gebäudes. Sie markieren kommunikative Freibereiche, der eine lässt von Süden die Natur tief ins Innere des Gebäudes drängen, der andere öffnet sich nach Westen und ist intimer.

ARCHITEKTUR / FUNKTION

Der Vorplatz fließt ins Innere zum zentralen Foyer. Um dieses reihen sich in beiden Geschossen die einzelnen Wohngruppen. Im Erdgeschoss befindet sich zudem auch noch die Verwaltung, der Mehrzweckraum und die Kapelle. Der Entwurf für die Wohngruppen folgt im wesentlichen dem Wunsch des Dementen nach Licht, Orientierbarkeit und Abwechslung.  Die einzelnen Zimmer jeder Gruppe umarmen  L–förmig  die öffentlichen Bereiche wie das Wohnzimmer, die Ess- und Kochbereiche etc. Ähnlich einem Möbel sind diese gemeinsam genutzten Zonen flexibel, sollen Anpassungen und Mehrfachnutzungen zulassen ohne die nach außen gerichtete Privatheit der Zimmer zu beeinträchtigen. Über die ins Gebäude reichende Öffnungen wird der eigenständige Charakter der Gruppen, trotz Blickkontakt zum Nachbarn erreicht. Entsprechend der Ausschreibung umschließen zwei Wohngruppen im Erdgeschoss den ”Beschützten Garten” mit Terrassen, Hochbeeten und gärtnerischer Didaktik. Diesem nach Süden offenen kommunikativen Bereich steht der intimere, nach Westen gerichtete Therapie- und Gymnastikhof gegenüber. Das Untergeschoss, als „Sockel“ ausgebildet für die oberirdischen Geschosse, beinhaltet neben der Tiefgarage die Großküche sowie die Wäscherei, die Räume für das Personal und Lagerräume. Ein großer, teilbarer Raum für therapeutische Zwecke ist zum Innenhof gerichtet, welcher bis ins UG reicht, und wird von diesem belichtet.

KONSTRUKTION

Flachgründung eines unterkellerten 2-geschossigen Bauwerkes in Stahlbetonskelettbauweise. Keller in Massivbauweise. Begrüntes Flachdach. Die geschlossenen Anteile der Fassade bestehen aus weißem, oberflächenbehandeltem Beton. Die offenen Fassadenbereiche bestehen aus einer mit eloxiertem Metall verkleideten Holz-Glasfassade.

MATERIALITÄT

Die äußere Hülle wird von der Farbe des weißen Sichtbetons und von der mäandernden Struktur der vorgefertigten Holz-Glaspaneelelemente geprägt. Im Inneren dominieren warme, haptische Materialen. Der Mäander ist sowohl von außen als auch im Inneren wahrnehmbar. Aus ihm entwickeln sich in den Zimmern Nischen deren tiefe Fensterbank eine Ablage wie ein Tisch ausbilden.

Bregenz besitzt im Westen und Süden des Gemeindegebiets zwei Stadteinfahrten – die Rheinstrasse und die Arlbergstrasse. Diese beiden hochrangigen Verkehrswege bilden innerhalb des Stadtraums starke städtebauliche Entwicklungsachsen. Die beiden Grundparzellen liegen ca. 10 Gehminuten vom Zentrum entfernt und sind Teil von drei als ”Baufläche Wohngebiet” gewidmeten, zum Teil unbebauten Grundstücken, die nun städtebaulich neu geordnet wurden.

Haus der Generationen Götzis

Kirche, Schule und das Sozialzentrum Götzis bilden stadträumlich einen neuen Platz, einen Park der Generationen. Zwei tief ins Gebäude reichende Öffnungen prägen die Struktur des ”Haus der Generationen”. Sie markieren kleine Plätze und Eingänge, die eine lässt von Südwesten den durchgrünten neuen Park ins Innere des Gebäudes drängen, die andere gibt nach Nordwesten die Besonnung auf den Bestand frei.

Zur Architektur (Text: Dorner\Matt Architekten)

Mit dem Neubau des Sozialzentrums Götzis wurde der Stadtraum so neu gestaltet, dass zusammen mit Kirche und Schule ein neuer Platz gebildet wird, der „Park der Generationen“. Die Umrisse des dreigeschossigen Sozialzentrums selbst definieren und ergänzen dabei das bestehende Fußwegenetz vom ”Dorf” bis zum Marktplatz bei der Kirche.

Das Gebäude vereint als „Haus der Generationen“ verschiedene Einrichtungen von der Mutter-Kind-Beratung bis zum Pflegeheim. Erscheinungsbild und Struktur werden durch zwei tief ins Gebäude reichende Einschnitte geprägt die jeder für sich jeweils Eingang und Vorplatz definieren. Eine der beiden Öffnungen lässt den durchgrünten neuen Park von Südwesten ins Innere des Gebäudes dringen die andere gibt die Besonnung auf den Bestand nach Nordwesten frei.

Im nordwestlichen Erdgeschoss befinden sich die Räume einer Arztpraxis. Um den westseitigen Gebäudeeinschnitt reihen sich Räume für Kindergruppen und Jugendliche. Der Stützpunkt Krankenpflegeverein (MOHI – Mobiler Hilfsdienst) bildet eine eigene, leicht erreichbare Einheit im Osten. Diese Funktionsgruppen sind im Erdgeschoss über ein gemeinsames Foyer miteinander verbunden das gleichzeitig als Zugang für die Obergeschosse dient.

In den beiden Obergeschossen befindet sich das Pflegeheim. Der Grundriss der Pflegestationen folgt im Wesentlichen dem Bedürfnis der Bewohner und Demenzkranken nach Licht, Abwechslung und guter Orientierung im Gebäude. Die Einzelzimmer der Bewohner liegen daher im gut belichteten Osten und im Süden. Sie bilden im Grundriss L–förmige Wohnflügel aus die die Aufenthaltsräume jeder Station gleichsam einfassen.

Diese zentralen, inneren Aufenthaltsbereiche haben einen eher öffentlichen Charakter. Die tief ins Gebäude reichenden Einschnitte ermöglichen Blickkontakte von dort zum Pflegestützpunkt und zu den übrigen Geschossen – dadurch können die Bewohner gut am „öffentlichen Leben“ der Stationen teilnehmen. Die Pflegestützpunkte sind über eine Brücke mit den Stützpunkten im bestehenden Pflegeheim verbunden.

Der über zwei Geschosse offene Garten und die teilweise überdachten Terrassen im Südwesten gleichen einem großen ”Blumenfenster” und geben den Blick frei auf den Park und die Kirche. Der bewegliche Sonnenschutz im zweiten Obergeschoss sorgt für die nötige Kühlung im Sommer und eine angenehme Belichtung im Winter.

Die äußere Hülle des Gebäudes wird von der rostroten Farbe des Sichtbetons und von der Struktur der vorgefertigten Holzpaneelelemente geprägt. Im Inneren dominieren warme haptische Materialien.

Zu den Freiräumen (Text: Koselicka Landschaftsarchitektur)

Die Freiräume zwischen Sozialzentrum, Volksschule und Kirche bilden einen Kernpunkt für das Götzner Fußwegenetz und Freiraumsystem. Dank der Grundsatzentscheidung der Gemeindepolitik ist die Durchlässigkeit erhalten geblieben. Das Haus der Generationen wird durch die Lage am Knotenpunkt von verkehrsfreiem Schulweg, Spazierweg, Spielweg seinem Namen ebenso gerecht wie die öffentliche Grünfläche, der „Generationenpark“.

Dem Freiraumkonzept wird eine Abstufung von kleinräumig bei den Wohnungen bis großzügig auf der öffentlichen Fläche zugrunde gelegt. Der Rauhigkeitsverlauf korrespondiert mit der Antwort der Architektur auf den Tastsinn älterer Menschen, die in der Struktur der Betonoberfläche der Fassade steckt.

Die Gestaltung der Freiräume trägt dieser Vielschichtigkeit Rechnung. An Alt- und Neubau des Sozialzentrums sind kleinteiligere Freiräume angelagert, die die gärtnerische Betätigung der Bewohner und Bewohnerinnen ermöglichen und der Betrachtung und Zierde dienen. Blütenpflanzen, die hier zum Einsatz kommen, sind aus gängigen Gartensortimenten zusammengestellt. Sie verbinden Erinnerung an eigenes Gärtnern mit der neuen Wohnsituation der älteren Menschen. Rundwege unterschiedlicher Länge, Oberfläche und Steigung sind zur Erholung und zum Üben angelegt. An ihnen können Johannisbeeren, Himbeeren und Erdbeeren gepflückt werden. Ein mit Flechtzaun eingefasster Spielplatz für Kleinkinder bietet eine weitere Gehrunde an.

An diese rauere Zone schließen die öffentlicheren, glatteren Bereiche an. Der neue Vorplatz ist ein Bindeglied zwischen der Grünfläche und dem Gebäude. Von der Terrasse aus ist sein Schmuckbeet zu sehen. Die Terrasse im ersten Stock dient Demenzkranken zum Aufenthalt und zum Gärtnern in Hochbeeten. Auch hier trägt das einfache Raumsystem dem Orientierungsbedarf Rechnung. Das Geländer wird von einer Teppichthymianleiste begleitet, die das Tasten mit dem Riechen verknüpft. Von der Terrasse und vom Lehngeländer des Platzes können die Volksschulkinder während, vor oder nach dem Unterricht auf der Wiese, der Freiklasse oder den Geräten beobachtet werden. Gegenseitiges Beobachten und Begegnen ist vom Konzept vorgesehen und wird durch die Gestaltung unterstützt.

Kunst am Bau (Text: Photograph Ernst Trawöger)

Die Basis für die ‘Wandstücke’ sind 18 analog photographierte Zwillingsmotive, die als Gesamtes in Korrespondenz treten, und gleichzeitig eine Gruppierung bzw. Gliederung der beiden Ebenen bedingen.

Die Farbigkeit wurde schon während der Belichtung beeinflusst und weiters bearbeitet, damit strukturelle & farbliche Momente in die gewünschte Richtung des Zurücktretens im Sinne einer Abstraktion – Reduktion gelenkt werden.

Die Anordnung in den Räumen ist einerseits durch Markanz (die Motive stellen heterogene Elemente gegenüber) und andererseits durch das Wechsel-Spiel von Ex- und Interieur bestimmt; gleichsam erinnerte Raum-Fragmente.

Die neueste Kreation der Bäckerei Kloser ist kein backtechnischer Leckerbissen, sondern eine zeitgenössische Inszenierung von Kundenfreundlichkeit, Standortqualität und Architektur. Mittels der Bäckerei/Café entstand in Bregenz durch die Architekten Dorner\Matt endlich ein Stück Stadt, dessen räumliche Erfahrbarkeit einem durch den Genuss der Produkte aus dem Haus Kloser auf der Zunge zergeht! (Text: Heinz Schöttli)

Die Ausnutzung des vorhandenen Raumangebotes war Zielsetzung des Projektes. Das Einsetzen großer, sprossenloser Fenster – die durch ihre geschickt versetzte Anordnung die Umgebung widerspiegeln – half dabei.

Kloser’s Closer, die Ausweitung der Kaiserstrasse als städtisches Wohnzimmer für jugendliche und jung gebliebene Städtler, geplant vom bewährten Architektenduo Dorner\Matt, eröffnet eine neue Zeitrechnung in der Geschichte des Bregenzer Detailhandels. In kuscheliger urbaner Gemütlichkeit wird der „Kraftdesgeniessens (?)“ von Imbissprodukten gefrönt. (Text: Heinz Schöttli)

Für den Entwurf des Seniorenwohnheims wurde ein Gebäude mit ca. 120 Einzelzimmern und allen notwendigen Pflege- und Versorgungsräumen gefordert. Die städtebauliche Einbindung auf dem sehr schmalen und langen Grundstück stellte dabei eine besondere Herausforderung dar. Der Entwurf antwortet darauf mit einem klar strukturierten Baukörper.

A renovation becomes a transformation when a house of small, dark rooms opens into a home where architectural lines flow vertically and horizontally to reveal an emporium for space. (Text by Jack Barschi/Client)

SOS Kinderdorf Bregenz

Der Neubau für das Jugendwohnheim des SOS Kinderdorf e.V. ersetzt das derzeit noch bestehende, nicht mehr zweckgemäße Gebäude und entspricht diesem in Lage, Maßstäblichkeit und Geschosszahl. Mit dem vorliegenden Entwurf hat das Büro Dorner\Matt ein vom SOS Kinderdorf ausgelobtes Gutachterverfahren gewonnen.

Zur Architektur

Der Neubau des Jugendhauses bildet zusammen mit dem bestehenden ebenfalls dreigeschossigen Gebäude der Gebietskrankenkassa ein eigenständiges städtebauliches Ensemble, das sich durch das Abrücken von der westlichen Grundgrenze bewusst von der wesentlich höheren Bebauung des benachbarten Velag-Areals abhebt.

Durch die sehr ausführlich formulierten Vorgaben des SOS Kinderdorf konnte das Gebäude in seiner Organisation genau an den Tagesablauf und das pädagogische Konzept der Jugendhilfe angepasst werden. Im Erdgeschoss befinden sich die gemeinsame Wohnküche, Büros, Nachtdienst und ein Schnupperzimmer für Neuankömmlinge. In den Obergeschossen sind je sechs Zimmer über einen Gemeinschaftsbereich mit Teeküche und Betreuerzimmer zu einer Einheit des betreuten Wohnens zusammengefasst. Je zwei der Jugendzimmer teilen sich dabei – auch aus didaktischen Gründen – ein Bad. Den betreuten Wohneinheiten zugeordnet gibt es je Geschoss eine Kleinwohnung mit eigener Küchennische, die dem jugendlichen Bewohner ein größeres Maß an Selbstständigkeit erlaubt und daher auch architektonisch getrennt an das Stiegenhaus angebunden ist. Sie bildet pädagogisch gesehen die Zwischenstation zum Übergang in ein selbstständiges Leben.

Die Fassade wurde so gestaltet, dass die innere Organisation des Gebäudes nach außen ablesbar wird. Die Fensterumrahmungen der Gemeinschaftsräume im Erdgeschoss sind farblich leicht abgesetzt und hinter die verputzte Wand zurückgesetzt. Umgekehrt werden in den Obergeschossen Fassadenrahmen plastisch aus dem Putz herausgedrückt, die die Zimmerfenster in beiden Obergeschossen jeweils zu einer Einheit zusammenfassen und den Charakter der Gemeinschaft andeuten. Die Fassadengliederung setzt einen eigenständigen Akzent als Antwort auf die benachbarte dreigeschossige Glasfassade der Gebietskrankenkassa. Bei der Gestaltung der Fassaden wie auch der Atmosphäre im Inneren wurde im Rahmen des einfachen baulichen Standards ein ruppiger und dennoch angemessen wohnlicher Charakter angestrebt.

Viele Menschen leben gerne in einem Reihen- oder Doppelhaus mit einem Nachbarn, mit dem er sich gut versteht. Aus diesem Aspekt abgeleitet entwickelte sich die Idee des achtgeschossigen vertikalen, gestapelten Reihenhauses – jeder Bewohner hat auf seiner Ebene nur einen Nachbarn, jede Wohnung ist nach drei Himmelsrichtungen orientiert.

TRS II ist eine Weiterführung bzw. Weiterentwicklung der Wohnanlage Toni Russ Straße I. Wie beim ersten Projekt, im von bislang Ein- und Mehrfamilienhäuser dominierten Lochau, entsteht eine Wohnbebauung die auf den ersten Blick wirkt, als ignorierte sie rundum Gewachsenes völlig, aber dem ist beim genaueren Hinschauen nicht so.

Ursprünglich als Dachausbau konzipiert, hat sich der Entwurf schließlich aus seiner honorigen Hülle befreit und auf die verbliebene, Gartenfläche gestülpt. Diese Umkehrung findet sich auch in den nach innen unbehandelten Fassadenplatten wieder. Eine gläserne Verbindungsbrücke zeugt noch als verbliebene Nabelschnur von diesem Prozess. (Robert Fabach, Bregenz 2003, Auszug)

Die Werbeagentur Konzett, eine der Großen in Österreich, platzte förmlich aus den Nähten, als sie im Sommer 2001 an die Architekten Dorner\Matt mit dem Wunsch herantrat, ihre neu angemieteten Räumlichkeiten in der Vorarlberger Landeshauptstadt Bregenz am Bodensee neu zu gestalten.

Die Bebauungsstudie sieht 3 Bauetappen vor. Das Erdgeschoss wird zum großen Teil zur Gänze überbaut. Die Baukörper entlang der Quellenstraße entsprechen in Proportion und Traufenhöhe dem umgebenden Bestand. Die Bebauung an der Rheinstraße steht im rechten Winkel zur Quellenstraße. Es sind 5 eigenständige Solitäre. Die Höhe der Häuser beginnt im Norden bei ca. 15 Metern und steigt in Richtung Vorklostergasse auf ca. 23 m an.

Dem Wunsch des Bauherrn nach einer offenen, flexiblen Dachwohnung, die zugleich als Atelier dienen soll, galt es im Rahmen der vorgegebenen Strukturen zu entsprechen; nicht eine neue Architektur war gefragt, sondern die vorhandene Charakteristik weiterzuführen und mit adäquaten Mitteln auch architektonisch neu zu interpretieren.

„small compact zity“
Anfang des 21. Jhd. bestimmen Kommerz und Regeneration den Rhythmus der ”zity – workers”. Die Sehnsucht nach Weite ist geblieben, die Zurückgezogenheit ist einer Selbstdarstellung und der Liebe zur permanenten Kommunikation gewichen. Das Individuum ist selten intim.

Ein Industriedenkmal aus dem 19.Jahrhundert + monumentales Wahrzeichen der Stadt erhält in Kombination mit moderner Stahl- und Glasarchitektur eine neue Bedeutung. Um den Genius des Ortes zu wahren, wurde eine möglichst filigrane Bebauung in Form von einzelnen Türmen integriert.

Wohnbebauung Toni-Russ-Strasse I Lochau

Spiegelbilder in Fensterläden

Auf den ersten Blick erscheint die Wohnanlage im vorarlbergischen Lochau von Architekt Christian Matt spartanisch schlicht. Bei genauerem Hinsehen erschließen sich jedoch Feinheiten von zarter Poesie.

von Franziska Leeb

In Gegenden, wo bislang Ein- und Mehrfamilienhäuser dominierten, bedarf es sorgfältiger Überlegung, wie man mit dem eher städtisch besetzten Gebäudetypus Geschoßwohnungsbau formal reagiert. Versucht man mit Holzfassaden einen Konnex zur Landschaft und zur Ländlichkeit herzustellen oder ignoriert man örtliche Traditionen völlig?

Architekt Christian Matt wählte für die neue Wohnbebauung in Lochau einen Weg, der nur auf den ersten Blick so aussieht, als ignorierte er rundum Gewachsenes völlig. Zwei strenge Quader mit elfenbeinfarbener Eternit-Fassade stehen einander gegenüber. Horizontal gegliedert wird die Hülle von den Fensterreihen, innerhalb derer sich herkömmliche Fensterflügel, transparente Loggienverglasungen und schwarze Schiebegläser, die die Funktion von Fensterläden übernehmen, abwechseln. Das Motiv der Fensterläden entlehnte Matt den Häusern der Nachbarschaft, wo hölzerne Läden den schon durchaus städtischen Mehrfamilienhäusern einen rustikalen Hauch verleihen. Das Schwarz der bündig in die Fassade gesetzten Glasläden wurde in Streifen mit geringen Abständen per Siebdruck aufgebracht. Von innen nach außen bleibt der Blick ähnlich der arabischen Maschrabia leicht durchlässig, von außen erscheint es völlig schwarz und verhindert jeden Einblick. Im Laufe der Tages-und Jahreszeiten und je nach Stellung der dunklen Gläser liefert die Fassade unterschiedliche Bilder der sich spiegelnden Umgebung und erzählt stille Geschichten aus der Nachbarschaft. Sind alle Läden geschlossen – was in der Praxis allerdings so gut wie nie vorkommt – wird die Fassade zur scheinbar völlig glatten Haut aus hellen und dunklen Rechtecken. Innerhalb dieser neutralen Hülle arrangierte Matt einen vergleichsweise flexiblen Inhalt, der offene Grundrisslösungen ebenso zulässt wie die Unterteilung in einzelne Zimmer. Die geräumigen breiten Loggien werden von den Bewohnern als luftiger Aufenthaltsraum geschätzt. In den Stiegenhaus- und Gangbereichen konnte das rigorose Farb- und Formkonzept, das sich an der Fassade in den Farben und der Strenge einer Klaviertastatur abbildet, durchgehalten werden. Gut gelöst ist die natürliche Belichtung der Gänge: An den Enden sind Segmente des Bodens jeweils aus Gitterrosten ausgeführt, die das durch die Fenster einfallende Tageslicht in die Tiefe verteilen.

Ein klares Konzept ohne Schnickschnack, das hinter den Wohnungstüren individuelle Lösungen zulässt, und gleichzeitig in seiner Gesamtheit und Wirkung nach außen von einer besonders für den Sozialen Wohnbau erstaunlichen Sorgfalt ist.

„Alles in einem“
Ein Single muss in seinen eigenen vier Wänden vor niemand anderem flüchten. Wozu also die Wohnung in einzelne Zimmer unterteilen? Architekt Christian Matt vereinte in einer Bregenzer Singlewohnung alle Funktionen in einem Raum. (von Franziska Leeb 10.05.2001)

Das Grundstück liegt im Südwesten von Dornbirn. Die Umgebung dieser städtischen Randlage zeigt alle Merkmale des Rheintals, unkontrollierte Grundstückteilungen, Generationen teilen sich ihr Eigentum. Das Individuelle der Einfamilienhäuser steht dem Pragmatismus der Siedlungsbauten skeptisch gegenüber, baulich und in sozialer Hinsicht.

Sozialzentrum Dornach Auhof Linz

Das Architektonische Konzept:

Der Entwurf eines Gebäudes, das von Senioren genutzt werden soll erfordert eine fundierte Beschäftigung mit den Bedürfnissen alter Menschen, deren Umweltkompetenz häufig durch körperlichen oder geistigen Abbau eingeschränkt ist. Gefragt ist eine “therapeutische Architektur“ die unter anderem durch einfache Ablesbarkeit der Gebäudestruktur und Ausbildung typischer Orte die Orientierung erleichtert und eine rasche Eingewöhnung ermöglicht. Gerade alte, gebrechliche oder kranke Menschen sind sehr empfindlich gegenüber einer physisch oder emotional belastend gebauten Umwelt. Wir haben daher versucht das Seniorenwohn- und Pflegeheim als ganzheitliche Pflegeheimat zu sehen, als gesellschaftliches Modell mit unscharfer Trennung zwischen Pflege- und Wohnheim, wo rüstige Bewohner, wenn sie wollen, durchaus bei der Pflege von gebrechlichen Mitbewohnern helfen können und wo das Auftreten eines Gebrechens nicht unbedingt die Übersiedlung in das Pflegeheim bedeutet. Es geht um den Abbau von Grenzen und Vorurteilen und um die Möglichkeit neue integrative Verhaltensweisen anzuregen.

Die Entwurfsidee wird geprägt durch das kleinste aber wichtigste Element, das Zimmer und seine Milieuqualität. Es ist in zwei deutliche Bereiche geteilt, so daß eine kleine Wohnung mit Schlaf- und Wohnraum entsteht. Der Wohnbereich  ist immer zur lichtdurchfluteten Halle orientiert und hat ein verschließbares Fenster in diesen Gemeinschaftsraum, ein vorgelagertes Belichtungselement sorgt für ausreichendes natürliches Licht und für die nötige soziale Distanz. Der Schlafraum öffnet sich über eine Veranda nach außen. Hier wird die Möglickeit der passiven Sonnenenergienutzung konsequent angewendet. Dies gelingt durch die durchgehend vorgestellte Glasfassade und den beweglichen Sonnenschutz.

Das Architektonische Konzept:

Der Entwurf eines Gebäudes, das von Senioren genutzt werden soll erfordert eine fundierte Beschäftigung mit den Bedürfnissen alter Menschen, deren Umweltkompetenz häufig durch körperlichen oder geistigen Abbau eingeschränkt ist. Gefragt ist eine “therapeutische Architektur“ die unter anderem durch einfache Ablesbarkeit der Gebäudestruktur und Ausbildung typischer Orte die Orientierung erleichtert und eine rasche Eingewöhnung ermöglicht. Gerade alte, gebrechliche oder kranke Menschen sind sehr empfindlich gegenüber einer physisch oder emotional belastend gebauten Umwelt. Wir haben daher versucht das Seniorenwohn- und Pflegeheim als ganzheitliche Pflegeheimat zu sehen, als gesellschaftliches Modell mit unscharfer Trennung zwischen Pflege- und Wohnheim, wo rüstige Bewohner, wenn sie wollen, durchaus bei der Pflege von gebrechlichen Mitbewohnern helfen können und wo das Auftreten eines Gebrechens nicht unbedingt die Übersiedlung in das Pflegeheim bedeutet. Es geht um den Abbau von Grenzen und Vorurteilen und um die Möglichkeit neue integrative Verhaltensweisen anzuregen.

Die Entwurfsidee wird geprägt durch das kleinste aber wichtigste Element, das Zimmer und seine Milieuqualität. Es ist   in zwei deutliche Bereiche geteilt, so daß eine kleine Wohnung mit Schlaf- und Wohnraum entsteht. Der Wohnbereich  ist immer zur lichtdurchfluteten Halle orientiert und hat ein verschließbares Fenster in diesen Gemeinschaftsraum, ein vorgelagertes Belichtungselement sorgt für ausreichendes natürliches Licht und für die nötige soziale Distanz. Der Schlafraum öffnet sich über eine Veranda nach außen. Hier wird die Möglickeit der passiven Sonnenenergienutzung konsequent angewendet. Dies gelingt durch die durchgehend vorgestellte Glasfassade und den beweglichen Sonnenschutz.

Das Seniorenheim ist eine kleine Stadt, das Leben mit all seinen sozialen Momenten muß im Haus stattfinden können. Die Zimmer sind daher so gestaltet, daß die Bewohner auch als Bettlägrige Kontaktmöglichkeiten sowohl nach außen als auch nach innen haben können, sie selbst bestimmen und kontrollieren ihre unmittelbare Umwelt und den Grad ihrer Privatheit. Die Möglichkeit zum Rückzug ist Voraussetzung für die Bereitschaft zur Teilnahme am gesellschaftlichen Leben. Die halböffentlichen Aufenthaltsbereiche sind immer mit den öffentlichen Aktivitätszentren, wie Eingangshalle, Treppen, Lifte und „innere Straße“ verbunden. Sichtbezug nach außen, Unterteilbarkeit und wohnliche Ausgestaltung prägen diese Räume. Der kontrollierte Lichteinfall durch das Dach, die üppige Bepflanzung des Wintergartens und die durchgehenden Lufträume sorgen für eine interessante Innenlandschaft, die durch abwechslungsreiche und barrierefreie „Spazierwege im Haus“ erschlossen ist.

Die zur Förderung einer aktiven Lebensgestaltung begleitend angebotenen Begegnungsstätten wie Veranstaltungssaal, Hof, Bibliothek aber auch Friseur, Arzt und Andachtsraum liegen an dieser “inneren Straße“ die von der Eingangshalle durch das gesamte Gebäude direkt in die Parklandschaft nördlich des Grundstückes führt. Ein Park und ein geschützter Garten bieten ein hautnahes Naturerlebnis sowie Betätigungs- und Bewegungsmöglichkeiten in der frischen Luft.

 

Das Verwaltungsgebäude der Stadtwerke bildet eine gestalterische Einheit. Die Fensterbänder haben in allen Richtungen das gleiche Erscheinungsbild. Bei der Aufstockung bleibt dieses Gesamtkonzept unberührt. Die gläsernen Wände des neuen Dachgeschosses sind zurückgesetzt; nur das ausladende Dach verbindet imaginär das Alte mit dem Neuen.

Neubau Kindergarten St. Gebhard Bregenz

Bewertung des Preisgerichts: “… Das Projekt geht respektvoll und feinfühlig auf die Bedingungen des Ortes ein: der geschützte Gartenhof bleibt erhalten, das eingeschossige Pfarrsaalgebäude erhält eine angemessene Erweiterung. Der neue Kindergarten zeigt sich zur Holzackergasse als schwebender Aufsatz. Ein über das Geviert hinausragendes Vordach bildet den klar definierten neuen Zugang zum Kindergarten. Die Feinfühligkeit der Baukörpergestaltung setzt sich in der Innenraumgestaltung des Kindergartens fort. Die Einheiten mit Gruppenraum, Ausweichraum, Loggia und Nebenräume sind funktional einwandfrei, die Proportion der Räume gut gewählt. Die Lufträume als Lichtspender für die internen Wege schaffen zusätzlich vertikale Verbindungen zwischen den Geschoßen und vor allem Raumerlebnisse mit überraschenden Dimensionen. Aufgrund der herausragenden Qualitäten wird vom Preisgericht das Projekt einstimmig mit dem ersten Rang ausgezeichnet und zur Ausführung empfohlen. In der weiteren Bearbeitung ist dem Pfarrsaal zwingend einen vom Kindergartenbetrieb abgetrennte, eigenständige Teeküche im bestehenden Umfang zuzuordnen. Ebenso sind die Kellerräume der Pfarre durch eine eigene Treppe zu erschließen. …”

Neubau Sozialzentrum Zell am Ziller

Aus dem Jurybericht: “… Die ProjektantInnen setzen sich mit dem Thema des ‚Kollektiven‘ intensiv auseinander: kollektives Gedächtnis und kollektives Erleben sind Grundthemen einer Gesellschaft, der gebaute Raum kann diesenÜberlegungen Ausdruck geben. Dem Projekt zu Eigenist demzufolge ein eigenständiger Ansatz zur Transformierung der Kapelle. Die Kapelle wird neuinterpretiert und als Dorfkapelle und/oder Skulptur in dem Park freigestellt, und als nun vom Bestand losgelöster Baukörper noch um das Haupteingangsportal verlängert. Diese konzeptuelle Arbeit wird kontroversiell diskutiert. Als Skulptur, Erinnerung, Versatzstück ist dieser Ansatz ein wichtiger Beitrag, jedoch ist die Kapelleum ihre ursprüngliche Bedeutung der Hospizkapelle, die aus allen Pflegebereichen erreichbar ist, beraubt worden.Im Wesentlichen wird ein kompakter Hauptbaukörper für die Tagespflege und für Gepflegtes Wohnen im nördlichen und ein solitärer Baukörper für Betreutes Wohnen im südöstlichen Grundstück konzipiert.Die Organisation des Haupthauses mit allen Funktionen der Tagespflege und des Gepflegten Wohnens ist schlüssig aufgebaut. Der Eingangsbereich mit Veranstaltungssaal und Café ist nicht nur für die interne Nutzung richtig situiert, sondern kann auch übergeordnet Nutzung für Veranstaltungen und Vernetzung im Ort bringen. Im Zusammenhang mit der Freistellung des davorliegenden nun neuen Dorfplatzes ist die Positionierung des Baukörpers schlüssig und auch für Besucher einladend.Die Bereiche der Pflege im Obergeschoß sind um zwei tageslichtbringende Innenhöfe organisiert. Die kompakte Organisation ist für die Pflege gut geeignet, Gänge müssten jedoch verbreitert werden. Der gemeinsame Aufenthaltsbereich der beiden Pflegegruppen (pro Geschoß) liegt am Dorfplatz, eine gelungene und für die BewohnerInneninteressante Inszenierung des Außenraumes. Kleinteiligere und privatere Bereiche und Rückzugsmöglichkeiten müssten noch organisiert werden, ebenso räumliche Bereinigungen bzw. Schaffung von großzügigeren ‚Ecksituationen‘.Allerdings ist der nur unterirdisch mit dem Hauptbau verbundene Bereich der Betreuten Pflege untergeordnet behandelt und funktional in Hinblick auf eine Betreuung aus dem Haupthaus nachteilig organisiert. Aus jetziger Sicht ist die Verkehrslösung für Anlieferung und Tiefgarage zwar möglich, aber nicht an optimaler Stelle, da sie ein verstärktes Verkehrsaufkommen im Wohngebiet erwarten lässt.Das Projekt besticht durch eine klare Konzeption. Eine originäre Bearbeitung des Themas Kapelle kann aber dennoch durch die beschriebenen Defizite in der Nutzung nicht vollends überzeugen.”

Ortskernentwicklung Postareal Lech am Arlberg

Bewertung des Preisgerichts: “… Zwei neue, gleichhohe Gebäude bilden mit der bestehenden Anhöhe der Kirche St. Nikolaus einen Dorfanger, welcher einen erlebbaren kommerziellen Knotenpunkt schafft. Die Durchlässigkeit stellt ein
übergeordnetes Ordnungsprinzip dar. Die Stellung der beiden Baukörper
folgt der Bebauung entlang des Lechs und setzt konsequent die
städtebauliche Konsistenz der vorhanden raumbildenden Ordnung fort.
Die städtebauliche Anordnung der beiden Baukörper schafft interessante
Blickbeziehungen zwischen den Bereichen am Lechufer und einer klaren
überzeugenden Vorzone im Bereich der Landestraße. Die einzelnen
Funktionsbereiche sind klar ablesbar den Gebäuden zugeordnet. Die im
Kulturgebäude angeordnete zweigeschossige Handelsfläche wird kritisch
beurteilt und seitens der Jury angeregt, dass der Handel jedenfalls nur
im Bereich des Erdgeschosses anzuordnen ist und teilbar sein sollte. Die
Zugangssituationen zu den einzelnen Bereichen sind übersichtlich und
klar zu den Außenbereichen angeordnet, ebenfalls die positive
Verkehrsführung, sowohl für Fußgänger als auch für den motorisierten
Verkehr. Die sehr stringente Haltung, sowohl städtebaulich als auch in
der Formensprache der Fassade wirkt sehr überzeugend. …”

D’ Sidlig Nenzing

Aus dem Jurybericht: “… Die neue Siedlung besteht aus zehn winkelförmigen Gebäuden, welche zu fünf Duplex- einheiten verdichtet wurden. Mäandrierend und diagonal zueinander versetzt lassen die Siedlungsbauten eine große Anzahl an unterschiedlichsten gut mit der Umgebung vernetzten Außenräumen entstehen. Breite rurale Bänder an den Längsseiten verbinden diese Land- schaften mit den umgebenden Gärten der Nachbarschaft. Die Hauptdurchwegung der Siedlung erfolgt mittels einer zentralen Nord- Südachse, von welcher aus die Einzelbauten über die Kommunikationszonen von halboffenen Hofbereichen mit eigenem Hausbaum und angegliederten Gemeinschaftsbereichen erschlossen werden. Im Anschluss an den Hofbereich folgt ein semiprivater Bereich, der bewusst die Aufgabe der reinen Erschließung verlässt. Gut belichtet öffnet er sich nutzungsübergreifend dem Aufenthalt, der Kommunika- tion, dem Austausch und der sozialen Kontrolle. In der letzten Abstufung zwischen öffentlich und privat  folgt der jeweils individuelle Wohnbereich mit modulartig organisierten Einheiten, die eine sehr große Variabilität, Varianz und Wohnungsvielfalt mit teilweise mehrgeschossigen Einheiten bzw. überhohen Wohnbereichen aufweisen. Der Quartiersplatz mit Coffee/Guest- house im südöstlichen Bereich des Grundstückes wird gut ins Struktursystem integriert und an richtiger Stelle in Zusammenhang mit der Anbindung an den Bahnhof situiert. Der Übergang vom Platz zum Siedlungsfreiraum erfolgt großzügig und gekonnt, die Wirkung ist einladend, offen und spannend. Das Projekt besticht durch seine grundsätzlich konsequente und innovative Haltung. Es entwickelt über seine stimmigen ortsbaulichen Themen samt gut proportionierten Freiräumen mit abwechslungsreicher Bepflanzung sowie durch schwellenlose Übergänge zwischen öffentlich und privat einen neuen Siedlungstypus und Siedlungsbegriff, der die bekannten Themen von Siedlungen übernimmt und diese weiterentwickelt ohne sie zu kopieren. Die durchgängige Materialisierung im Wechsel von massiven Bauteilen und Holzelementen sowie die einfache und zurückhaltende Gestaltung ermöglichen neben einer für eine Siedlung wichtigen einheitlichen Sprache ein homogenes Erscheinungsbild und entfalten eine identitätsstiftende Wirkung. Die Art der Baukörperausbildung entwickelt gut proportionierte Fassaden und sympathische Baukörperlängen. Die beiden Freibereiche entlang der Längsseiten sind großzügig gestaltet und inhaltlich überzeugend, sie vernetzen die Grünräume und schaffen eine angenehme und gute Distanz zur bestehenden Nachbar- bebauung. Das freie Baufeld im Nordosten der Siedlung kann in idealer Lage und Ausrichtung durch eine lineare Bebauung mit großen Gartenflächen der Baugruppe ergänzt werden ohne das klare Struktursystem zu stören. Die Tiefgarage wird direkt unter der zentralen Wegachse positioniert und erschließt intelligent auf einfache und logische Weise sämtliche Einheiten. Alle eingetragenen Bepflanzungen sind möglich. Das Projekt verfügt über einen sehr hohen Grünraumanteil mit hohem Potenzial der Einbindung ins größere Landschaftsthema. …”

 

 

Hans Berchtoldstrasse Götzis

Eine sensible Durchmischung macht aus Ortsteilen Nachbarschaften.

Kurze Wege zwischen Wohnen, Arbeiten, Schule, Einkaufen, Sport und Treffpunkten heben die Lebensqualität. Unter effizienter, gleichzeitig maßvoller Nutzung bestehender Flächenreserven für die Wohnnutzung und für durchmischte Strukturen werden Ortsteile und Wohnquartiere weiterentwickelt. Diesem Leitbild des REK´s ”amKumma” folgt der Entwurf für die beiden Wohnhäuser zwischen dem “Hanfland” und der “Hans-Berchtold-Straße”. 

 Stadträumlich formt das neue Duo durch einen leichten Versatz in Nord – Süd Richtung differenzierte Außenräume und folgt in Proportion und Ausdehnung den ortsüblichen Typologien. Das höhere viergeschossige Gebäude weicht vom bestehenden fünfgeschossigen Kolpinghaus im Norden zurück und formt mit dem um ein Geschoß niedrigerem Haus im Westen eine neue Mitte.

Die Adressbildung erfolgt somit von Innen. Die Freiräume des neuen Quartiers entwickeln sich in einem kommunikativen Gegenüber, greifen in die Grünflächen des Kolpinghauses über und sorgen für eine verbindende Durchlässigkeit im Sinne des REK`s. Die Spielflächen umspülen die Häuser, bleiben offen und sind klar von den im Erdgeschoss zugeordneten privaten Gärten getrennt. Die beiden neuen Gebäude entsprechen im Kern dem Typus des Vierspänners mit einer klaren Ausrichtung aller Wohnungen nach Süden.

Die acht Eineinhalbzimmerwohnungen “Kolping” befinden sich im Wesentlichen im 1. Obergeschoss des westlichen Gebäudes und sind fußläufig angenehm an den Speisesaal des Kolpinghauses angebunden. Die anderen Wohnungen verteilen sich gemäß Raumprogramm über die beiden Häuser. Konstruktiv und in seiner Wahrnehmung bildet Holz das zentrale Gestaltungmittel, das ressourcenschonend und kompakt eingesetzt wird.

Neubau VLV Zentrale Bregenz

Bewertung des Preisgerichts: “… Das Projekt beantwortet die Herausforderung der Anbindung an zwei in der Höhe unterschiedliche Gebäude durch einen Baukörper, der den Kontext beider Nachbar Gebäude in die Volumetrie einfließen lässt. Die Höhe des
Hauses 39 ist Ausgangspunkt, verzahnt sich mit der Höhe des Hauses 31 durch Ausbildung einer fuge in Höhe der Traufe. Diese Verschränkung könnte noch klarer für das neu zu errichtende Gebäude ausgelegt werden, sodass nur die fuge und nicht die abtreppen dem Nachbar Kontext entspricht. Der Zugang zum Bürogebäude liegt schlüssig zur zukünftigen Bebauung „Seestadt“ am Vorplatz und nicht mehr an der Bahnhofstraße. Dieser Zugang offeriert zugleich eine großzügige Verbindung zum Innenhof. In der weiteren Bearbeitung sollte der Eingang zum Gebäude gegenüber
der Passage zum Innenhof betont werden. Die Fassade wirkt gelassen unaufgeregt, einer möglichen darin innenwohnenden Monotonie könnte in der weiteren Bearbeitung durch Differenzierungen in der vertikalen Schichtung und Entsprechung der dahinterliegenden speziellen Nutzungen entgegengewirkt werden. Die vertikalen Erschließungen sind an den Rand gedrängt, das schafft dem Bürogebäude die größtmögliche Nutzungsflexibilität. Ein starkes auch im außenauftritt identitätsstiftendes Merkmal sind die kaskadenartig an der Fassade liegenden
Besprechungszonen. Das offene raumkontinuum der zweigeschossigen Bereiche schafft eine räumlich spannende Verbindung zwischen den Büroebenen und leitet zudem Tageslicht in die innen Zonen. Diese subtile Orientierungsmöglichkeit in den geschoßebenen und die Verbindung unter diesen ist ein beiläufiger, aber wichtiger Mehrwert. Eine zusätzliche tatsächliche Verbindung durch filigrane Treppen wäre ein großer Nutzungsmehrwert für die Abteilungen. Das Projekt ermöglicht eine Vielfalt an Nutzungsmöglichkeiten, ein wichtiger Aspekt für zeitgemäße Büro Strukturen. …”

Neubau Halle 5 Messe Dornbirn

Bewertung des Preisgerichts: “… Ganz bewusst thematisiert dieses Projekt die sportlichen Inhalte dieser Messehalle, indem sowohl der West- als auch der Osteingang die beiden Sondersporträume Kraft- und Gymnastikraum signalhaft mit den Eingängen verknüpft und damit den geländeprägenden Messehallencharakter positiv kontrastiert. Auch im Inneren wird die Foyerzone anders behandelt als vielen anderen Projekten. Sie wird direkt und offen zu den Spielflächen angeordnet. Leider ist diese Maßnahme die größte funktionale Schwäche des Projektes, weil der direkte Kontakt der elterlichen Begleiter der jungen Kunstturner einem konzentrierten ungestörten Training widersprechen. Eine Abtrennung ist zwar strukturell vorgesehen, schwächt jedoch das Konzept wesentlich, weil diese fast immer geschlossen sein wird. Im galerieartigen Obergeschoss sind „offene“ Umkleiden vorgesehen, was keinesfalls funktionell möglich ist. Deren Erschließung von der Eingangsebene ist sehr gut gelöst. Die übermäßig hohe Kubatur ist ein wesentlicher Schwachpunkt. …”

Umbau und Erweiterung Bildungscampus Nüziders

Bewertung des Preisgerichts: “… Die baulichen Maßnahmen umfassen den Neubau des Kindergartens an der Stelle des derzeitigen Bestandes in Form eines kompakten,
zweigeschossigen Baukörpers mit allseitig rückspringendem Erdgeschoß sowie eines neuen Schultraktes an Stelle des bestehenden Turnsaaltraktes. Diese an sich überzeugende Disposition ermöglicht es, die eingeschossigen Klassentrakte des Bestandes mit moderaten Eingriffen zu adaptieren. Die Organisation und räumliche Durchbildung der Klassencluster zeugen von hoher Qualität. …”

Umbau/Erweiterung Volksschule und Neubau Dreifach-Sporthalle Kundl

Die gegenwärtige und historische Dorfstruktur von Kundl westlich der Wildschönauer Ache besteht aus einer Vielzahl von gestalterisch unterschiedlichsten gut vernetzten Außenräumen. Die Porosität dieser urban – dörflichen Orte entsteht und gewinnt erst durch diese alles überlagernde Verflechtung. Südlich der Pfarrkirche Maria Himmelfahrt bilden kommunale Gebäude, kleine Wirtschaftsbetriebe und das Schul- und Veranstaltungs- zentrum mit ihren Zwischenräumen einen gehaltvollen, verbindenden Filter, der ein integrativer Bestandteil dieses Gefüges ist.

Das neue Gebäude vereint in sich die Dreifachturnhalle und die neue Volksschule zu einem Solitär, der sich mit der neuen Mittelschule und der Musikschule zu einem Campus weitet und so ein poröses, kommunales Zentrum schafft. Die Durchlässigkeit ist aber nicht nur Absicht einer dörflichen Integration, sie ist auch in hohem Maße ein wesentlicher Teil der Identifikation. So liegen die drei Eingänge der Schulen in guten Sichtbeziehungen an diesem neuen öffentlichen Raum und stehen in starken ortsräumlichen Bezügen untereinander ebenso wie zur prägenden Ansicht der Pfarrkirche Maria Himmelfahrt. Trotz der nutzungsübergreifenden Schichtung bilden sie wiedererkennbare, selbständige Einheiten. Gemeinsam ist ihnen die zentrale Erschließung über diese neue Allmende und die unterirdische Vernetztheit. Es ist ein verkehrsfreies Forum für Kinder das logisch die topografische Kante am Grundstück interpretiert und mit den Freiflächen des tiefer liegenden Kindergartens und dem neuen Spielhof der Volksschule übersichtliche Räume von hoher Aufenthaltsqualität schafft. Diese naturnahen, artifiziellen Landschaften begleiten den östlichen Eingang zur Volksschule ebenso wie den externen Zugang zur Turnhalle an der westlichen Gebäudeecke.

SCHULE DER KURZEN WEGE

Im Zentrum des Erdgeschosses – der vertikalen Mitte der Schule – befinden sich die halböffentlichen Bereiche. Aula, Bibliothek und das Musiktheater reihen sich begleitet von der Administration und den Garderoben in attraktiven Sichtbeziehungen zum Inneren der Dreifachturnhalle, dem Vorplatz und den westlichen Freiflächen aneinander. Die Kernlernbereiche schweben gleichsam über diesen Bereichen und eine horizontale Erlebnislandschaft breitet sich über das gesamte erste Obergeschoss aus. Vom zentralen Inneren Kern fließen die drei Lernreviere, das Kreativ- und Forscherland sowie der kleine Cluster der Wahrnehmung ineinander. Die lichtdurchflutete, räumliche Dichte entsteht durch die nach Nord-Osten gerichteten Sheddächer, die von einem Kranz der Stammklassen umgeben sind. Diese erhöhten Bereiche sind aber nicht nur ein zusätzliches räumliches und erhellendes Erlebnis, sie sind vielmehr auch ein Angebot zur erweiterten vertikalen Nutzung der Räume.

Um den Marktplatz im Revier, der sich im Tagesablauf mehrmals ändert, gruppieren sich mit flexibel gestalteten Wandmöbeln und verschiebbaren semitransparenten Öffnungen die nach außen gerichteten vier Stammklassen, der Lehrerarbeitsraum und die beiden Differenzierungsräume. Das Forscher- und Kreativrevier ist oberster Punk in der vertikalen Schichtung der Ganz- und Alltagsnutzung. Von hier aus verbindet eine interne Treppe auf kurzem Weg – tangiert von Aula, Bibliothek und Musiktheater – die Bereiche des Horts und der Mensa auf dem Niveau der Freiflächen des Kindergartens und des Spielehofs der Volksschule. Begleitet werden diese Räume von der Lehrküche der NMS, die alle samt auf demselben Niveau mit der Musikschule und Veranstaltungssaal der Gemeinde verbunden sind. Die NMS ist über ein halbes Geschoss ebenfalls mit diesem Tummelplatz des unterrichtsfreien Alltagslebens verknüpft. Letztlich bildet diese funktionale Mitte der drei Schulen die kürzeste Verbindung zur neuen Turnhalle.

EINE HALLE FÜR ALLE

Die Dreifachturnhalle ist nicht nur integrativer Bestandteil des neuen Schulcampus. Durch den westlichen großzügigen Eingang mit einem wohl gestalteten Vorfeld ist sie auch kommunikativer und Identität stiftender Ort für Vereine und andere externe Nutzer. Eine Promenadestiege führt auf die Galerie mit Garderobe und Kiosk im ersten Untergeschoss. Ein Geschoss tiefer liegen die Garderoben und die Geräteräume. Die Turnhalle ist über eine Längsseite und die beiden Stirnseiten belichtet. Sonnenschutzlamellen schützen vor Blendung und Interferenzen.

KONSTRUKTION UND MATERIALISIERUNG

Das äußere Erscheinungsbild, der architektonische Ausdruck ist von der Struktur des konstruktiven Holzbaus geprägt. Konstruktiv sind die Bauteile der Halle und des Erdgeschosses in Stahlbeton angedacht. Das erste Obergeschoss wird in Holzleichtbauweise mit hohem Vorfertigungsgrad hergestellt. Die inneren Materialien sind ebenfalls geprägt von der wohnlichen Atmosphäre des Holzes. Nicht die Robustheit, sondern der didaktisch verantwortungsbewusste Umgang mit den Oberflächen, das Wohlfühlen im ”eigenen Heim” stehen im Vordergrund. Das haptische und flexible Innere der vier Reviere zieht sich konsequent auch über alle anderen Bereiche.

EPILOG

Kinder verbringen einen beträchtlichen Teil ihrer Kindheit in der Schule, sie durchleben in der Schule entscheidende Phasen ihrer Entwicklung. Das dort praktizierte Lernen und Schulleben legt den Grundstein für lebenslanges Lernen, für die Freude am sich Bilden und Weiterbilden sowie für eine aktive Teilnahme an der Gesellschaft und dem Verständnis zur Inklusion. Schulen sind daher heute Arbeits- und Lernlandschaften, Orte der Begegnung, Orte zum Verweilen und sollen vor allem Orte sein, an denen Kinder miteinander wachsen und Gemeinsinn entfalten können. In Bewegungs-, Spiel-, und Erfahrungsräumen lassen sich dann Kreativität und Phantasie entfalten.

Wohnbau Am Emsbach II Hohenems                                                                  

Dichte und Atmosphäre entstehen im Jüdischen Viertel in Hohenems zwischen dem Emsbach und der Schweizer Straße durch ein alles überlagerndes, fußläufiges Netzwerk mit knappen Durchlässen. Diese durchgrünte Porosität ist integrativer Bestandteil einer durchwobenen Geschichte des Zusammenlebens. Sie referiert die Biographie dieses Quartiers hin zur eindeutigen Identifikation. Ein illustrativer Ort mit hoher Signifikanz schmiegt sich hier an die Schillerallee, der das Narrativ zahlreicher Villen und ”Häuser” wiedergibt.

Auch die neue Wohnbebauung ”Am Emsbach II” wird hier als Deutung, als ein Weitererzählen verstanden. Die neuen Gebäude reiben sich nicht, folgen aber der achtbaren städtischen Enge der Umgebung sowohl in Proportion als auch im Volumen. Man betritt die neue Mühlgasse im Norden an einem zweigeschossigen Durchhaus und folgt den leicht zu einander versetzten Häusern – gesäumt von Kinderspielflächen, Obstheinen und rhythmischen Öffnungen zum Emsbach – zu einem neuen öffentlichen Raum vor dem Pfarrzentrum. Hier öffnet sich der Emsbach, der Schlossplatz ist nicht weit, eine neue Brücke schlägt über zur Schillerallee und schmale Fußwege kreuzen die Mühlgasse zum Jüdischen Museum und zur Schweitzer Straße.

Während sich das neue Gebäude an der Jakob-Hannibal-Straße in Symmetrie und Ausdruck den Typologien des Straßenzugs angleicht folgen die vier neuen ca. 15 m mal 15 m breiten Viergeschosser der Begehrlichkeit der freistehenden Villen der Umgebung. Die leichte Überhöhung eines Teils des Dachgeschosses gibt diesen Häusern Richtung, Mondänität. Sie gehen mit dieser Intervention ein intimeres Verhältnis mit der unmittelbaren Umgebung ein.

Die innere Typologie dieser vier Gebäude geht von der eines ”Zweispänners” aus. Die Basis bilden dabei zwei Dreizimmerwohnungen, die durch einfachste Umstrukturierung um ein oder zwei ”geborgte” Zimmer erweitert oder eben auch verringert werden können. Späten Anpassungen und einer kundenorientierten inneren Flexibilität kann so nachgekommen werden. Die Einfahrt zur Tiefgarage erfolgt im Haus an der Jakob-Hannibal-Straße. Die 56 Einstellplätze entsprechen dem Anforderungsprofil der Ausschreibung ebenso wie die Anschlüsse an das Engelburgareal und die Häuser A und B. Die Besucherparkplätze befinden sich entsprechend der Ausschreibung außerhalb des Planungsgebietes.

Der architektonische Ausdruck nach Außen sucht die Quellen in den gehaltvollen Strukturen der Nachbarschaft. Die ordnenden, umgreifenden Faszien aus Sichtbeton bilden die Rahmen für die innere Systematik der Holzschiebeläden, die ihrerseits wieder eine Referenz an das vielseitige, prägende architektonische Vokabular der umgebenden Straßenzüge sind.

Neubau Alters- und Pflegezentrum Widnau

”No news are good news”

 Heaven can wait
and hell’s too far to go
somewhere between what you need
and what you know

Charlotte Gainsbourg

Das visuelle Bild des Ortes

Die städtebauliche Referenz zum Neubau des Alters- und Pflegezentrums Widnau wird aus der Typologie der eleganten Residenz hergeleitet, auch um dem architektonischen Ausdruck des Institutionellen ein lesbares Wohngebäude gegenüberzustellen. Die Längsgerichtetheit in Ost – West ist letztlich nicht dem Grundstückszuschnitt geschuldet, sondern entwickelt sich aus dem inneren Anforderungsprofil des Hauses, das einer einfachen, geradlinigen Struktur geschuldet ist. Diese orträumliche Gliederung im bauliche Gefüge nahe dem Zentrum schafft ein attraktives und übersichtliches Vorfeld – den ”Stadtpark” – und bietet rasche, einfache Orientierung und funktionale Zuordnung. Die flache Zonierung der vielfältigen Außenräume vor dem Gebäude folgt mit der Entfernung vom Haus einem unterschiedlichen Grad an Privatheit zur Öffentlichkeit. Zudem soll die Themenbezogenheit der Bereiche Abwechslung und Eingängigkeit fördern. Dieser gebäudenahe, attraktive und sichere Bereich gliedert sich in einen Duftgarten mit einer kleinen, intimen Pergola im Eingangsbereich, gefolgt von einem Wassergarten und zuletzt einem Fruchtgarten. Alle drei Themenbereiche sind durch eine Blumenwiese von der inneren Verkehrserschließung im Süden klar getrennt und thematisch den hausinternen Nutzungen Speisesaal, Tagescafé und Mehrzwecksaal zugeordnet. Übergeordnetes städtebauliches Ziel ist es zu starke hierarchische Differenzierungen zu Gunsten einer ablesbaren Umwelt abzuschaffen.

Wege, Grenzlinien, Bereiche, Brenn- und Ankerpunkte

Die zentrale Mitte bildet über alle vier Geschosse das Herzstück des Hauses. Es ist Anker- und Ausgangspunkt ebenso wie relevanter, ordnender Treffpunkt. Im Erdgeschoss wird dieser Eingangsbereich von einer großzügigen überdachten Fläche, die zu kurzen Aufenthalten im Freien auch bei trüben Wetter einladen soll, hervorgehoben. Dieser klaren Adressbildung am Grundstück steht eine zweite kleinere an der Zehnfeldstraße gegenüber. Hier befindet sich der externe Zugang zum Mehrzwecksaal als auch zur fremdvermieteten Physiotherapie. Unmittelbar im Anschluss des Mehrzwecksaals und mit diesem kombinierbar folgt das Tagescafé und der Speisesaal mit weit vorgelagerter Terrasse zum ”Stadtpark”. Dieses Raum- und Nutzungskontinuum geht wieder in den Mitte des Hauses über. Die Küche und die gesamte Infrastruktur befinden sich an der nördlichen Längsseite dieses Gebäudeteils und werden auch von hier aus beliefert. Dieser lückenlosen Sequenz folgen im östlichen Teil der Mitte die Räume der Verwaltung und der ambulanten Dienste, um dann in der Tages- und Nachtstätte in einem Aufenthaltsbereich mit privatem Garten aufgefangen zu werden. Dieser konstante, lineare, räumliche Fluss gleicht einer ”Mall” in dem Überblick und Ablesbarkeit durch Form, Oberfläche, Dimension und Nutzung gewährt wird. Räumliche Effekte, die zur Entscheidungsambivalenz führen können sollen dadurch reduziert werden. Auch in den drei darüber liegenden Wohngeschossen werden Raumstrukturen verwendet, die kognitiv konditioniert sind.

Mittig gleich ist allen die Etageninfrastruktur, ein Brennpunkt mit Aufenthaltsbereich, großzügiger Loggia und einem Séparée. Nach Osten und Westen strömen die einzelnen Wohnbereiche, die sequenziell von drei Lounges im wechselnden Rhythmus nach Norden und Süden begleitet werden um schließlich in einem Umkehrpunkt mit weitem Blick auf Widnau zu enden. Diese Brennpunkte mit eindeutigen und einzigartigen Blickbeziehungen nach Außen entlang einer geradlinigen Achse sind von unterschiedlichen Wandstrukturen begleitet und werden dadurch Teil der kognitiven Karte, die einen memorierbaren Charakter ermöglicht. Diese strukturelle Abfolge schafft mit der Unterstützung ” Things from the past ” Vertrautheit und physische Sicherheit.

Die insgesamt 18 Appartements je Gebäudeflügel sind in der Mehrzahl nach Süden orientiert. Jene Minderheit an Zimmern die nach Norden gerichtet sind erhalten in der unmittelbar gegenüberliegenden Lounge einen großzügigen Südbalkon. Die Differenziertheit der Zimmer drückt sich nach außen durch die vertikal versetze Spiegelung der Grundrisse aus. Die Ausstattung der Zimmer selbst soll möglichst durch die Bewohner selbst bestimmt werden.

Selbstbestimmung und Selbständigkeit der Bewohner bildet hier die Grundlage für die Aufrechterhaltung der Lebensaktivitäten und die existenziellen Erfahrungen des Lebens. Offenheit, Transparenz, kurze Wege und funktionelle Übersichtlichkeit schaffen zudem Möglichkeitsräume, die Vertrautheit und Entspannung sowie Aktivität und sozialen Kontakt erlauben und die Vielfalt des Zusammenlebens zulassen.

Im Untergeschoß befinden sich die funktional zugeordneten Infrastrukturräume wie die Lingerie, die Personalräume sowie eine große Bewohnerwerkstatt, die alle über großzügige begrünte Patioräume belichtet werden. Die zirka 86 PKW Parkplätze der Tiefgarage werden ausnahmslos an der südlichen Erschließungsstraße angeschlossen. Hier befindet sich auch der zentrumsseitige Aufgang sowie die Kleingarage des Hausmeisters und der Velo Unterstand.

Das äußere Erscheinungsbild – der architektonische Ausdruck – folgt dem eingangs erwähnten distinguierten Vorbild der Residenz, einem ablesbaren Wohngebäude, das sich gehaltvoll und sinnfällig an der Materialität und Kontinuität des Bauens im Rheintals orientiert. Holz wird hier als warmer, haptischer Korrespondent der Tradition zeitgemäß interpretiert, letztlich um auch hier wieder einen kognitiven Ankerpunkt herzustellen.

Sanierung und Erweiterung Volksschule Höchst

Aus dem Jurybericht: “… Die Qualitäten des Bestandsgebäudes der C4-Schule bleiben erhalten und der Grundansatz des Entwurfes baut darauf auf. Die Glasfassade im Hof wird abgebrochen. Direkt vor den bestehenden Klassen werden großzügige und schlüssig zugeordnete Lernlandschaften geschaffen. Die Positionierung und Anordnung der Aula zum Innenhof überzeugt. Der Hof bleibt erhalten und wird in der 2. Phase zu einem schlüssigen Gesamtkonzept ergänzt. Das dabei der Neubau auf Fuge mit eigener Formensprache unter Beibehaltung des Habitus des Bestandes vorgeschlagen wird, wird seitens der Jury als stimmig erachtet. Die neue Schule weist trotz Umbau und Erweiterung gesamthaft die Qualität eines Neubaus auf, ohne den geschichtlichen Ablauf der Bauphasen in der Fassade verleugnen zu müssen. …”

Dorfhus Düns

Bewertung des Preisgerichts: “Das Projekt reagiert auf die komplexen Rahmenbedingungen von Ort und Gebäudeinhalt mit einem schmalen längsorientierten Baukörper. Die längsrechteckige Gebäudeform mit Satteldach entwickelt sich logisch und folgerichtig aus den bestehenden baulichen Themen des Ortes und überzeugt durch seine ortsbauliche Stellung. Die kompakte Organisation der Grundrisse entwickelt einen in Größe und Ausdehnung optimierten Baukörper, der sich gut in den bestehenden Kontext einzufügen vermag und dadurch auch ein Maximum an Freiflächen generiert. Die Lösung der Aufgabe in einem einzigen Baukörper ermöglicht das einwandfreie Funktionieren zwischen den Bereichen von Laden und Café und die Bedienung der beiden Bereiche durch lediglich eine Person (als wesentlicher Faktor für die Möglichkeit die beiden Angebote wirtschaftlich betreiben zu können). Ein weiterer Eingang bedient den südöstlich gelegenen Gastgarten und dient außerhalb der Öffnungszeiten des Ladens als Haupteingang zu Café- und Veranstaltungsbereich. Ein zentraler Kern mit Treppe und Lift erschließt auf einfachste Art sämtliche Funktionsbereiche. Die gemäß Raumprogramm geforderten Wohnungen befinden sich barrierefrei erschlossen im ersten Obergeschoss und orientieren sich Richtung Südwesten. Die Projektanten schlagen zusätzlich zum Raumprogramm ein weiteres Geschoss mit einer Kniestockhöhe von 1,80m und einem großzügigen Dachraum für Wohnnutzungen an. Diese Überhöhe wird als konstruktiver und ortsbaulich gut verträglicher Vorschlag gewürdigt, bedeutet jedoch einen Verstoß gegenüber der nachbarschaftlichen Vereinbarung. Bei einer Korrektur der Gebäudehöhe durch Entfall des Dachgeschosses ist die Erfüllung des Raumprogrammes in Bezug auf Wohnungsanzahl und Wohnungsschlüssel voll und ganz gewährleistet. Als sehr positiv wird der in den Baukörper eingeschnittene überdeckte Vorbereich gewertet, von dem aus logisch und selbstverständlich sämtliche Eingänge erschlossen werden. Die Vordachzone kann auch als Wartebereich der Bushaltestelle dienen, die Nähe zu den Eingangsbereichen entwickelt die Möglichkeit von Begegnungen und Kommunikation. Die Materialisierung mit einfachen und natürlichen Baustoffen entspricht den Intentionen der Ausloberin und ermöglicht ein gutes und selbstverständliches Einpassen in die gebaute Umgebung sowie im Inneren eine gute und stimmige Atmosphäre. Die Fassadensprache entspricht gut der gestellten Aufgabe, deren Gestaltung durch eine
einheitliche filterartige Schicht aus Holzprofilen wirkt noch etwas zu wenig kompakt in Relation zur Grundaussage des Baukörpers. Leichte Mängel bestehen auch im Logistikbereich von Anlieferung, Lagersituation und Ladenbüro. “

Wohnbebauung Lourdes 3 Serfaus

Am Eingang von Serfaus liegt knapp unterhalb der bestehenden Siedlung Lourdes ein kleines aufgeschüttetes, flaches Geländeplateau mit eindrücklichem Blick auf die Ötztaler Alpen. An dessen Rand fällt die Hangkante nach Osten tief ins Oberinntal hinab, nach Süden verbindet tiefer liegend der Matinesweg, der im Winter zur Loipe wird, das Zentrum mit dem Saum des Dorfes. Noch rascher erreicht man in fußläufiger Nähe den umtriebigen und auch von Verkehr belasteten Brennpunkt von Serfaus im Untergrund. Serfaus, die einzige österreichische und damit zweite Gemeinde – nach Wien – kann sich stolz Besitzerin einer U-Bahn nennen und darüber hinaus zugleich über die höchstgelegene Luftkissenbahn der Welt freuen.

Dieser modern urbane Charakter verbindet sich übergangslos mit der Sehnsucht nach einer längst vergangenen dörflichen Idylle. Ehemalige Antagonisten verbinden sich heute im Dialog zu einem utilitaristischen Ganzen. Diese Geradlinigkeit und Offenheit reflektiert auch die Struktur und das äußere Erscheinungsbild der neuen Bebauung Lourdes 3 wieder.

Zentrales Thema bildet dabei die Bildung eines Quartiers von hoher Unverwechselbarkeit, einer Siedlung mit einer Mitte der Integration. Diese Ordnung dient aber nicht nur der einfachen Wiedererkennbarkeit, sie ist vielmehr verbindendes Gestaltungsmittel für verschiedene Lebensentwürfe, sie soll Segregation mindern und das Gemeinsame fördern.

Zwei Gebäude folgen im rechten Winkel den Hangkanten im Osten und Westen um sich an deren Eckpunkt in zwei Punkte aufzulösen. Diese flache Zweigeschossigkeit spannt mit einem gegenüberliegenden dreigeschossigen Solitär eine verkehrsfreie Allgemeinfläche auf. Das Quartier erhält durch diese städtebauliche Intervention einen Anger, ein Art Gemeinbesitz, der am Rande des Dorfes ein kleines Zentrum bildet, das sich durch seine Porosität den nahen, umgebenden Landschaften öffnet.

Im westlichen Bauteil befinden sich 19 Wohnungen, im Süden 6 Reihenhäuser und im Osten wird die Topographie so genutzt, dass sich Hangseitig über drei Geschosse 21 Wohnungen dem Oberinntal öffnen. Die Wohnungen sind in ihrer inneren Orientiertheit wie auch in ihrer Ausrichtung vielfältig und verfügen alle über großzügige Terrassen. Der motorisierte Verkehr wird entlang der  Aufschließungsstrasse an der westlichen Zufahrt konzentriert (73 Pkw Tiefgaragen- und 20 oberirdische Pkw Parkplätze), der Rest der Flächen ist dem Fußgeher und dem Fahrradfahrer vorbehalten. Das äußere Erscheinungsbild ist rural städtisch. Die monolithische Tektonik der grobputz Lisenen in erster Ebene folgen mehrere Schichten des feinhaptischen Holzes. In einem ordnenden harten ”grid” werden – ähnlich einem Setzkasten – entsprechend der tatsächlichen Nutzung die Füllungen in Holzbauweise eingefügt.

Bezirksseniorenheim Freistadt

Durch die städtebauliche Anordnung am Grundstück kann der Geländesprung am Hanggrundstück gekonnt aufgenommen werden. Der Längsbaukörper ist in den Hang gerückt, ein ebener Vorplatz mit einem vorgelagerten kleinen Parkplatz unmittelbar am Haupteingang, direkt an der Kaspar Schwarz Straße bildet das Entree. Ein größerer Parkplatz für die Mitarbeiter wird an der Bockaustrasse vorgeschlagen. Eine lichtdurchflutete Eingangshalle mit den Allgemeinräumen, Saal und Kapelle geht großzugig in den vorgelagerten, zum Teil überdeckten Freibereich über.Das Tageszentrum bildet eine eigene Einheit und wird über einen zusätzlichen Eingang erschlossen und bildet den westlichen Abschluss des straßenbegleiteten Baukörpers.Über ein offenes Stiegenhaus gelangt man in die Wohngeschosse, die über einen großzügigen hoforientierten Erschliessungsbereich verbunden sind. Die Wohnbereiche sind zweigeteilt und ermöglichen so eine Orientierung nach zwei Richtungen. Terrassen und Loggien werden in den Zimmertrakten als zusätzliche Aufenthaltsbereiche im Freien angeboten. Das Projekt ist in seiner Setzung, klaren Struktur und zu erwartenden Atmosphäre überzeugend und lobend zu erwähnen. Aufgrund der großzügigen Allgemeinbereiche und der breiten Wohnraumachsen wird eine ökonomische Umsetzung angezweifelt. Die vorgeschlagene Fassade ist ebenfalls positiv zu erwähnen.

Kinder- und Bildungscampus Bludesch

“Wie kann es sein, dass ich, der ich bin,
bevor ich wurde, nicht war,
und dass einmal ich, der ich bin,
nicht mehr der ich bin, sein werde?”

Ortsräumlich bildet der Campus im städtebaulichen Umfeld wie auch im dorfräumlichen Ambiente einen baulichen Archipel. Gekennzeichnet ist diese lose Kette aus Bildungs- und Freizeiteinrichtungen von Durchlässigkeit, Übersichtlichkeit und letztlich Weitläufigkeit. Diesen Grundprinzipien folgt auch der Kinder- und Bildungscampus Bludesch. Der neue zentrale Campusring ist hier ein Rundweg der alle Gebäude und Freiflächen tangiert und miteinander verbindet.

Zweimal öffnet sich die Schulgasse zu den ”Kiss and Ride” Vorplätzen – Orte um Schüler und Kinder geschützt zu verabschieden oder wieder abzuholen. Dabei wird der Haupteingang der Schule in den jetzigen Pausenhof verlegt. Weiter östlich befindet sich der zweite dieser zwischenöffentlichen Räume mit dem Zugang zum Kindergarten und der Kinderbetreuung ebenso wie zum externen Zugang zur Bibliothek, die gut integriert im heute ungenutzten Innenhof der Schulanlage Platz findet.

Entlang der nördlichen Freiflächen der Schule verbindet ein kurzer Weg ebenerdig den Klassentrakt mit dem Bestandsgebäude des Kindergartens. Während das Obergeschoss mit den Wohnungen in seinen Funktionen unberührt bleibt erfährt das Erdgeschoss eine Neuorganisation. Dabei werden zwei Gruppenräume – räumlich nahe zur Schule – der Schülerbetreuung zugeordnet und einer der Mutter-Kind Beratung mit direktem Bezug zum neuen Haus der Kinder.

An dieser durchlässigen östlichen Schnittstelle des Bestandsgebäudes befindet sich mit guter Sichtbeziehung zu den Freiflächen und dem Zugang von der Schulgasse der Eingang zum neuen Haus der Kinder.

Über die Zentralgarderobe mit eigenem Ausgang ins Freie erreichen die Kinder das Herz des Hauses – den Dorfplatz – eine übersichtliche, kommunikative Mitte um die die sich über zwei Geschosse sieben Gruppenräume förmlich nach oben schrauben. Jedem Gruppenraum ist ein Ausweich-, Schlaf-, Spiel- oder eben mehrfach nutzbarer Raum zugeordnet. Es ist die Idee der Ambiguität der Räume überhaupt – die Räume sollen entsprechend den Erfahrungen und Vorlieben der Pädagoginnen und Kinder genutzt und ”erobert”, eine vermeintlich eindeutige altersbezogene Zuordnung soll vermieden werden.

Die räumliche Vernetzheit bleibt aber nicht zweidimensional. Jeder Gruppenraum im Erdgeschoss besitzt einen zweigeschossigen Luftraum. Dieser verbindet sich nicht nur sichtbar zum darüber liegenden Gruppenraum oder zur zentralen Halle, er generiert auch räumliche Erfahrungen und schafft Möglichkeiten sich die dritte Dimension – sei es auch durch ein Spielhaus oder ähnlichem – anzueignen. Die aufgehenden, schützenden Dächer in den Ecken der oberen Gruppenräume folgen den selben Zielen und bieten ein weiteres differenziertes räumliches Erlebnis an.

Vom Dorfplatz aus erreicht man auch unmittelbar den Bewegungsraum im Untergeschoss, der mit den Nutzungen im Bestandsgebäude (Musikprobe, Sitzungs- und Kursraum) verbunden ist. All diese Räume lassen sich auch über das bestehende Stiegenhaus im Bestandsgebäude erschließen.

Während das vorhandene Kindergartengebäude umgenutzt und energetisch saniert wird entsteht mit dem neuen Haus der Kinder nicht nur ein zeitgemäßes Gebäude, das den Anforderungen des Kommunalgebäudeausweises entspricht, sondern vor allem auch in pädagogischer Sicht dem Ziel der altersübergreifenden Inklusion verpflichtet ist. Räumliche Vielfalt, räumliche Porosität als auch die Materialisierung bevorzugt in Weißtanne sollen eine wohnliche und alltagstaugliche Umgebung schaffen, die mit den anderen Nutzungen des Campus ein Fluidum bilden.

Aus dem Jurybericht:

“…das Projekt weist eine der Umgebung adäquate und ortsbaulich gut gewählte Körnung auf. Die abgerückte Anordnung der einzelnen Baukörper führt zu einer klaren Adressbildung jeder einzelnen Nutzung. Die damit verbundene offene Durchwegung des Campus wird architektonisch als Aufwertung gesehen, jedoch nutzerseitig speziell während den Schließzeiten als kritisch betrachtet. Durch die Verlegung der Schülerbetreuung und Elternberatung in die Räumlichkeiten des bestehenden Kindergartens kann die Kleinkindbetreuung und der Kindergarten in einem Neubau zu einer funktionalen „Mitte“ zusammengefasst werden. Somit wird die programmatisch gewünschte Nähe der Funktionen erzielt. Die windradartige Grundrissgestaltung stellt Beziehungen zwischen den einzelnen Gruppenräumen her und schafft über den zentralen Luftraum eine geschoßübergreifende Verbindung ins EG. Die Tageslichtführung wird im Obergeschoss als sehr spannend empfunden. Sie bietet je nach Tageszeit unterschiedliche Lichtsituationen. Insgesamt handelt es sich um ein sorgfältig ausgearbeitetes Projekt mit Schwächen in der Organisation der geforderten Funktionsabläufe…“

Aus dem Jurybericht: “… Das zweigeschossige Gebäude bildet durch seine Positionierung einen Abschuss der bestehenden Bebauung. Durch die Anordnung von Höfen und Terrassen werden Sichtbeziehungen zwischen Klassen und Lernlandschaften im Obergeschoss geschaffen. Die Zentrale Treppenanlage wird als erweiterte übergeordnete Begegnungszone verstanden. …”

Erweiterung Altenzentrum Rheinauen Diepoldsau

…. an Demenz erkrankte Menschen seien wie kleine Kinder, kaum ein Text der auf diese Metha- pher verzichtet und das ist ärgerlich. Der erwachsene Mensch kann sich unmöglich zu einem Kind zurück entwickeln, da es zum Wesen des Kindes gehört, dass es sich nach vorne entwickelt. Der Umgang mit Kindern schärft den Blick für Fortschritte, der Umgang mit Demenzkranken den Blick für Verlust. Die Wahrheit ist, das Alter gibt nichts zurück.“

(Zitat: „Der alte König in seinem Exil“, Arno Gei-ger, Hanser Verlag)

Neubau Wohnbebauung Amraser Straße 26-28

Aus dem Jurybericht: “… Der winkelförmige Baukörper lässt einerseits den Stadtraum nah an das Gebäude heran, andererseits wirkt dadurch die Erscheinung zum Straßenraum hin verschwommen. Die innere Struktur ist klar aufgeteilt und wird positiv vermerkt. Der Gemeinschaftsbereich für das Betreute Wohnen muss allerdings räumlich von der Vertikalerschließung abgetrennt werden. …”

Neubau LAK Pflegeheim „Haus St. Peter und Paul“ in Mauren, FL

Aus dem Jurybericht: “… Der Entwurf orientiert sich an der Struktur des umliegenden Wohnquartiers und überträgt diese in eine grössere Dimension. Der Vorplatz im Norden, zwei zueinander versetzte Baukörper und die südlich gelegene Gartenanlage ergänzen das vorhandene Gefüge logisch und präzise. Sie bilden attraktive, gut nutzbare Aussenräume, sowohl für Bewohner als auch für Besucher. Durch sinnvolle Positionierung des Gebäudes im Grundstück verbleibt ausreichend Spielraum für die Errichtung der geforderten Alterswohnungen.

Das nach Südosten abfallende Gelände ermöglicht Teile des Kellergeschosses zu belichten und für   Personalräume   und   Waschküche   zu   nutzen.   Durch   die   Gebäudeanordnung   und sorgfältiges Eingehen auf die Topografie entsteht ein Ensemble, das sich als maßstäbliche, sinnvolle Ergänzung in die vorhandene Ortsstruktur einfügt.

Das Projekt weist eine klare funktionale Zuordnung der äusseren Erschliessungen auf: Nordwestlich, entlang der Gänsenbach Strasse sind Zulieferung und Zufahrt zur Parkgarage gebündelt. Der entlang des Jugendwegs situierte Vorplatz bedient im Wesentlichen den ankommenden Besucher und bildet insgesamt eine einladende Ankunftssituation mit Bezug zum Dorfzentrum. Die großzügige Fläche wird klar zoniert in einen Parkierungsbereich sowie in einen verkehrsfreien Bereich als Entrée mit Aufenthaltsqualität.

Auch  innenräumlich  erfährt  diese  Grosszügigkeit  ihre  Fortsetzung:      Cafeteria, Mehrzweckraum mit vorgelagerter Terrasse und Garten schaffen Durchblicke und Bezüge einladend und die Orientierung erleichternd. So klar wie Aussenräume und Innenräume definiert und organisiert sind, so klar ist die architektonische Sprache: Zwei  höhenversetzte Kuben, eine Komposition aus eisenoxidveredeltem Beton und eingefügten Holzelementen werden durch ein gläsernes Stiegenhaus als Gelenk verbunden. Dieses zusätzliche Element wird hierbei kritisch gesehen, da es die beiden kraftvoll materialisierten Gebäudeteile nicht zu einer Einheit zusammenzubinden vermag. Klarheit über die Ausformulierung wäre hier vonnöten, sodass, sowohl die Gesamtform, als auch die äussere, sowie die innere Gestaltung an Präzision gewinnt.

Das Stiegenhaus befindet sich zwischen dem dreigeschossigen nordwestlichem und dem zweigeschossigem südöstlichem Trakt und erschliesst die einzelnen Pflegeabteilungen und den Allgemeinbereich. Die Stationen selbst sind grosszügig und übersichtlich organisiert, die Positionierung  der  Stützpunkte  im  Bereich  der  Stationszugänge  wird  positiv  gesehen, allerdings sollten auch die Essbereiche unmittelbar einsehbar sein. Der klar angelegte Rundgang sowie der Patio zur Belichtung erleichtern die Orientierbarkeit der Wohnenden. Die unterschiedlichen Aufenthaltsbereiche schaffen räumliche Qualität und Abwechslung, der Essbereich   sollte   jedoch   geschützter,   als   intimer   Wohnbereich   angelegt   werden. Die Anordnung der Zimmer entlang des gesamten Rundgangs ist gut gelöst. Insgesamt stellt das Projekt einen wertvollen Beitrag zur gestellten Aufgabe dar. Die präzise Auseinandersetzung mit der örtlichen Situation zeigt deutliche Qualitäten auf.

Neubau ÖRK/ÖBRD Hohenems

Die heutige Palliativstation am LKH Hohenems – das ehemalige Kaiserin Elisabeth Spital –  und das Neudörfer-Haus sind im kollektiven Gedächtnis der Stadt Hohenems tief verwurzelt und prägen den sozialhistorischen Kontext der Stadtentwicklung.

Das Neudörfer-Haus stammt aus dem 19. Jhdt. und war bis 1908 als Gasthaus Habsburg geführt. Nach der Eröffnung des Hohenemser Krankenhauses diente es als Wohnhaus für Primarärzte. Den heutigen Namen erhielt das Haus nach Dr. Arthur Neudörfer (1877-1952), dem ersten und langjährigen Primararzt des Krankenhauses. Der Ruf dieses Ehrenbürgers der Stadt Hohenems, sein soziales Engagement und sein ärztliches Können trugen auch wesentlich zur Bedeutung des Krankenhauses Hohenems bei.

Beim Neubau des Rotes Kreuz/ÖBRD – Gebäudes wird auf diese geschichtliche Entwicklung entlang der Kaiser-Elisabeth-Straße Rücksicht genommen. Das neue Haus der Rettungsdienste mit seinen Garagen tritt bewusst in die zweite Reihe und bildet mit dem sanierten Neudörfer-Haus einen Platz, ein Aufweitung, die stadtbaulich den durchlässigen Sequenzen entlang der Kaiser-Elisabeth-Straße folgt. Während sich der gestalterische Ausdruck des Neubaus an der inneren organisatorischen Strenge einer funktionierenden Hilfsorganisation orientiert, erhält das Neudörfer-Haus eine erneuerte semantische Aufladung.

Durch das Freilegen des Dachstuhls im Inneren entsteht ein nahezu zweigeschossiger Lehr- und Mehrzweckraum, der Dr. Neudörfer Saal. Im Geschoss darunter im Erdgeschoss sammelt sich die Bergrettung im Mannschaftsraum. Eine zarte gläserne Eingangshalle zwischen den Gebäuden führt die aktiven, dem Einsatz dienenden Räume mit jenen der Fortbildung und dem Gemeinsinn zusammen. Der Journalraum mit Blick auf den Vorplatz liegt zentral zur Garage und den Garderoben, ebenso die Büros im ersten Obergeschoss. Die Bereitschafts- und Schlafräume öffnen sich mit einer vorgelagerten Terrasse  nach Süden in den ruhigen, durchgrünten Park des Krankenhauses.

Die Tiefgarageneinfahrt befindet sich westlich des Parks und wird über den Parkplatz des Betriebsgebäudes des Krankenhauses erschlossen. Dadurch wird zur jeder Zeit ein völlig störungsfreier Ablauf der Einsätze des Rotes Kreuz und des ÖBRD garantiert.

Die bandartige, funktionalen Strenge des Sichtbetons und die zurückversetzte, disziplinierte Ordnung der Holzverkleidungen im Neubau steht die Wohnlichkeit des renovierten Neudörfer-Haus – auch inhaltlich – gegenüber.

Erweiterung Volksschule Herrenried Hohenems

Die Schulen ”Herrenried” bilden mit drei strukturell ähnlichen, mehrgeschossigen Gebäudetypen und dem Turnhallengebäude einen großzügigen, durchgrünten gut gefassten Campus. Diesen Solitären sind raumbildende eingeschossige Gebäudeteile zugeordnet.

Die Erweiterung der Volkschule ”Herrenried” folgt dieser Typologie, setzt sie fort. Die räumlich hohe Qualität des dreigeschossigen Bestandes bleibt dabei unberührt und wird durch ein eingeschossiges Gebäude mit Gartenhof erweitert. Innerer Charakter und äußere Lesbarkeit bleiben erhalten und durch einen ebenerdigen, fließenden Rundgang durch neue Räume erweitert.

Kinder verbringen einen beträchtlichen Teil ihrer Kindheit in der Schule, sie durchleben in der Schule entscheidende Phasen ihrer Entwicklung. Das dort praktizierte Lernen und Schulleben legt den Grundstein für lebenslanges Lernen, für die Freude am sich Bilden und Weiterbilden und für eine aktive Teilnahme an der Gesellschaft. Schulen sind daher heute Arbeits- und Lernlandschaften, Orte der Begegnung, Orte zum Verweilen und sollen vor allem Orte sein, an denen Kinder miteinander wachsen und Gemeinsinn entfalten können. In Bewegungs-, Spiel-, und Erfahrungsräumen lassen sich dann Kreativität und Phantasie entfalten.

An der Schnittstelle zwischen Neu und Alt, am Vorplatz zwischen bestehendem Verwaltungstrakt und bestehenden Turnhalle liegt zentral der neue Eingang und die Aula. Nach dem Prinzip einer losen Teilmenge bilden sich im gesamten Gebäude vier Cluster mit jeweils drei ”Stammklassen” ab. Der Hälfte dieser Klassen sind Gruppenräume direkt, der anderen mittelbar zugeordnet. Jedem Cluster sind ”Sonderräume”, wie Musik, Bibliothek oder Werken zugeordnet. Diese Räume besitzen hohen Aufforderungscharakter. Sie sollen die Schüler ermuntern das Gebäude zu durchwegen, zu benutzen und den Nachbarcluster zu besuchen.

Während in den drei Etagen des Bestandes das Netzwerk der Erschießung mit seinen Nischen eine Lernlandschaft formt, säumen sich im Neubau die Aufenthalts- und Arbeitswelten um den Hof des Schulgartens. Einerseits bilden die Duft- und Fruchtbeete des großzügigen Innenhofes Spiel-, Lehrbereiche anderseits sind es Bewegungsflächen für die Tagesbetreuung. Auch die Aula lässt sich um diese Patio erweitern. Im Bereich der bestehenden Turnhalle und der Umkleiden liegt, als Teil des flexiblen Gesamtkonzepts des Zubaus, der Gymnastikraum.

Der Klassentrakt aus den sechziger Jahren wird behutsam saniert, energetisch und ökologisch aufgewertet ohne dabei dessen räumliches Vorzüge aufzugeben. Mit dem bestehenden Gebäude und dem Zubau entsteht ein zeitgemäßer Schulbau mit offenen, flexibel bespielbaren Strukturen. Anpassungsfähigkeit und Übersichtlichkeit bilden hier die Grundlage für zukunftsweisende, sich ständig ändernde Lehrmethoden.

Die Errichtung des Zubaus erfolgt in Leichtbauweise. Der Innenausbau ist geprägt vom Spiel der vielseitigen Einsatzes von Holz, angepasst an Beanspruchung und Nutzung. Im Bestand wird Holz vorzugsweise zur akustischen Verbesserung gestalterisch eingesetzt. Das intensive genutzte Gründach des Neubaus verschmilzt als ökologisch rauer Filter mit den umgebenden Landschaften.

Aus dem Jurybericht:

Zwei kubische Baukörper fassen in selbstverständlicher Weise in Ergänzung mit der bestehenden Bebauung den neuen Dorfplatz und vervollständigen diesen zu einem Gesamtensemble. Im südlichen Baukörper befinden sich in schöner Abfolge ein zweigeschossiger Aussenbereich, das Foyer mit den notwendigen Vertikalerschliessungen ins UG und der Saal. Im Untergeschoss sind die Saalnebenräume und die Räume des Musikvereins untergebracht. Im östlichen Baukörper ist der Kindergarten situiert. Die gewachsenen Durchwegungen bleiben erhalten.Die funktionalen Zuordnungen überzeugen durchgehend und erfüllen die Vorstellungen der Nutzer in hohem Masse.Die beiden Baukörper sind präzise gesetzt und harmonieren im Massstab mit der umliegenden Bebauung. Die Grösse der Gebäude wird durch die filterhafte Ausbildung der Wand- und Deckenzonen insbesondere im Eingangsbereich zum Saal optisch reduziert und erzeugt atmosphärische Qualitäten.Die Grundrisse sind in allen Geschossen überzeugend in ihrer Klarheit und Orientierbarkeit. Daraus ergeben sich differenzierte Sichtbezüge, Durchblicke und lichtdurchflutete Innenräume.Die unterirdische Erschliessungsachse erfüllt auf einfache Weise die Erschliessung aller Raumbereiche.”

Wohn- und Geschäftshaus Zentrum Tosters

Aus dem Juryprotokoll: “… Der Entwurf besticht durch eine konsequente städtebauliche Haltung und eine wohltuende Einfachheit der Baukörper. Mit der geometrischen Grundhaltung werden gekonnt Bezüge zur umgebenden Bebauung hergestellt und das Projekt gesamthaft optimal verortet. Durch die Ausdehnung und Gliederung der Gesamtanlage entstehen abwechslungsreiche, sehr gut nutzbare Außenräume sowie ein angemessener
Übergang zum verkehrsberuhigten Bereich des Dorfzentrums. Die Geschäfte und der Markt sind logisch positioniert und werden durch eine eindeutige Erschließungs- und Nebenraumzone ergänzt. Die gut orientierten Wohnungen werden über vier Treppenhäuser erschlossen, welche die Gesamtanlage in
überschaubare Einheiten gliedern. Die klare Gestaltung der Fassaden sowie deren Materialität sind überzeugend und vervollständigen den Eindruck eines gelungenen Entwurfs. …”

 

”Eine Villa im Grünen mit großer Terrasse,
vorn die Ostsee, hinten die Friedrichstraße;
mit schöner Aussicht, ländlich-mondän,
vom Badezimmer ist die Zugspitze zu sehn –
aber abends zum Kino hast dus nicht weit.

Das Ganze schlicht, voller Bescheidenheit:

Neun Zimmer – nein, doch lieber zehn!
Ein Dachgarten, wo die Eichen drauf stehn,
Radio, Zentralheizung, Vakuum,
eine Dienerschaft, gut gezogen und stumm,
eine süße Frau voller Rasse und Verve –
(und eine fürs Wochenend, zur Reserve) –
eine Bibliothek und drumherum
Einsamkeit und Hummelgesumm………..
.”

Kurt Tucholsky 1927

 

Zwei L-förmige Baukörper verschränken sich im Dialog zu einem durchlässigen monolithischen Semiatriumgebäude, das sich einmal nach Südwesten und das andere mal nach Nordosten auf verschiedenen Ebenen öffnet. In seiner länglichen Ausdehnung und Porosität auf verschiedenen Niveaus schafft diese figurale Ausformung ein urbanes Flair mit unterschiedlichsten Aufenthaltsqualitäten. Es entsteht ein vielfältiges Angebot an Wohnungen und Außenräumen, die Unverwechselbarkeit und Identifikation schaffen. Urbane Zentralität für den ganztags beschäftigten Citoyen geht hier mit dem ruhigen, naturverbundenen Stadtrandbewohner eine moderne Symbiose ein.

Entlang der Egelseestrasse weicht die neue Bebauung leicht von der vorderen Bebauungslinie zurück und bildet mit der gegenüberliegenden Pfarrkirche Hll. Cornelius und Cyprian und dem bestehenden Geschäftszentrum die neue Begegnungszone Zentrum Tosters. Entlang dieses nach Süden offenen Platzraumes öffnen sich drei Geschäfte, eine Bäckerei und der Eingang zur Markthalle.

Die inneren beiden großzügigen Gartenhöfe befinden sich auf unterschiedlichen Niveaus. Der obere Gartenhof ruht auf dem Dach der Markthalle. Diese ”Stadtterrasse” ist über eine mondäne Treppe mit dem unteren Gartenhof verbunden. Beide werden von Flanierdecks begleitet, beherbergen Privatgärten ebenso wie ”urban gardening” Projekte. Diese halböffentliche Durchwegung ist auch Teil des Kinderspielflächenkonzepts, das sich auf mehrere Orte am Grundstück verteilt. Das bewusste Abrücken zur westlichen Hangkante schafft Distanz zum nahen Wald und öffnet den ländlichen Freiraum.

Im östlichen Bauteil zum Zentrum hin befinden sich 24 im westlichen zu den Freiflächen hin 39 Wohnungen. Die Wohnungen sind in ihrer inneren Orientiertheit vielfältig wie in ihrer Ausrichtung und verfügen alle über großzügige Terrassen. Ein Großteil der Bäder ist natürlich belichtet und belüftet. Je Geschoß lassen sich jeweils mehrfach zwei Zweizimmerwohnungen problemlos in eine Vierzimmerwohnung umwandeln. Der motorisierte Verkehr sowie die Versorgung der Markthalle werden entlang der östlichen Zufahrt konzentriert, der Rest der Flächen ist dem Fußgeher und dem Fahrradfahrer vorbehalten.

Das äußere Erscheinungsbild ist rural städtisch. Der monolithische Tektonik des Sichtbeton in erster Ebene folgen mehrere Schichten des feinhaptischen Holzes, besonders in den Wohngeschossen.

 

Neubau Musikschule und Bibliothek Wolfurt

Beurteilung durch das Preisgericht: “… Die städtebauliche Setzung ist präzise und liegt exakt in der Absicht des Masterplanes. Die Proportionen des Volumens und die Transparenz des Erdgeschosses verleihen dem Gebäude Leichtigkeit und Eleganz. Nicht zu überzeugen vermögen Materialisierung und Gliederung der Fassaden in den Obergeschossen.
Eher schematisch bzw. schwierig zu interpretieren ist die Darstellung der Umgebung. Überzeugend ist die räumliche Konfiguration der Funktionen im Innenbereich, besonders im Bereich der Musikschule. Auf Ablehnung bei den Nutzern stößt die als unpraktisch empfundene zweigeschossige Lösung für die Bibliothek.
Generell zu knapp bemessen ist die Vertikalerschließung, auch die Tragstruktur bleibt in vielen Bereichen vage. Insgesamt handelt es sich bei dem Entwurf um einen städtebaulich gut gesetzten und innenarchitektonisch überzeugenden Beitrag, leider mit dem im vorliegenden Entwurfskonzept nicht zu korrigierenden Mangel der Zweigeschossigkeit der Bibliothek. …”

Der Entwurf zum Neubau der Musikschule und der Bibliothek folgt im Wesentlichen den mittelfristigen städtebaulichen Zielen des Masterplans Strohdorf. Der viergeschossige Neubau wird absichtsvoll an die nordwestliche Bebauungsgrenze gesetzt. Er definiert die erlebbare Quartiersmitte im Strohdorf und schafft ein wahrnehmbares Gelenk zum angrenzenden Sternenplatz. Der eckbetonte und straßennahe Solitär bildet den Auftakt zum Campus Strohdorf, er unterstützt die Porigkeit zu den angrenzenden öffentlichen Räumen und tritt in den landschaftlichen Dialog mit der Spange zur Kirchstraße.

Am nordwestlichen Eck vis-à-vis des Hauptplatzes Strohdorf liegt der Haupteingang. Vom zentralem Foyer aus, das den Blick Richtung Unterlinden freigibt und das Treiben entlang der Schulstraße einfängt, erreicht man zentral die Bibliothek. Sie spannt sich sichelförmig um einen mit dem Untergeschoß verbundenen, offenen Raum. Um dieses zweigeschossige Lesecafe gruppieren sich im Erdgeschoss der Empfang, der Internet- und Hörbuchbereich sowie Richtung Süden die Spielothek. Darunter ordnen sich mehrere Nischen um diesen Veranstaltungsbereich. Ebenerdig ist die Bibliothek im Osten um eine große Leseterrasse erweitert, die in den Themenpark der gegenüberliegenden Kindervilla übergeht.

Vom ersten bis ins dritte Obergeschoss, abgeschottet zur Bibliothek, schichten sich die Räume der Musikschule um einen inneren ”Resonanzkörper”. Dabei bilden die versetzten Wartebereiche um den zentralen, nach oben drängenden Luftraum wirksame räumliche Beziehungen und enden im obersten Geschoss im ”Rheintalfoyer” vor dem Tanzsaal und dem Multifunktionsraum. Der Schlagzeugraum befindet sich im Untergeschoss.

Die Skeletbauweise des Gebäudes mit aussteifendem Stiegenhauskern und integrierten Stahlstützen entlang der Fassade sichern eine hohe innere Flexibilität. Die vorgefertigten Leichtbauelemente der Fassade garantieren eine kurze Bauzeit. Das äußere Erscheinungsbild wird von den ordnenden schmalen Betonfertigteilen und den dazwischen liegenden Holzmehrschichtplatten geprägt. Der Innenausbau zeigt den vielseitigen Einsatz von Holz, angepasst an Beanspruchung und Nutzung.

Um- und Zubau Abt Pfanner Haus Langen bei Bregenz

ZUR LAGE

Im Zentrum von Langen schichten sich die Geländeerhebungen am Fuße des Pfänderstocks zu einem ansehnlichen Plateau zusammen. Am östlichen Ende fällt diese Verflachung an einer Kuppe steil ab und bildet einen landschaftsräumlichen Abschluss. Auf dieser Anhöhe ruht gut eingebettet in das kommunale Gefüge der Gemeinde Langen das Pflegeheim ”Abt Pfanner Haus”. Das neue Haus folgt den nahezu ebenen Höhenlinien an dieser markanten Geländekante und geht mit dem Bestandsgebäude – besonders mit der Kapelle –  eine respektvolle und integrative Symbiose ein. Die bestehende Hauskapelle mit dem weit sichtbaren Türmchen sowie die Kirche St. Sebastian sind Teil des kollektiven Gedächtnisses der Langener Bevölkerung. Die Kirche St. Sebastian liegt in südwestlicher, greifbarer Nähe des neuen Gebäudes, das sich raumbildend mit der Volkschule und dem Pfarramt nach dieser richtet und einen Anger bildet. Durch die Situierung des Gebäudes am Grundstück und dessen Ausrichtung werden ausgeprägte ortsräumliche Bezüge geschaffen. Diese neu geschaffene Allmende ist aber auch Teil einer fußläufigen Sequenz von Öffentlichkeit im Zentrum von Langen, die den Dorfplatz mit den Freiflächen der Kirche, dem Friedhof und der Volksschule verbindet.

Eine große zurückgesetzte Öffnung im Erdgeschoss mit vorgelagerten Sitzbänken  und integrierten Duft- und Fruchtgärten im Eingangsbereich und ein durchgrüntes Atrium im Zentrum des Gebäudes, das im Erdgeschoss die Blicke auf die fernen Landschaften des Bregenzerwaldes freigibt prägen die Struktur des dreigeschossigen Solitärs.

Diese Aufweitungen machen das Gebäude nach außen hin lesbar und lassen Natur und Licht tief ins Innere des Heimes drängen. Der Vorplatz fließt begleitet vom Pfarrsaal ins Innere zum zentralen Foyer und gibt den Blick frei auf die flachen Gehölze des Patioraumes. Dieser terrassenartige Außenbereich ist landschaftsräumlicher Erlebnisraum und besitzt mit seinen Hochbeeten, Gärten und teilüberdeckten Aufenthaltsbereichen einen hohen Aufforderungscharakter. Kommunikative Rundgänge und gärtnerische Aktivitäten der Bewohner treffen auf Aktivitäten im Pfarrsaal, die sich hier bewusst überlagern.

ZUM INHALT

Der Entwurf der Wohngemeinschaften folgt im wesentlichen dem Wunsch des Betagten und Dementen nach Licht, Orientierbarkeit und Abwechslung. Die Erschließung einer Gruppe erfolgt  zentral. Man betritt ein kommunikatives, lichtdurchflutetes Raumkontinuum mit zahlreichen Ausblicken und Querverbindungen. Zentral liegt auch der Pflegestützpunkt. Von hier aus lassen sich die gemeinsamen Aufenthalts- und Bewegungsräume gut erfahren. Ähnlich einem Möbel sind diese gemeinsamen Zonen flexibel ausgestattet, sollen Anpassungen und Mehrfachnutzungen zulassen ohne die nach außen gerichtete Privatheit der Zimmer zu beeinträchtigen. Den Aufenthaltsbereichen sind großzügige Terrassen mit eindringlichem Blick auf St. Sebastian vorgelagert. Von hier aus lassen sich auch gut Besucher erspähen.

”Der Weg ist das Ziel” – Spaziergänge um die Patio sind begleitet von den zahlreichen Blicken zum Nachbarn und den verschiedensten Aktivitäten im Haus. Dem Bewegungsdrang des demenziell Erkrankten werden so abwechslungsreiche Rundgänge und ein hohes Maß an Selbstbestimmtheit ermöglicht.

Dieser halböffentliche Charakter wird durch die Flexibilität der Möblierung und des Ortes im Haus begünstigt. Es ist ein unverschlossener Umgang mit Raum, der sich an die unterschiedlichsten Bedürfnisse im Tagesablauf der Bewohner anpassen lässt.  Offenheit, Transparenz, kurze Wege und funktionelle Übersichtlichkeit schaffen Möglichkeitsräume, die Vertrautheit und Entspannung sowie Aktivität und sozialen Kontakt erlauben und die Vielfalt des Zusammenlebens zulassen.

ZUM BAUEN

In der ersten Phase wird das Gebäude der Pfarr- und Schwesternwohnungen abgerissen. In der nächsten Phase wird ein L- förmiger nicht unterkellerter Bauteil mit 20 Bewohnerzimmer und einer angemessene Infrastruktur fertiggestellt. Der hohe Vorfertigungsgrad garantiert dies innert 12 – 14 Monaten. Der Baufortschritt lässt sich gut von den bestehenden Zimmern aus ”überwachen”. In der dritten Phase werden nach erfolgtem Umzug das Dach und der Boden des bestehenden Hauptgebäudes im zweiten Obergeschoss teilentfernt und durch einen Leichtbau auf der bestehenden Statik mit entsprechender Raumhöhe ersetzt. Die Geschosse darunter  inklusive der beiden Kellergeschosse bleiben bestehen und werden nur funktional angepasst. Die bauliche Lücke in den Obergeschossen wird zu guter Letzt zu einem Atrium geschlossen. Die Fassade des Bestandes erhält einen neuen Schirm.

Die äußere Hülle des letztlich fertiggestellten Gebäudes wird vom Spiel und der Tektonik  stehender und liegender Holzelemente geprägt. Die inneren, warmen, haptische Materialen korrespondieren mit den äußeren. Die klassische Stahlbetonskelettbauweise und die vorgefertigten Außenwandelemente in Holzleichtbauweise unterstützen diese Absicht. Die hinterlüftete stehende Außenschalung wird nachhaltig aus Rift- und Halbriftbrettern der unbehandelten Weißtanne gebildet. Die in hohem Maß vorgefertigten geschoßhohen seriellen Außenwandelemente der Zimmer mit integrierten Passivhausfenstern ermöglichen eine schnelle Montage und eine kurze Bauzeit.

Schulen am See Hard

”Als das Kind noch Kind war, war ihm alles beseelt und alle Seelen waren eins.”
Peter Handke

DIE ENTSTEHUNG EINES ÖFFENLICHEN RAUMES  – STÄDTEBAU

Die Wege am Grundstück für das neuen Schul-, Sport, und Freizeitzentrums in Hard sammeln sich mitten im Grünen zu einem urbanen Platz. Dabei tangieren sie das bestehende Sport- und Freizeitzentrum, das neue, dreigeschossige Schulgebäude und die neue, zweigeschossige Sporthalle und bilden miteinander einen authentischen Ort der Begegnung, einen Drehpunkt des öffentlichen Lebens. Der Haupteingang zu Schule liegt hier ebenso wie jener der Sporthalle. Auch das neue Café-Restaurant der Schule korrespondiert hier an diesem Knoten mit dem Foyer des bestehenden Freizeitzentrums.

Die beiden Gebäude der Schulen am See suchen aber abseits ihrer Bildung eines Zentrums des öffentlichen Lebens in jeder Richtung nach ortsräumlichen Bezügen, nach naturräumlichen Orten der Sinne und des Wiedererkennens.

Während die große Dreifachsporthalle weit über das bestehende Fußballfeld mit dem See in Verbindung tritt, öffnet sich die kleinere Turnhalle ins Rheintal. Die vier Nebeneingänge der Schule sind thematisch entsprechend ihrer inneren Nutzung an die umgebenden Landschaften angebunden. Dem Südosten sind drei große Pausenflächen vorbehalten, im Süden werden die Räume der Ganztagesbetreuung durch sinnliche Themengärten (greifen, fühlen, riechen, beobachten,…) ergänzt und im Nordwesten liegen die Werkshöfe.

DIE GESTUFTE ÖFFENLICHKEIT – STRUKTUR

Das gesamte Erdgeschoss der neuen Schule tritt intensiv mit der Umgebung in einen für alle sichtbaren Dialog, die Räume stülpen sich nach außen und die umgebenden Flächen drängen nach innen. Über die zweigeschossige Aula, begleitet von den Räumen des Restaurants und des Musiksaals erreicht man die viergeteilte Garderobe, die im innersten des Gebäudes über drei thematisch unterschiedliche gärtnerische Themengärten belichtetet ist. An den Rändern dieser Patio-Räume befinden sich kleine Lerninseln, die unabhängig der umgebenden Unterrichtsräume die Möglichkeit zum Verweilen oder Arbeiten in kleinen Gruppen bieten.  Rhythmisch geordnet liegen auch die vier dreigeschossigen Lufträume der Nebeneingänge, die zentral zu den Stiegenhäusern führen und durch ihre Zäsur in der Fassade den Außenraum einfangen. Umgeben sind sie im Osten von den Sonderunterrichtsräumen wie Forschung, Zeichnen ,Malen, Musik, im Westen von den Räumen des textilen und technischen Werkens und im Süden liegt die Ganztagesbetreuung.

Dieser ausgeprägte Freiraumbezug des Erdgeschosses besitzt hohen öffentlichen Charakter. Beim Erreichen des ersten Obergeschosses werden diese Beziehungen vertrauter. Mittig liegen hier die offene Bibliothek und die großen Säle der Physik und der Informatik. Wieder öffnen sich die Räume sowohl nach außen, als auch nach innen zu den wohl proportionierten, begrünten Innenhöfen mit Terrassen. Die Verwaltung liegt mit gutem Sichtbezug zum Schulplatz im Norden. An der offenen, zweigeschossigen Aula und den Räumen der Lehrer vorbei quert man über eine Brücke diesen Vorplatz zur Sporthalle. Im Süden befinden sich zwei Cluster der Volksschule und einer der Vorschule. Darüber teilen sich die Kinder weitere sechs Cluster.

DIE PRIVATHEIT DER “BAUMNESTER” – DER CUSTER

Drei Klassenräume mit jeweils angeschlossenen Gruppenräumen sowie der Lehrerarbeitsraum gruppieren sich um eine mittige Lernlandschaft. Die nach außen gerichtete hohe Privatheit der Klassenräume wird hier mit der nach innen gerichteten  familiären Gemeinsamkeit verbunden. Nur die Grupperäume legen sich zwischen die Klassen und vermitteln mit ihrer offenen Nischenstruktur zwischen den innenliegenden, grünen Terrassen der Patioräume und den außenliegenden öffentlich Räumen.

Ähnlich ”Baumnestern” in geschützter Höhe bilden die Cluster Rückzugquartiere mit reichlicher Selbstständigkeit und ausgiebigen Kontakt zum Geschehen in der Schule. Die innenliegenden großen Terrassen vermitteln zwischen den Clustern ebenso wie die jeweilige behutsame räumliche Verbindung untereinander. Auch die Terrassen sind Übergangsräume, Räume der Pause, der Entspannung ebenso wie Räume des Forschens und Lernens.

Kinder verbringen einen beträchtlichen Teil dieser ”Zeit des Lenzes” in der Schule, sie durchleben in der Schule entscheidende Phasen ihrer Entwicklung. Das dort praktizierte Lernen und Schulleben legt den Grundstein für lebenslanges Lernen, für die Freude am sich Bilden und Weiterbilden und für eine aktive Teilnahme an der Gesellschaft. Schulen sind daher heute Arbeits-, Forschungs- und Lernlandschaften, Orte der Begegnung, Orte zum Verweilen und sollen vor allem Orte sein, an denen Kinder miteinander wachsen und Gemeinsinn entfalten können.

Die ”Baumnester” bilden hier den Ausgangspunkt für diese Entwicklung und die neuen Schulen am See sollen ein ”Schulleben” lang in ihrer räumlichen Vernetzung eine Entdeckungsreise bleiben.

SYSTEM UND TECHNIK

Beide Gebäude, das Schulgebäude und die neuen Turnhallen werden in Skeletbauweise ausgeführt. Die Fassaden werden aus vorgefertigten Holzwandelementen gefertigt. Prägend nach außen sind die fassadenaussteifenden Lamellen aus eloxiertem Aluminium und die dazwischenliegenden Riftbrettelemente aus Eiche. Insgesamt wird der CO2 neutrale Werkstoff Holz innen ebenso wie außen in hohem Maße eingesetzt und als Teil der heimischen Wertschöpfungskette verstanden. Die Teilunterkellerung der Technikräume wird als weiße Wanne” ausgeführt. Diese Investition – diese Intervention wird bei weitem durch die kurzen Wege der Leitungsführungen der gesamten Haustechnik über zwei zentrale, präzis gesetzte Schächte im Bereich der Stiegenhäuser kompensiert.

Campus Schendlingen Bregenz

Das Herzstück des Campus Schendlingen bildet die ”Schulgasse”, eine „education mall”  an der sich in rhythmischer Sequenz beidseitig über zwei Geschosse Cluster, Höfe, Fachräume und dazwischenliegenden Patios abwechslungsreich säumen. Die orthogonale Struktur folgt der geometrischen Vorgabe der großen, bestehenden Turnhalle in Ost-West Richtig. Das ”Zentrum” der Schule mit Foyer, Mensa, Bibliothek, Musikschule und Bewegungsraum legt sich wie eine eingeschossige Fuge zwischen die bestehende Turnhalle und die neue Schule. Sie formt einen großzügigen Vorplatz mit starken orträumlichen Bezügen, im Besondern zu Kirche St. Gebhard. An dieser Schnittstelle ist sie integrativer, verbindender und doch selbständiger Teil des gesamten Campus.

Das Foyer dient dabei als Drehpunkt, ist Verteiler mit direkten Sichtbeziehungen in die „education mall”, in den tiefer liegenden Bewegungsraum, die Bibliothek und den ”durchgesteckten” Multifunktionraum, der Mensa, die sich sowohl zum Vorplatz als auch zu einem intimeren Hof nach Westen öffnet. Die Musikschule empfängt einen direkt an der Wuhrwaldstrasse.

Kinder verbringen einen beträchtlichen Teil ihrer Kindheit in der Schule, sie durchleben in der Schule entscheidende Phasen ihrer Entwicklung. Das dort praktizierte Lernen und Schulleben legt den Grundstein für lebenslanges Lernen, für die Freude am sich Bilden und Weiterbilden und für eine aktive Teilnahme an der Gesellschaft. Schulen sind daher heute Arbeits- und Lernlandschaften, Orte der Begegnung, Orte zum Verweilen und sollen vor allem Orte sein, an denen Kinder miteinander wachsen und Gemeinsinn entfalten können. In Bewegungs-, Spiel-, und Erfahrungsräumen lassen sich dann Kreativität und Phantasie entfalten.

Die ”Schulgasse” ist ein halböffentlicher Raum, der sich wiederholend öffnet und wieder verengt. Dadurch entstehen Nischen und Aufweitungen, die Vorplätze zu den Eingängen der Custer bilden. Diese Differenziertheit besitzt hohen Aufforderungscharakter, lädt zum Verweilen, zum Müßiggang ein. Zwischen den versetzten Clustern liegen abwechselnd Fachräume wie die Schulküche oder der Physiksaal oder Ähnliches. Dies führt zu einer permanenten Fluktuation im Haus – ein Bewegungsmuster entlang des Tagesablaufes entsteht.

Der Gemeinschaftsraum im Cluster ist flexibles Sammelbecken für Neugierige und Schwärmer. Er öffnet sich nach außen jeweils in zwei Pausenhöfe und nach innen über eine offene Patio in die Schulgasse. An diesem intimen und gehaltvoll durchgrünten Innenhof liegt der Lehrerarbeitsraum mit Weitblick über den Cluster. Ihm gegenüber befindet sich der Eingang mit Garderobe und Sanitärgruppe. Die drei Klassenräume sind eingegliederter Abschluss und anpassungsfähige Erweiterung des Gemeinschaftsraumes. Ein eigener Zugang bei den Garderoben führt über einen gedeckten Freibereich in einen der vier großzügigen Pausenräume,  belebte Semiatrien die von den Clustern umrahmt werden.

Die Errichtung des Neubaus erfolgt in Mischbauweisebauweise. Formal schließt diese Überlegung an an den Bestand an. Dem widerstandsfähigen Sichtbeton im Inneren wie im Äußeren steht die Haptik des Holzes gegenüber. Massive aussteifende Kerne werden statisch durch eingebaute Stahlpendelsäulen ergänzt. Vorgefertigte Außenwandelemente ergänzen diese Systematik. Der Innenausbau ist geprägt vom Spiel des vielseitigen Einsatzes von Beton und Holz, angepasst an Beanspruchung und Nutzung. Holz wird vorzugsweise zur akustischen Optimierung und als gestalterischen Komfort eingesetzt. Das intensiv genutzte Gründach des Neubaus verschmilzt als ökologisch rauer Filter mit den umgebenden Landschaften.

Haus Koblach

IM KONTEXT MIT DEM ORT, DER LANDSCHAFT UND DER NATUR

Orte entstehen durch Öffentlichkeit und Öffentlichkeit entsteht aus der kollektiven Erinnerung an den Raum der diese Resonanz umgibt. Das ”Haus Wegeler” besitzt diese mentale Verankerung im Ort und ist zentraler Bestandteil jenes kultivierten Platzraumes das dieses Bestandsgebäude mit dem neuen, dreigeschossigen ”Haus Koblach” bildet. Ein nach Süden gerichteter Platz spannt sich zwischen diesen beiden Gebäude auf. Diese Geste gibt ihm öffentlichen Charakter, verschafft Orientierung und Übersichtlichkeit und sie festigt das Bewusstsein dieses Teilgebiets von Koblach als Ortsteilzentrum.

Die einander gegenüber liegenden Zugänge der beiden Häuser sind aktive Bestandteile des Platzes. Eine verbindende Brücke im ersten Obergeschoss bildet gleichzeitig eine Zäsur zwischen dem harten Platz des Ostens und den weichen Parklandschaften im Westen. Dieser gestaltete, mondän wirkende Naturraum wird von den beiden Gebäuden des Sozialzentrums, dem viergeschossigen Haus für betreutes Wohnen und dem Aukanal mit dem Koblacher Biotop weich umschlossen. Der Lebendigkeit des Alltagslebens am betriebsamen Platz entlang der Wegeler Straße steht hier die erdige Sinnlichkeit des Spazierers in der Natur gegenüber.

DIE GESTUFTE PPRIVATHEIT

Eine große zurückgesetzte Öffnung am Platz im Erdgeschoss des Sozialzentrums mit vorgelagerten Ziergärten am Brunnen im Eingangsbereich und ein durchgrüntes Atrium im Zentrum prägen die Struktur des dreigeschossigen Solitärs. Diese Aufweitungen machen das Gebäude nach außen hin lesbar und lassen Natur und Licht tief ins Innere des Heimes drängen. Der Vorplatz fließt, von Freiterrassen und Gärten begleitet, zwischen Kapelle, Café  und Mehrzweckraum ins Innere zum zentralen Empfang und gibt den Blick frei auf die Kletterpflanzen des Patioraumes im Inneren. Auf der entgegengesetzten, nördlichen Seite befindet sich beinahe unbemerkt die gesamte Infrastrukturzone mit Küche, Lager- und Personalräumen. Die Erschließung dieser Nutzungen erfolgt ebenfalls von dieser Seite.

Der Entwurf der beiden übereinanderliegenden Wohngemeinschaften folgt im wesentlichen dem Wunsch des Betagten und Dementen nach Licht, Orientierbarkeit und Abwechslung. Die Erschließung erfolgt zentral. Von hier aus lassen sich die gemeinsamen Aufenthalts- und Bewegungsräume gut erfahren. Übersichtlich liegt auch der Pflegestützpunkt. Im ersten Obergeschoss befindet er sich direkt am ”Brückenkopf” Richtung ”Haus Wegeler”.

Man betritt ein kommunikatives, lichtdurchflutetes Raumkontinuum mit zahlreichen Ausblicken und Querverbindungen. Ähnlich einem Möbel sind diese gemeinsamen Zonen flexibel ausgestattet, sollen Anpassungen und Mehrfachnutzungen zulassen ohne die nach außen gerichtete Privatheit der Zimmer zu beeinträchtigen. Der über die Geschosse verbindende Hof bildet zentrales Thema des inneren architektonischen Ausdrucks und er formuliert einen wesentlichen Teil der Idee des Alltagslebens nach innen und nach außen. Über ihn lassen sich die Aktivitäten der Nachbarn oder das Treiben im Café des Erdgeschosses ausmachen. Die halböffentlichen Raumfolgen, Nischen und Aufenthaltsbereiche um diesen Patioraum ermöglichen die räumliche Aneignung und fördern den sozialen Kontakt. Den adaptiven Strukturen der Ess- und Wohnbereichen sind großzügige Südterrassen mit Blick auf den Vorplatz und das ”Haus Wegeler” vorgelagert. Von hier aus lassen sich auch gut Besucher erspähen.

Es ist ein unverschlossener, durchlässiger Umgang mit Raum, der sich an die unterschiedlichsten Bedürfnisse im Tagesablauf der Bewohner anpassen lässt. Offenheit, Transparenz, kurze Wege und funktionelle Übersichtlichkeit schaffen Möglichkeitsräume, die Vertrautheit und Entspannung sowie Aktivität und sozialen Kontakt erlauben. Das räumliche Angebot, die kleinen Orte des Verweilens in alle Himmelsrichtungen sollen Voraussetzungen schaffen für die Vielfalt des Zusammenlebens in einem Pflegeheim.

Einem Pavillon gleich bildet das Haus des betreuten Wohnens den Auftakt für die angestrebten verdichteten Wohnformen entlang des Aukanals. Um einen zentralen offenen Erschließungskern schrauben sich 29 kleine Wohnungen empor ins dritte Obergeschoss. Die Tiefgarage ist mit dem Sozialzentrum verbunden.

Beide Gebäude sind in Skeletbauweise gedacht, die mit vorgefertigten Holzbauelementen verkleidet werden. Die äußere Hülle des Sozialzentrums wird mehr von der Farbe des eingefärbten Sichtbetons, das Haus für betreutes Wohnen mehr von den Oberflächen des Holzes geprägt. Die inneren, warmen, haptischen Materialien korrespondieren mit den äußeren. Durch die Ausbildung kompakter Gebäudeformen und der Kombination von geringer Gebäudehülle und intelligenter Lüftungsanlage lassen sich diese Gebäude problemlos in Passivhausqualität errichten. Die innere klassische Stahlbetonskelettbauweise und die vorgefertigten Außenwandelemente in Holzleichtbauweise unterstützen diese Absicht. Die hinterlüftete Außenschalung wird nachhaltig aus Rift- und Halbriftbrettern der unbehandelten Weißtanne gebildet. Die in hohem Maß vorgefertigten geschoßhohen seriellen Außenwandelemente mit integrierten Passivhausfenstern ermöglichen eine schnelle Montage und eine kurze Bauzeit.

Wohnanlage K-L Arlbergstrasse Bregenz

Zur Lage

Bregenz besitzt im Westen und Süden des Gemeindegebiets zwei Stadteinfahrten – die Rheinstraße und die Arlbergstraße. Diese beiden hochrangigen Verkehrswege bilden innerhalb des Stadtraums starke städtebauliche Entwicklungsachsen. Zwischen gewachsenen dörflichen Strukturen, alten Gasthäuser, Supermärkten, Autohäusern, Tankstellen mischen sich ungeordnet und den Dekaden des letzten Jahrhunderts gut zuordenbar Wohngebäude, die Ausdruck dieser Entwicklung sind. Das Grundstück ”Kloser – Lenz” liegt eigentlich am Hochpunkt eines Geländerückens, der die Arlbergstraße folgt bevor sie wieder ins Zentrum abfällt. In unmittelbarer Nachbarschaft zur Villa Liebenstein mit ihrem wunderbaren hundertjährigen Park und in der östlichen Ausrichtung zum Pfänderstock liegen die Qualitäten des Grundstücks. Diese beiden Bezüge sind prägende ortsräumliche Anknüpfungspunkte und bilden wesentliche städtebauliche Parameter. Den relativ niedrigen Kubaturen am westlichen Rand der Arlbergstraße steht die Verdichtung in die Höhe der anderen Seite gegenüber. Beim direkten Nachbargebäude im Süden wurden die ursprünglich zur Straße errichteten Balkone zurückgebaut und im Gegenzug im Osten neu ”davorgestellt”. Das Gebäude wurde in der Überarbeitung entsprechend der Empfehlungen der Jury nach Süden verlängert, Die grundsätzliche Konzeption wurde beibehalten. Wichtigste städtebauliche Maßnahmen an diesem Ort bleiben die Schaffung eines verkehrsfreien Vorplatzes und das Heranrücken des Hauses an die Baulinie der Straße, um eine möglichst große Freifläche zur Nachbarbebauung nach Osten zu schaffen.

Zum Inhalt

Die architektonische Maßnahme erfordert eine klare Reaktion auf dieses erlebbare Umfeld. Unabhängig der Nutzung im Erdgeschoss entsteht ein Gebäude, das sich in Schichten von der Baulinie an der Straße her entwickelt. Dabei wird die Einseitigkeit vermieden, Varianz und Anpassungsfähigkeit an Stelle von Addition steht im Vordergrund. Der die große semitransparente, vorgelagerte Verglasung zur Straße ist wesentlicher architektonischer Ausdruck, sie macht das Geschehen dahinter erlebbar und dem Betrachter spiegeln sich die mächtigen Bäume des Liebensteinparks wieder. Wie bei den ersten Überlegungen lässt sich das Gebäude in funktionalen Schichten verstehen und erleben. Die vorderste bildet der Laubengang zur Straße. Er besitzt Lufträume zur eigentlichen Außenwand, die einerseits Distanz zu den halböffentliche Bereichen schaffen, andererseits Licht und Luft tief in die Wohnungen eindringen lassen. Eine weitere Schicht beinhaltet neben den Versorgungsräumen auch die Wohnküchen. Offen verknüpft sind diese Bereiche mit den Wohn- die Schlafräumen und den im Osten vorgelagerten Freibereichen, den Terrassen. Die Grundrisse sind offen organisiert, Querbeziehungen und – blicke werden hergestellt  –  sind gewünscht. Fast alle Eingangsbereiche, Nebenräume und Bäder besitzen Außenraumbezug ohne den Emissionen der Straße direkt ausgesetzt zu sein. Diese Situation sowie die urbane Umgang mit Raum und die Individualität der Grundrisse umschreiben das Wohnen in einem ”gestapelten” Reihenhaus. Die Wohnräume mit den vorgelagerten Balkonen sind nun straff übereinander organisiert und erreichen eine Tiefe von 3,50 Metern. Raumhohe Schiebeelemente sichernden Wetter- und Sichtschutz. Die daneben liegenden, weniger tiefen Balkonteile garantieren die gute Belichtung der Räume. Im Erdgeschoss und den vier Obergeschossen befinden sich je Geschoss zirka sechs Wohnungen, die auch zusammenlegbar sind. Im Dachgeschoss befinden sich drei großzügige ”Penthouses”. Strukturputz und die Laubengangverglasung prägen das äußere Erscheinungsbild. Bewohner- und Besuchereinstellplätze für Pkw befinden sich in einer gemeinsamen Tiefgarage, die am tiefsten Punkt des Grundstücks im Süden erschlossen wird. Durch diese Maßnahme bleibt der Vorbereich des Hauses sowie die ”Lücken” zwischen Neubau und Bestand den BewohnerInnen überlassen.

Passivhausanlage St. Gallenkirch

Aus dem Jurybericht “… Der Solitär in den Hangbereich direkt an die Widmungsgrenze gesetzt, ist ein richtiger Ansatz für die vorhandene ortsräumliche Situation. Der Vorschlag, dem Großteil der Wohnungen über einen zweigeschossigen Luftraum mehr Licht und Aussicht ins Innere zu bringen, wird als Qualität an diesem Ort anerkannt. Die modulare Struktur der Grundrisse mit einem klar definierten Kern ermöglicht in ihrer Flexibilität eine hohe Anzahl von unterschiedlichen Wohnungstypen. …“

Zur Lage und den Ressourcen

Das Land Vorarlberg bekennt sich über die Wohnbauförderung seit 2005 zu einer energieeffizienten Baukultur, besonders im integrativen Wohnbau. Dies beinhaltet auch ein qualitätsvolles und ressourcenschonendes Bauen, bei dem Ökonomie und Ökologie, Soziales und Kultur im Einklang stehen.

Für die neue Wohnanlage im Zentrum von St.Gallenkirch werden diese Gedanken aus der ortsüblichen Volumetrie der Solitäre am Hang abgeleitet und auf das neue Gebäude angewendet. Ein klarer Baukörper wird bewusst an die Widmungsgrenze gesetzt und zur vorgefundenen Hangkante gedreht. Dadurch entstehen mit den umgebenden Gebäuden und Geländekanten naturnahe, gefasste Außenräume mit starken orträumlichen Bezügen wie zur Kirche als auch zur fernen Silvretta oder der Gweilgruppe.

Zur Sache und zum Licht

Im Montafon wurden die Siedlungen oft in der nähe der Talsohle zugunsten der höher gelegenen und besser besonnten Böden am Berg gebaut. Dieser bäuerlichen Wertschöpfung steht die Minderung von Tageslicht der Senke gegenüber. Das neue Wohngebäude steht an der talseitig tiefsten Siedlungsgrenze.

Eine ressourcenschonende Strategie und Überlegungen zur Wirtschaftlichkeit erlauben hier neue Wege um das verloren gegangene Licht wieder einzufangen. So verfügt beinahe jede Wohnung – außer den Geschoßobersten – über einen zirka acht Quadratmeter großen Luftraum über zwei Geschosse. Natur und Licht dringen über diese Öffnungen tief ins Innere und sie lassen die Blicke nach Draußen in der Ferne verweilen.

Zum Wohnen und zum Tetris

Die Räume der Wohnungen überlagern und schichten sich über die Geschosse ineinander um einen zentralen ”Versorgungskern”. Diese hohe Flexibilität der Grundrisse ergibt sich aus dem modularen Entwicklungskonzept. Keine Wohnung gleicht der anderen und bei Bedarf kann die eine der anderen ein Zimmer ”leihen”. Es gleicht einem Tetris mit vielen Lösungsmöglichkeiten.

Die konzeptionelle Einfachheit stülpt sich gleichsam von innen nach außen. Um die zentrale Erschließungszone aus Stahlbeton liegen die energetischen Versorgungsstränge sowie die Nassräume. Zwischen dieser Zone und der Außenhaut in einer Multiboxkonstruktion liegt jener anpassungsfähige Bereich der Varianz an Stelle von Addition zulässt – sogar in der dritten Dimension. Die Überlegungen zum Inneren sind auch in der Fassade lesbar. Die raumhohen, vorgefertigten Riftbrettelemente bilden den Rahmen für die tiefer liegendene  Multibox und geben dem Gebäude eine angenehme Tektonik. Ein einziger Fenstertyp wird entsprechend dem inneren Gefüge jeweils hinzugefügt.

Durch die Konzentration der Pkw Stellplätze in einem separaten Carport im Norden des Grundstücks steht das neue Gebäude im Süden völlig frei am Wiesengrund, am Übergang zu den Tallandschaften der Ill. Diese Situation sowie die hohe Privatheit und Individualität der Grundrisse umschreiben das Wohnen in einem ”gestapelten” Reihenhaus.

Pflegeheim Rheindelta, Höchst 

Gut eingebettet in das kommunale Gefüge der Gemeinde Höchst ruht das neue ”Pflegeheim Rheindelta” und ist umgeben vom der Volkschule, dem Pfarrheim, dem neue Kindercampus, Pfarrzentrum, zwei Häusern der Kulinarik und nicht zuletzt dem höchsten Kirchturm Vorarlbergs fußläufig im Zentrum angenehm integriert. Die Kirche St. Johann ist aber auch unabhängig ihres Maßstabs Teil des kollektiven Gedächtnisses der Rheindeltabewohner und liegt in der südlichen Nähe des neuen Gebäudes, das sich raumbildend mit dem Bestand nach dieser richtet. Durch die Situierung des Gebäudes am Grundstück und dessen Ausrichtung werden ausgeprägte ortsräumliche Bezüge geschaffen.

Eine große zurückgesetzte Öffnung im Erdgeschoss mit vorgelagertem Duft- und Fruchtgarten im Eingangsbereich und zwei durchgrünten Atrien im Zentrum prägen die Struktur des dreigeschossigen Solitärs. Diese Aufweitungen machen das Gebäude nach außen hin lesbar und lassen Natur und Licht tief ins Innere des Heimes drängen. Der Vorplatz fließt, von Gärten und Freiterrassen begleitet, zwischen Kapelle, Café  und Mehrzweckraum ins Innere zum zentralen Foyer und gibt den Blick frei auf die flachen Gehölze der beiden Patioräume im Inneren. Auf der entgegengesetzten, nördlichen Seite befindet sich beinahe unbemerkt die gesamte Infrastrukturzone mit Küche, Wäscherei und Personalräumen. Die Erschließung dieser Zone erfolgt über die Franz-Reiter-Straße.

Der Entwurf der Wohngemeinschaften folgt im wesentlichen dem Wunsch des Betagten und Dementen nach Licht, Orientierbarkeit und Abwechslung. Die Erschließung einer Gruppe erfolgt  zentral. Man betritt ein kommunikatives, lichtdurchflutetes Raumkontinuum mit zahlreichen Ausblicken und Querverbindungen. Zentral liegt auch der Pflegestützpunkt mit den dienenden Räumen. Von hier aus lassen sich die gemeinsamen Aufenthalts- und Bewegungsräume gut erfahren. Ähnlich einem Möbel sind diese gemeinsamen Zonen flexibel ausgestattet, sollen Anpassungen und Mehrfachnutzungen zulassen ohne die nach außen gerichtete Privatheit der Zimmer zu beeinträchtigen. Dem Esszimmer und den zusammenlegbaren Stuben sind großzügige Terrassen mit eindringlichem Blick auf St. Johann vorgelagert. Von hier aus lassen sich auch gut Besucher erspähen.

”Der Weg ist das Ziel” – Spaziergänge um die Patio sind begleitet von den zahlreichen Blicken zum Nachbarn – zur andern Wohngemeinschaft – und den verschiedensten Aktivitäten im Haus. Dieser halböffentliche Charakter wird durch die Flexibilität der Möblierung und des Ortes im Haus begünstigt. Es ist ein unverschlossener Umgang mit Raum, der sich an die unterschiedlichsten Bedürfnisse im Tagesablauf der Bewohner anpassen lässt.

Offenheit, Transparenz, kurze Wege und funktionelle Übersichtlichkeit schaffen Möglichkeitsräume, die Vertrautheit und Entspannung sowie Aktivität und sozialen Kontakt erlauben und die Vielfalt des Zusammenlebens zulassen.

Die äußere Hülle wird von der Farbe des Sichtbetons und von der Struktur der vorgefertigten Holzelemente geprägt. Die inneren, warmen, haptische Materialen korrespondieren mit den äußeren. Durch die kompakte Gebäudeform und der Kombination von geringer Gebäudehülle und intelligenter Lüftungsanlage lässt sich dieses Gebäude problemlos in Passivhausqualität errichten. Die innere klassische Stahlbetonskelettbauweise und die vorgefertigten Außenwandelemente in Holzleichtbauweise unterstützen diese Absicht. Die hinterlüftete stehende Außenschalung wird nachhaltig aus Rift- und Halbriftbrettern der unbehandelten Weißtanne gebildet. Die in hohem Maß vorgefertigten geschoßhohen seriellen Außenwandelemente der Zimmer mit integrierten Passivhausfenstern ermöglichen eine schnelle Montage und eine kurze Bauzeit.

Sozial- Pastorales Zentrum St. Paulus Innsbruck 

STÄDTEBAU / ARCHITEKTUR

Die denkmalgeschützte Kirche St. Paulus liegt in markanter städtebaulicher Position an der Reichenau im Spannungsfeld zwischen der streng geordneten Struktur der sechsgeschossigen, nördlichen Wohnbebauung und dem begleitenden, öffentlichen Grünraum am Gutshofweg. Die Durchlässigkeit, die Durchwegung und Durchgrünung entlang dieser Bebauungsstruktur sind von hoher Qualität und bilden einen identitätsstiftenden Charakter für dieses Quartier. Das neue Wohngebäude mit ca. 60 Wohnungen ordnet sich klar als weiteres Glied in diese Kette ein und erweitert sich besonders im Erdgeschoss öffentlichkeitswirksam in alle Richtungen.

Auch das neue Sozial-Pastorale Zentrum folgt dieser Intention. Die gleichzeitige Bedeutung dieses Ortes als Stadtteilzentrum mit hohem Öffentlichkeitscharakter und als unmittelbares Naherholungsgebiet verlangt eine hohe Porosität der Räume nach innen und nach außen sowie eine Kompaktheit der Funktionen dieser.

Gleichzeitig lässt der neue, dreigeschossige zurückhaltende Baukörper des Sozial-Pastoralen Zentrums der sakralen Geste der Kirche Platz und bildet mit ihr ein Forum an der Nahtstelle zum öffentlichen Verkehr dieses Stadtteils. Trotz der klaren Formulierung von urbanen Kontexten zum Straßenraum bleibt der neue Solitär untergeordneter Teil des Kirchenzentrums und Pavillon im Park.

ARCHITEKTUR / FUNKTION

Das Widum selbst liest sich als qualitätvolle, strukturierte Schichtung in kompakter Form ohne dabei das Umfeld baulich zu stark zu beeinflussen. Die Funktionen im Gebäude reihen sich luftig über drei Geschosse um einen Patio, den Pfarrhof.

Der Haupteingang erfolgt über den neuen Vorplatz und kommuniziert mit dem Eingang von St. Paulus. Das zentrale Foyer ist begleitet vom Licht der Patio und öffnet sich zum Park. Hier liegen die Räume der Pfarrkanzlei, der Pfarrsaal, das Pauluscafé, der Jugendraum sowie in direkter Anbindung an die Kirche die Sakristei. Kindergarten und Kinderkrippe öffnen sich mit einer großzügigen Terrasse im ersten Obergeschoss zum Park. Darüber befinden sich die Räume des betreuten Wohnens und die Wohnung des Gemeindeleiters.

Das zarte Betonraster der Außenfassade formt eine schützende, harte Hülle und steht dem weichen, durchlässigen Kern des Inneren gegenüber. Um die Bereiche unmittelbar am Gebäude gänzlich vom  Verkehr freizuhalten und diese Räume den Benutzern zur Verfügung stellen zu können wird die Erschließung der Großgarage zweigeteilt  und vom diesem abgerückt.

Seniorenzentrum und Mutter-Kind-Wohnanlage Linz

Gut eingebettet schließt das neue Sozialzentrum an die westlich zwischen Goethestraße und Liebigstraße gelegenen Solitärbauten an und bildet einen maßvollen Übergang zur Nachbarschaft der südlich und westlich gelegen Wohnbebauung. Im Westen weicht das Gebäude von der Liebigstrasse zurück, dreht leicht von ihr ab und formt so raumbildend mit den bestehenden Gebäuden im Süden einen stätischen markanten Vorbereich mit hohem Wiedererkennungswert.

Das Mutter-Kind Wohngebäude liegt als Einzelgebäude abgerückt von der Liebigstrasse im südlichen Bereich des Grundstücks und wird so in seiner Privatheit und Ausdehnung Teil der umgebenden Wohnbebauung.

Durch die Situierung des neuen Sozialzentrums am Grundstück und dessen Öffnung zur Liebigstrasse werden ortsräumliche Bezüge geschaffen. Eine große zurückgesetzte Öffnung im Erdgeschoss mit vorgelagertem Ruderalgärten und einem Brunnen im Eingangsbereich sowie die drei durchgrünten Atrien im Zentrum prägen die Struktur des viergeschossigen Solitärs. Diese Ausweitungen machen das Gebäude nach außen hin lesbar und lassen Natur und Licht tief ins Innere des Heimes drängen.

Der Vorplatz fließt, von Gärten und Freiterrassen begleitet, zwischen Verwaltung, Café  und Mehrzweckraum ins Innere zum zentralen Foyer und gibt den Blick frei auf die flachen modellierten Gelände der inneren Patioräume. Einer Gasse gleich begleitet von dienenden Räume wie dem Café, dem Friseur und anderen sowie den beiden ”Semibotanischen Gärten” erreicht man das östliche Tageszentrum. Therapie- und Gruppenräume weiten sich in den dritten Patioraum zu Bewegungs- und Gymnastikräumen auf. Auf der entgegengesetzten, nördlichen Seite befindet sich beinahe unbemerkt die gesamte Infrastrukturzone mit Küche, Wäscherei und Personalräumen, während die großen Aufenthaltsräume des Hauses im Süden gut wahrnehmbar sich in einen übersichtlichen Bewegungs- und Duftgarten aufweiten.

Der Entwurf der Wohngemeinschaften folgt im wesentlichen dem Wunsch des Betagten und Dementen nach Licht, Orientierbarkeit und Abwechslung. Die Erschließung einer Pflege- und Wohnabteilung erfolgt  zentral. Man betritt ein kommunikatives, lichtdurchflutetes Raumkontinuum mit zahlreichen Ausblicken und Querverbindungen. Zentral liegt auch der Pflegestützpunkt mit den dienenden Räumen. Von hier aus lassen sich die gemeinsamen Aufenthalts- und Bewegungsräume gut erfahren. Ähnlich einem Möbel sind diese gemeinsamen Zonen flexibel ausgestattet, sollen Anpassungen und Mehrfachnutzungen zulassen ohne die nach außen gerichtete Privatheit der Zimmer zu beeinträchtigen. Den Aufenthaltsbereichen sind großzügige Terrassen vorgelagert, die über zwei Geschosse versetzt immer wieder miteinander korrespondieren. Die drei Gruppen je Wohnabteilung sind eindeutig diesen Aufenthaltsbereichen zugeordnet, die Übergänge bleiben aber fliesend und sind flexibel.

”Der Weg ist das Ziel” – Spaziergänge um die drei Patioräume sind begleitet von den zahlreichen Blicken zum Nachbarn – zu den anderen Wohngemeinschaften – und den verschiedensten Aktivitäten im Haus. Es sind dörfliche Gassen, die sich zu kleinen Plätzen aufweiten und die BewohnerInnen zum Verweilen einladen. Dieser halböffentliche Charakter wird durch die Flexibilität der Möblierung und des Ortes im Haus begünstigt. Es ist ein unverschlossener Umgang mit Raum, der sich an die unterschiedlichsten Bedürfnisse im Tagesablauf der Bewohner anpassen lässt.

Offenheit, Transparenz, kurze Wege und funktionelle Übersichtlichkeit schaffen Möglichkeitsräume, die Vertrautheit und Entspannung sowie Aktivität und sozialen Kontakt erlauben und die Vielfalt des Zusammenlebens zulassen.

Die äußere Hülle wird von der Farbe des Sichtbetons und von der Struktur der vorgefertigten Holzelemente geprägt. Die inneren, warmen, haptische Materialen korrespondieren mit den äußeren. Durch die kompakte Gebäudeform und der Kombination von geringer Gebäudehülle und intelligenter Lüftungsanlage lässt sich dieses Gebäude problemlos in Passivhausqualität errichten. Die innere klassische Stahlbetonskelettbauweise und die vorgefertigten Außenwandelemente in Holzleichtbauweise unterstützen diese Absicht. Die hinterlüftete stehende Außenschalung wird nachhaltig aus Rift- und Halbriftbrettern der unbehandelten Weißtanne gebildet. Die in hohem Maß vorgefertigten geschoßhohen seriellen Außenwandelemente der Zimmer mit integrierten Passivhausfenstern ermöglichen eine schnelle Montage und eine kurze Bauzeit.

Umbau und Erweiterung Volksschule Lauterach Dorf

Als das Kind Kind war,
wusste es nicht, dass es Kind war, alles war ihm beseelt,
und alle Seelen waren eins.*

ZUR LAGE

Schon beim Europan Lauterach sprach man von einem ”Boulevard”, der zwischen dem Bahnhof und dem alten Rathaus entstehen soll. Die Karl-Höll-Straße soll jene räumliche Kontinuität ausbalancieren helfen, die diesen Ort von seiner zeitlichen Entwicklung abgekoppelt hat. Die baulichen Massen verdichten sich entlang dieser Achse, öffentlichkeitswirksame Räume sollen hier entstehen.

Die Volksschule Lauterach Dorf liegt an der Schnittstelle zwischen diesem neuen ”urban cocktail” und dem sich nach Süden ausweitenden ”suburbia”. Eine Verdichtung nach Norden zugunsten der Grünflächen mit ihrem alten Baumbestand und ein Hinwenden zum wachsenden Teil Lauterachs haben ihren Ursprung in den vorangegangenen Überlegungen. Dabei wird das ”Urgebäude” aus dem Jahr 1935 völlig freigespielt und bleibt unangetastet. Die Situierung des neuen Volumens am Grundstück im Norden schafft Distanz zur selbstbewussten Präsenz des existierenden Gebäudes und formt drei unterschiedliche, für die Schule nutzbare, Freiräume. Durch die Auflösung der nördlichen Schulstraße bei der Feuerwehr kommt es zu einer Neuordnung der Grundgrenzen in diesem Bereich und gegebenenfalls zum Grundabtausch.

Als das Kind Kind war,
hatte es auf jedem Berg
die Sehnsucht nach dem immer höheren Berg, und in jeder Stadt
die Sehnsucht nach der noch größeren Stadt.*

ZUM INHALT

Der dreigeschossige kompakte Solitärbaukörper weicht im Osten vom Straßenraum – der Schulstraße – zurück und tritt in Dialog mit dem ”alten Schulhof”. Ein großer gedeckter Freibereich bietet nicht nur den Fahrrädern Unterstand sondern ist witterungsgeschützter Bewegungs- und Pausenbereich, eine Bühne, die dem Eingang und der Aula vorgelagert ist. An der Schnittstelle zum Bestandsgebäude liegt die zentrale Erschließung. Während sich die Aula im Osten dem Geschehen am Eingang zuwendet liegt der Mehrzweckraum im Westen im Spannungsfeld zwischen der abgesenkten Turnhalle und den nach Süden gerichteten Freibereichen. So bilden Aula, zentrale Erschließung, Mehrzweckraum und Turnhalle im Erdgeschoss ein durchlässiges Raumkontinuum, das unterschiedlichste Ein- und Ausblicke bereitstellt und Schule als Ort der Kommunikation, der Begegnung und als ein Areal, das es zu entdecken und zu verändern gilt, erfahren lässt.

In den beiden Obergeschossen umklammern je zwei ”cluster” eine großzügige, begrünte ”patio”, einen innenliegenden Freiraum, von dem aus sich die beiden zentralen Treffpunkte des ”cluster”, die Marktplätze einsehen lassen. Dem jeweiligen Marktplatz ist eine ausgedehnte Terrasse nach Süden vorgelagert, die über Freitreppen unmittelbar mit den Außenräumen verbunden ist. Die vier nach außen gerichteten Klassen sind privater und dennoch unmittelbarer Teil des Raumverbandes. Die Garderoben sind den Klassen vorgelagert und bilden in unterschiedlichster Weise zusätzliche Lern- bzw. Rückzugsnischen. Eine Verbindung beider ”cluster” in einem Geschoß soll altersübergreifende Begegnungen erlauben, Kreativität und Interessensaustausch fördern.

Die teilabgesenkte Turnhalle im Untergeschoss ist von Norden belichtet und von den Räumen im Erdgeschoss direkt einsehbar. Die Vereine verfügen über einen eigenen Zugang vom Vorplatz.

Im Bestandsgebäude sind im 1.Obergeschoss die Verwaltung sowie die Bibliothek situiert. Im Erdgeschoss befinden sich die Sonderunterrichtsräume. Das Dachgeschoss bleibt unverändert, die Funktionen des teilabgesenkten Untergeschoss bleiben erhalten!

Offenheit, Transparenz, kurze Wege und funktionelle Übersichtlichkeit schaffen Möglichkeitsräume, die Vertrautheit und Entspannung sowie Aktivität und sozialen Kontakt erlauben und die Vielfalt des Spielens und Lernens zulassen.

Als das Kind Kind war,
ging es mit hängenden Armen, wollte der Bach sei ein Fluß, der Fluß sei ein Strom,
und diese Pfütze das Meer.*

ZUR MATERIALITÄT

Die räumliche Gestaltung einer Umwelt – einer Schule für 6 bis 10 jährige – kann über verschiedene Merkmale beschrieben werden. Dabei trägt die Verwendung jedes einzelnen Gestaltungsmerkmals (Material, Farbe etc.) zur Art und Umfang dieses Einflusses bei. Noch wesentlicher erscheint die Raumstruktur, ein Grundriss der in die dritte Dimension wächst, der als räumliche Einheit erfahrbar ist und der sich den Merkmalen der Vielfalt und der Kommunikation öffnet. Staunen und Offenheit bleibt wesentliches Kriterium.

Das statische Konzept sieht eine Skelettbauweise mit Massivdecken vor. Dadurch ist eine permanente Nutzungsflexibilität gegeben. Der Ausbau erfolgt im Wesentlichen aus vorgefertigten Elementen in Leichtbauweise. Das Erscheinungsbild des Neubaus wird durch die weißen Sichtbetonflächen und dem wechselreichen Einsatz der Weißtanne in unterschiedlichster Ausführung geprägt. Weltoffenheit und Geborgenheit werden vermittelt und kombiniert.

Als das Kind Kind war,
fielen ihm die Beeren wie nur Beeren in die Hand
und jetzt immer noch,
machten ihm die frischen Walnüsse eine rauhe Zunge und jetzt immer noch.*

ZUM FREIRAUM

Durch die Anordnung der Gebäude am Grundstück entstehen drei unterschiedliche Außenräume, die semantisch durch den sozialhistorischen Ort aufgeladen sind und inhaltlich neu bewertet werden. Beiden Räumen im Osten und Westen ist der freie Zugang direkt aus den ”clustern” gemein. Während aber der östliche Bereich den alten Schulhof und einen Pavillon in sich aufnimmt formt sich der östliche zu einem Garten der Düfte und der Früchte. Hier soll das Wachsen und Gedeihen selbst erfahren werden. Im Süden bleibt ”das unentdeckte Land” bestehen, eine Abenteuerwiese, die unterschiedlichste Nutzungen zulässt. Der prächtige Baumbestand bleibt gänzlich unberührt.

Diese belebte Vernetztheit mit starken ortsräumlichen Bezügen verbindet die inneren Lernlandschaften mit den vorhandenen Erfahrungs- und Bewegungsbereichen.

ZUR ENERGIE

Hülle: Die hochgedämmte Gebäudehülle bildet die Grundlage für einen ressourcenschonenden Einsatz von Heizenergie. Großzügige Fensterflächen in Passivhausqualität sorgen für eine optimale Belichtung in allen Bereichen, und tragen zudem durch einen hohen passiven solaren Eintrag zur positiven Gesamtenergiebilanz des Gebäudes bei. Um der sommerlichen Überhitzung entgegenzuwirken werden vor den Glasflächen gesteuerte Beschattungs- und Tageslichtlenkungselemente angebracht. Eine massive Bauweise mit einer großen wirksamen Speichermasse sowie eine intelligente Nachtlüftung sind ein zusätzlicher Garant für die Sommertauglichkeit des Bauwerks. Eine äußerst dichte Gebäudehülle auf ein Minimum reduziert die Lüftungswärmeverluste.

Wärme: Aufgrund dieses Konzeptes der Gebäudehülle und dem daraus resultierenden Heizwärmebedarf von maximal 16 kwh/m2a, sowie den anzunehmenden internen Lasten, wird eine Beheizung der Räume ausschließlich mit der kontrollierten Be- Entlüftung ermöglicht. In Räumen mit höheren erforderlichen Temperaturniveaus wie z.b. Umkleiden, Sanitärbereiche werden zusätzlich Niedertemperatur Fußbodenheizungen vorgesehen. Aus Komfort und Effizienzgründe können alle Bereiche getrennt voneinander geregelt werden.

Energie: Die Bereitstellung der minimalen Restheizenergie erfolgt über die bestehende Nahwärmeversorgung. Der Strombedarf wird durch den Einsatz moderner LED Beleuchtungstechnik niedrig gehalten. Durch das Umweltinvestment der netzgebundenen Photovoltaikanlage wird zudem ein Gegenwert für den verbrauchten Betriebsstrom durch Lüftung, Geräte etc. geschaffen.

Luft: Somit dient die kontrollierte Be- und Entlüftungsanlage neben der Sicherstellung der hygienisch erforderlichen Luftqualität im Gebäude auch zur Bereitstellung der benötigten Heizenergie. Ermöglicht wird dies durch einen hohen Wirkungsgrad der Wärmetauscher (Rotationswärmetauscher > 80 % Wirkungsgrad). Zudem erfolgt eine passive Luftvorwärmung über einen Flächenkollektor im Zugangsbereich.

Natur: Die Verwendung ökologischer Bauprodukte stellt eine Grundvoraussetzung dar und versteht sich von selbst. Neben dem ökologischen Aspekt wird ein Hauptaugenmerk auf die Langlebigkeit der verwendeten Materialen sowohl an der Fassade als auch im Innenraum gelegt.

Erweiterung Kindergarten Kinderbetreuungseinrichtung Eltern-Kind-Zentrum

Ortsräumliche Bezüge

Dem Eingehen auf die vorhandene Struktur des Kindergartens Schlins folgt das Verständnis für die bestehenden räumlichen Qualitäten. Diese gilt es weiter zu denken, zu ergänzen. Die innere Schichtung wird aufgenommen und weitergebaut. Die guten, vorhandenen ortsräumlichen Beziehungen brauchen nicht geändert werden, sie werden kultiviert, neu gestaltet. Diesem Ansinnen Gewohntes weiterzuführen entspringt auch dem Wunsch keine ungleichen Standards zu zulassen. Altes soll wiedererkennbar mit neuen ergänzt werden ohne auf zeitgemäße kulturelle Prinzipien zu verzichten.

Der Kindergarten Schlins liegt eingebettet im Zentrum einer parkähnlichen Landschaft, umgeben von hochstämmigen Bäumen. An der süd – östliche Seite des Bestands wird das innere Gefüge zweigeschossig weiterentwickelt. Dadurch entstehen wahrnehmbar zwei Baukörper von ähnlicher Gestalt, die L-förmig den Vorplatz fassen. An deren Schnittstelle öffnet sich mit einladender Geste das Gebäude und markiert den Eingang.

Ein Ort für Kinder

Diese Schnittstelle ist Teil einer funktionellen Achse, die den zweigeschossigen Kindergarten mit der ”Spielkiste” verbindet. So entstehen separate Einheiten, die miteinander einen Cluster bilden, Übersichtlichkeit schaffen und Kommunikation nach innen wie nach außen fördern. Die Übergänge zwischen neuem Kindergarten und der Umnutzung des Bestands zur ”Spielkiste” werden fliesend. Diesem Prinzip folgt auch das darunter liegende Gartengeschoss, in dem sich der Essraum ebenerdig zum Freiraum öffnet, der vom Musikraum, dem Bewegungsraum und den aktiven Räumen der ”Spielkiste” ergänzt wird. Hier bilden überdachte Freibereiche Zwischenzonen, die einen weichen Übergang zu den Erlebnisräumen der Natur bilden.

Die Erscheinung des Gebäudes wird vom Spiel der feinen Rieselputzfassade und den großzügigen Glasflächen bestimmt. Eine verspielte Tektonik ergänzt den Ausdruck. Im Gartengeschoss übernimmt die Haptik des Holzes diese Aufgabe. Das Innere des Gebäudes ist von Riemenböden und dem Wechsel zwischen stark beanspruchten Flächen aus Lehmputz und Holz- sowie Holzkustikflächen geprägt. Der Garten bleibt der Natur überlassen.

Staunen und Offenheit

Die räumliche Gestaltung einer Umwelt, eines Kindergartens kann über verschiedene Merkmale beschrieben werden. Dabei trägt die Verwendung jedes einzelnen Gestaltungsmerkmals (Material, Farbe etc.) zur Art und Umfang des Einflusses bei. Ein wesentliches Gestaltungsmerkmal ist die Raumstruktur, der Grundriss und die räumliche Einheit.

Offenheit, Transparenz, kurze Wege und funktionelle Übersichtlichkeit schaffen Möglichkeitsräume, die Vertrautheit und Entspannung sowie Aktivität und sozialen Kontakt erlauben –  Zugehörigkeit und Weltoffenheit kombinieren und die Vielfalt des Spielens und Lernens zulassen.

 

 

 

 

Sonderpädagogisches Zentrum Innsbruck

STÄDTEBAU / ARCHITEKTUR IM KONTEXT MIT DER LANDSCHAFT UND DER NATUR

Im Bereich des Hutterwegs weitet sich das Prandtauerufer beträchtlich auf und bildet in diesem Teilabschnitt des Flusslaufes des Inn eine beachtliche grüne Lisene. Die Durchlässigkeit der Gebäude zur zweiten Reihe der Uferbebauung ist entlang dieses Gewässerstrichs besonders markant. Das neue Sonderpädagogische Zentrum reagiert bewusst auf diese Situation und formt mit der bestehende NMS Hötting der Architekten Baumann und Prachensky städtebaulich die gemeinsamen Außenräume der beiden Schulen ohne die Porigkeit zum Grünraum der nahen Flusslandschaft aufzugeben. Die Situierung des Gebäudes am Grundstück schafft Distanz zur selbstbewussten Präsenz des existierenden Gebäudes der NMS Hötting. Dadurch entsteht ein räumliches Ensemble das einerseits die Sport- und Pausenflächen definiert, andererseits ist es fast unscheinbar mit den öffentlichen Räumen der Umgebung verwoben. Der fünfgeschossige kompakte Solitärbaukörper weicht im Südwesten vom Straßenraum zurück, tritt in Dialog mit dem gegenüberliegenden Studentenheim und bildet den räumlichen Abschluss der Santifallerstraße. Im Südosten entsteht in ähnlicher Weise mit der teilabgesenkten Turnhalle der Außenraum der Pausenfläche, der sich zu Baumbestand und der fußläufigen Erschließung des Uferparks öffnet und den Blick auf die NMS Hötting frei gibt. Nur Nordwestlich – zwischen den beiden Schulen- dringt der öffentliche Raum im Besondern in das Grundstück.

ARCHITEKTUR / FUNKTION SCHULE ALS CAMPUS

Hier befindet sich der Eingang mit der Aula und die Kantine, die sich nach außen um eine große Terrasse erweitern lassen. Über der Aula öffnet sich ein Atrium, das Licht tief ins Innere des Gebäudes dringen lässt. In den darüber liegenden Geschossen verbindet sich dieses Atrium mit den in alle Himmelsrichtungen offenen Pausen-, Bewegungs- und Gemeinschaftsräumen. Diese Gemeinschaftsräume sind jeweils mit zwei Stammklassen und den vorgelagerten Freiklassen zu einer Einheit – zu einem Cluster – zusammengefasst. Im ersten Obergeschoss befindet sich neben einem solchen Cluster die Schulverwaltung. Sämtliche Geschosse sind räumlich vertikal und horizontal miteinander verwoben. Auf allen Ebenen stehen neben den Stammklassen Sonderunterrichtsräume (Therapie) und Lehrerräume zur Verfügung.

Ebenso dringt das Atrium nach unten und verbindet sich mit einem tieferliegenden Patio- und Pausenbereich, der umspült ist von der offenen Lernlandschaft der Bibliothek, der Werk-, Musik- und Medienräume. Diese offenen Bereiche werden auch von den Schülern der NMS Hötting bei ihrem Weg zur neuen Turnhalle gestreift. Dieses Raumkontinuum ordnet sich bewusst nahtlos in das offene Konzept des Hauses ein. Es soll die Schüler beider Schulen anregen und an spätere Arbeitsbedingungen heranführen, sodass sich die Beschäftigungen in einer Synthese aus Arbeit und Freizeit verlieren – Schule als Ort der Kommunikation und Begegnung. Der gesamte neue Gebäudekomplex des SPZ ist mit der NMS Hötting zu einem Campus zusammengefasst. Diese belebte Vernetztheit mit starken ortsräumlichen Bezügen verbindet die inneren Lernlandschaften mit den neuen Freizeit und Sportbereichen. Dem SPZ vorgelagert befinden sich Terrassen, die die ”outdoor”- Aktivitäten auf dem Dach der Turnhalle ebenso preisgeben wie die ”chill-out” – Zonen der tieferliegenden Patio und die Grünr.ume des Prandtauerufer tief in die neuen Schulbereiche eindringen lassen. Die neue Große Sportfläche zwischen den Schulen verbindet diese beiden. Das statische Konzept sieht eine Skelettbauweise mit Massivdecken und aussteifenden Kernen im Bereich der Hauptstiegenhäuser vor. Durch den Einsatz einer geregelten Raumluft im Zusammenhang mit der kompakten Gebäudeform und dem effizienten Einsatz von Primärenergien ist mit einem niedrigen Gesamtenergiebedarf im Betrieb zu rechnen.

Die in hohem Maß vorgefertigten geschoßhohen Außenwandelemente mit Aluminiumlamellen und integrierten Passivhausfenstern ermöglichen eine schnelle Montage und eine kurze Bauzeit. Im Inneren dominieren neben Sichtbeton warme, haptische Farben und Oberflächen wie Holz und Linoleum. Die Gestaltung der Innenräume und der Freiflächen soll zusätzlich in einem partizipativen Prozess mit den Lehrenden und den SchülerInnen erarbeitet werden.

Seestadt Bregenz

Im Bereich zwischen Quellenviertel und Seestadtareal sowie dem Weiherviertel treffen zwei Gebäudetypologien aufeinander. Einerseits endet im Osten die geschlossene Bebauung der Innenstadt, andererseits dringt von Süden her eine heterogene, engmaschige Bebauung in Richtung des neuen Quartiers. Von Süden – vom Berg her – fallen die Grünräume zwischen dem lockeren Bestand in Richtung See. Nur die beiden Verkehrsbänder der Bundesstraße und der Bahn stören diesen Fluss. Die bestehenden Gebäude entlang dieses Abschnitts – vom neuen Bahnhofsplatz bis zur Einmündung in das Quellenviertel weisen im Mittel eine Straßen begleitende Länge von ca. 35 Metern auf.

Für das neue Viertel – der BREGENZER MEILE  – bildet diese städtebauliche Maßstäblichkeit den Ausgangspunkt für die weitere Entwicklung. Entlang der L 202 werden vier Gebäude mit großzügigen Grünzwischenräumen ähnlich den gegenüberliegenden Einzelbauten einer Perlenkette gleich aufgefädelt. Sie endet in einem höheren Gebäude am Bahnhofsplatz. Die Bereiche zwischen diesen vier- bis fünfgeschossigen Gebäuden sind eingeschossig mit Einzelhandelsflächen bebaut und weichen unterschiedlich von der Vorderkante der neuen Solitäre zurück.

Am Bahnhofsplatz nimmt das einzige höhere Gebäude (30 Meter) den Eckbereich zwischen Platz und Landesstraße ein. Der ”Bahnhofsturm” ist integraler Bestandteil der Platzwände, der Gesamtbebauung und sichtbares Zeichen nach außen. Anstelle eines  bespielten Vorraums entsteht ein übersichtlicher, urbaner Platz der Mobilität, des Wechsels und des Austausches. Bahn, Bus, bike and ride, kiss andride, park and ride und nicht zuletzt die ”Shoppingmeile” bilden hier zentral ein 24 – stündiges Bewegungsmuster ab. Im nördlichen Bereich schließt ein freistehendes Dienstleistungsgebäude mit einem kleinen Servicecenter der Bahn diesen Raum. Zwischen diesem und dem neuen Viertel endet die Erschließungsbrücke der Bahn mittig vor dem Platz.

Die neuen Gebäude folgen dem Prinzip des gedachten Cluster. Es werden hier die Elemente der innerstädtischen Blockrandbebauung genauso aufgenommen, wie die Anordnung der Einzelbaukörper des ehemaligen Vorstadtviertels der Quellenstraße.

Der städtebaulichen äußeren Durchlässigkeit steht dieselbe innere Durchlässigkeit gegenüber. Nach dem Prinzip des Moduls werden Räume miteinander verknüpft, Höfe gebildet, Blickachsen freigegeben und eine Vielzahl von unterschiedlichen Wohnungen in einem Gebäude, einem Cluster angeboten. Im Erdgeschoßbereich bilden die zurückweichenden Räume Nischen und kleine Plätze für den Einzelhandel, die mit den Grünräumen der Clusterzwischenräume verwoben sind. Am Bahnhof selbst liegen zentral die Eingänge zu den Einzelhandelsflächen sowie zu den Räumen des höheren Bürogebäudes. Die große Terrasse des Cafés im ersten Obergeschoss nach Südwesten ist mit einer kleinen mall und den Eingangsbereichen der anderen Handelsflächen verbunden.

Die Unverwechselbarkeit des neuen Quartiers  entsteht durch Vielschichtigkeit und einer erlaubten Individualität, der ein klares stadträumliches, durchgrüntes und dem Ort entsprechendes Konzept zugrunde liegt und das Antworten auf die neue Mobilität aufzeigt.

Wohnheim Olympisches Dorf An-der-Lan-Strasse Innsbruck

Zur Lage

1964 und 1976 wurde während der olympischen Spiele der Grundstein für wahrscheinlich eines der schönsten Ufer und Naherholungsgebiete Innsbrucks gelegt. Die Geschichte dieses Ortes ist, auch durch der Errichtung der Sternhochhäuser, von einem Geist des Fortschritts und an einen Glauben an die Zukunft geprägt. Dieser mutigen, aufklärerischen Ambition folgt auch der Entwurf des neuen Wohnheims Olympisches Dorf. Im Wesentlichen besteht das Konzept des Gebäudes in einem Solitär, einem Pavillon beginnend in acht Meter Höhe umspült von den Wipfeln der Bäume, der von der Geschoßigkeit der Gebäude der 70-iger Jahre des letzten Jahrhunderts deutlich abrückt und Distanz schafft. Das ”Freistellen” dieses kompakten Solitärbaukörpers und die Situierung am Grundstück sowie die bewusst gesetzten großzügigen Öffnungen im Gebäude reagieren sensibel auf die umgebende Parklandschaft und schaffen tiefe räumliche Verbindungen. Nur ein eingeschossiger ”hölzerner” Ausläufer unterfährt diesen Pavillon und bindet an die ”An-der-Lan- Straße” an.

Zur Sache

Der Pavillon selbst gleicht einem gestapelten, begehbaren Triptychon. Durch gezielte Einschnitte und Durchdringungen werden zwei übereinanderliegende Wohnbereiche mit je 20 Zimmer räumlich zusammengefasst und dreimal übereinander versetzt miteinander sichtlich verbunden. In den einzelnen Wohnbereichen ist die Qualität der Innenräume ungerichtet. Die Nordkette wird ebenso erlebnisreich erfahren wie das Innufer oder die östlichen und westlichen Parklandschaften der öffentlichen Innpromenade. Die ausgezeichnete Lagegunst und Aufenthaltsqualität wird durch diese Intervention nochmals gestärkt und verfeinert. Abgehoben in acht Meter Höhe spiegeln diese Bereiche außen die umgebenden Landschaften und die Bewegungen des Tages. Dem Glas und dem blank geglühten Blech der Außenhaut des Triptychons steht die tektonisch – haptische Oberfläche des Holzes im eingeschossigen Verbindungsbau zur ”An-der-Lan-Straße” gegenüber. Auf Augenhöhe bildet dieses Material den Begleiter zum Eingang und den weichen Übergang zur Innpromenade. Am Ende dieses bestehenden Verbindungsweges befindet sich ein überdachter, durchlässiger Platz im Park. Er ist Kreuzungspunkt für Fußgeher und Radfahrer ebenso wie Treffpunkt für den Flaneur. Ein öffentliches Café sowie die Lichteinfälle der Durchdringungen des Triptychon kultivieren diese Aufenthaltsqualität.

Zum Inhalt

Eine wesentliche Herausforderung dieses stadtplanerischen ”Ausnahmefalls” liegt neben der Schaffung von qualitativ hochwertigen Außen- sowie Innenräumen in der Logistik dieses Gebäudes, die durch die Zäsur des Sammelkanals am Grundstück, am Übergang zur Promenade erschwert wird. Der eingeschossige ”hölzerne” Bau beginnt an der ”An-der-Lan-Straße” und endet am Platz unter dem Pavillon mit einem Café. Dieser Gebäudeteil ist funktional zweigeteilt. Im Osten entlang des Zugangs und der Notzufahrt liegen die Verwaltung und dienende Räume. Eine Aufweitung markiert den Eingang, den Empfang und die zentrale Erschließung. Der westliche Bereich beginnt hingegen mit der Tiefgaragenzufahrt und einem Wirtschaftshof. Ihm folgen die Räume der Waschküche und der Restaurantküche, die wieder unmittelbar an die zentrale Erschließung anbinden. Vom zentralen Foyer erreicht man im ersten Obergeschoss – unmittelbar über dem Café – den Mehrzweckraum und die Kapelle. Dieser Bereich, ein gläsernes Verbindungsglied zum eigentlichen Wohnheim, bietet gute räumliche Verbindungen zu den öffentlichen Freiflächen des Platzes und der Promenade. Darüber liegt der Pavillon, das Triptychon. Sechsmal stapeln sich die Wohngruppen mit je 20 Zimmern, die durch ihre räumlichen Verknüpfungen miteinander verbunden sind. Die Terrassenbereiche wechseln innerhalb einer strengen Struktur über die Geschoße ebenso wie die Aufenthaltsbereiche, die in alle Himmelsrichtung verteilt und von unterschiedlicher Größe sind. Auch die Zimmer folgen dieser Absicht. Dadurch entsteht eine innenräumlich funktionelle Organisation, die attraktive und gut nutzbare Kommunikationsbereiche erzeugt und vielfältige Blickbeziehungen in räumlich hoher Qualität ermöglicht. Zum Verlauf der Kräfte Die Statik des Pavillons wird im Prinzip von acht 80 – 100 cm starken, zirka 8 Meter hohen Hochleistungsbetonsäulen (65/70) getragen. Diese Säulen sind im Erdreich in einem Ringfundament eingespannt und gehen in einen zirka 7,50 x 7,50 zweigeschossigen Stahlbetonträgerrost über, der durch einen umlaufenden Randträger verstärkt wird. Die vier weiteren Geschosse sitzen sozusagen ”leicht ” auf. Zwei aussteifende Kerne sorgen für Stabilität.

Zum Feuer

Jedes Geschoss des Wohngebäudes ist ein eigener Brandabschnitt und liegt unter 800 m2. Das Fluchtwegeniveau liegt bei 22 Meter und unter 32 Meter. Das Gebäude ist mit zwei Liften und zwei Stiegenhäusern, die eigene Brandabschnitte bilden, ausgestattet. Anstelle des durchgehenden baulichen Brandschutzes wird die kostengünstigere Variante einer automatischen Sprinkleranlage, die sowohl in der OIB 2.10 als auch in der ONR 22000 empfohlen wird vorgeschlagen und zahlreiche Vereinfachungen mit sich bringt. Neben dieser baulichen Vereinfachung wird auch die Alltags- und Gebrauchstauglichkeit der Wohngruppen entschieden erhöht, da Barrieren, wie Brandschutztüren und dergleichen entfallen können!

Betreubares Wohnen Mäder

Das neue Gebäude ”Betreubares Wohnen” Mäder reiht sich städtebaulich nahtlos in den Duktus der leicht von der Mäderer Straße zurückgesetzten Einzelbaukörper ein. Durch die präzise Setzung des quadratischen Baukörpers am Grundstück wird der Blick auf den J.J. Endersaal von der L 58 ebenso erhalten wie die Sichtbeziehung zur Pfarrkirche Hl. Apostel Bartholomäus. Mit dem neuen Solitär und dem verkehrsberuhigten Schlößleweg wird die Bedeutung des ortsräumlichen Umfelds gestärkt. Der öffentlicher Raum spannt sich nun beginnend von der Landesstrasse   L 58  über den neuen Vorplatz des Hauses ”Betreubares Wohnen” zum autofreien J.J.Ender Platz und  knüpft fußläufig an das Wegenetz des Schulzentrums Mäder an.

Durch eine großzügige zweigeschossige Öffnung im Westen wird der Eingang in das dreigeschossige Gebäude markiert. Von hier dringt Natur und Sonne tief ins Innere des Gebäudes und trifft dort mit dem Licht, das über die Öffnung des zentralen Erschließungsbereichs einströmt, zusammen. Im Erdgeschoß befinden sich zum öffentlichen Raum hin nach Westen die Apotheke und das Cafe. Gegenüber diesen Entrichtungen liegt in zentraler, geschützter Lage der Kleinkinderspielplatz. Im intimeren, östlichen Bereich sind der Arzt, der Krankenpflegeverein und der Mohi untergebracht. Mit guten Blickbeziehungen untereinander reihen sich im ersten Obergeschoß die beiden Wohngemeinschaften, der Gemeinschaftsraum und der Gymnastikraum um das mittige Oberlicht. Die zehn Wohnungen im zweiten Obergeschoß folgen ebenfalls diesem Prinzip. Im Untergeschoß befinden sich die Nebenräume und 16 PKW Einstellplätze. Die Einfahrt zur Tiefgarage ist im Kreuzungsbereich Schlößleweg – L58 so positioniert, daß eine Erweiterung der Garage unter dem J.J. Ender Platz um 30 PKW Einstellplätze möglich ist.

Durch die kompakte Gebäudeform ohne Vor- und Rücksprünge und der Kombination von geringer Gebäudehülle und intelligenter Lüftungsanlage läßt sich dieses Gebäude problemlos in Passivhausqualität errichten. Die innerer klassische Stahlbetonskelettbauweise, der steife Stiegenhauskern und die vorgefertigten Außenwandelemente in Holzleicht-Bauweise unterstützen diese Absicht. Die hinterlüftete stehende Außenschalung wird nachhaltig aus Rift- und Halbriftbretern der unbehandelten Weißtanne gebildet. Die in hohem Maß vorgefertigten geschoßhohen Außenwandelemente mit integrierten Passivhausfenstern ermöglichen eine schnelle Montage und eine kurze Bauzeit.

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Städtebau:

Das vorliegende Konzept gliedert das aus dem Raumprogramm entwickelte Gebäudeensemble in drei leicht unterschiedliche Baukörper mit divergierenden Nutzungen. Entsprechend dieser divergierenden Nutzungsansprüche  gestalten sich unterschiedliche Außenraumbeziehungen  und damit auch unterschiedliche Außenraumqualitäten. Diese drei, in ihrer räumlichen Erscheinung, scharfkantig geschnittenen Baukörper, sind in ihrer Grundrissstruktur leicht gegeneinander versetzt und in ihrer Höhenentwicklung jeweils mit dem Hang ansteigend, um ein Geschoss abgesetzt.

Funktionen:

Folgende Nutzungen sind in den einzelnen Gebäudevolumen untergebracht: Unterstes Gebäudevolumen: (Brandner Strasse), FAM Suiten/Konferenzbereich/ Tiefgarage Mittleres Gebäudevolumen: Empfangshalle/Restaurants/FAM Werkstatt/SPA Bereich Oberstes Gebäudevolumen: FAM Zimmer/Doppel Zimmer  DELUXE

Erschließung:

Der gesamte Gebäudekomplex ist über alle Geschosse durch eine RUE CORRIDOR miteinander verbunden. Ausgangspunkt ist das Erdgeschoss des mittleren Gebäudevolumens in dem die Empfangshalle situiert ist. Von hier aus verteilen sich die Nutzer entsprechend ihren Ansprüchen über diese interne Erschließungsachse zu den jeweiligen Funktionen.

Durch die Situierung der Empfangshalle sowie der Nutzungen mit Öffentlichkeitsanspruch im mittleren Gebäudevolumen entstehen für alle Nutzer der Anlage verträglich lange Wege. Durch das Abrücken der Empfangshalle von der Strasse entsteht ein Vorplatz mit Vor- und Wegfahrqualitäten. Im weiteren wird als Distanzhalter zur Strasse eine Vertiefung im Platz, im Sommer als Brunnen und im Winter als Kindereislaufplatz nutzbar, eingebracht.

Architektur:

Die drei scharfkantig geschnittenen Baukörper stehen entsprechend dem Terrain auf einem massiven Betonsockel. Die Oberflächenqualität des Betons entspricht dem für diese klimatischen Bedingungen üblichen Standart.  Das Erscheinungsbild des gesamten Ensembles wird geprägt durch eine hinterlüftete, stehende Außenschalung aus Rift- und Halbriftbrettern aus unbehandelten heimischen Hölzern. Die Außenwandelemente sind in Holz Leichtbau ausgebildet.

Umgebungsgestaltung:

Um die gesamte Anlage in ihrer Erscheinung und Lesbarkeit zu einem Teil der Umgebung werden zu lassen wird mit dem Material des Sockels (Beton brut) auf das Gelände  entlang der Strasse  durch eine markante Sockelzone  und am Hang mit entsprechend maßstäblich ausgebildeten Terrassenelementen reagiert.

Resumee:

Das Projekt bildet ein Gebäudeensemble, das durch seine Architektur und seinen urbanen Maßstab einen Ort von hoher Identität und Wahrnehmung entwickelt. Die Anordnung der verschiedenen Funktionen ist so gewählt, dass die Potentiale der jeweiligen Situationen immer als erlebbare Qualität spürbar sind.

Sozialzentrum Birkenwiese Dornbirn

Entlang der sogenannten “Achschiene” reihen sich einer Perlenkette gleich mehrere öffentliche Bauten und Anlagen aneinander und bilden einen Übergangsraum zwischen dem markanten, die Dornbirner Ach begleitenden Gehölzstreifen und dem angrenzenden Stadtraum. Das Planungsgebiet grenzt unmittelbar an die Rad- und Fußgeherachse entlang der Dornbirner Ach einerseits und ist andererseits durch die Bahnhaltestelle im Süden hervorragend an den öffentlichen Verkehr angebunden Zudem verbindet eine Fußgeher- und Fahrradbrücke in diesem Bereich die beiden Quartiere ”Rohrbach” und ”Schoren”.

In diese städtebauliche Kette wird das neue Pflegeheim Birkenwiese als weiteres Glied behutsam eingefügt. Es markiert mit dem Gebäude Seniorenhaus Birkenwiese und dem Haus der Vorarlberger Lebenshilfe einen zusammenhängenden, kommunikativen Freibereich an dem die Eingänge liegen. Durch diese Abfolge entsteht ein öffentlicher durchgrünter Park, der ortsräumliche Bezüge herstellt.

Zwei großzügige, tief ins Gebäude reichende Öffnungen prägen die Struktur des viergeschossigen Gebäudes. Diese Aufweitungen machen das Gebäude nach außen hin lesbar und lassen Natur und Licht tief ins Innere des Heimes drängen. Während bei der einen der Außenbezug mit der neuen Landschaft des gemeinsamen Gartens im Westen verschmilzt, umarmt die andere den östlichen Grünraum der strukturgebenden Dornbirner Ach.

Der Vorplatz fließt, von einem Brunnen begleitet, zwischen Kapelle und Cafe ins Innere zum zentralen Foyer und gibt den Blick frei auf die Gehölze des östlichen Einschnitts des Gebäudes. Um dieses reihen sich im Nord-Westen die Verwaltung mit der Anlieferung und im Süd-Osten die ”Erinnerungsstation” mit einem intimen, vorgelagerten Bewegungsbereich im Freien.

Der Entwurf der Wohngruppen folgt im wesentlichen dem Wunsch des Dementen nach Licht, Orientierbarkeit und Abwechslung. Die Erschließung der Pflegestation erfolgt  zentral. Man betritt ein kommunikatives, lichtdurchflutetes Raumkontinuum mit zahlreichen Ausblicken und Querverbindungen in dessen Verlängerung im Nord-Westen und im Süd-Osten das ”Stüble” liegt.

Zentral liegt auch der Pflegestützpunkt mit den dienenden Räumen. Von hier aus läßt sich der gemeinsam genutzte Raum durch zwei mobile Raumteiler an die unterschiedlichsten Bedürfnisse im Tagesablauf anpassen. Ähnlich einem Möbel sind diese Zonen flexibel, sollen Anpassungen und Mehrfachnutzungen zulassen ohne die nach außen gerichtete Privatheit der Zimmer zu beeinträchtigen. Über die beiden ins Gebäude reichende Öffnungen wird der eigenständige Charakter der Gruppen, trotz Blickkontakt zum Nachbarn zusätzlich verstärkt.

Die äußere Hülle wird von der Farbe des Sichtbetons und von der Struktur der vorgefertigten Holzelemente geprägt. Die inneren, warmen, haptische Materialen korrespondieren mit den äußeren. Durch die kompakte Gebäudeform ohne Vor- und Rücksprünge und der Kombination von geringer Gebäudehülle und intelligenter Lüftungsanlage läßt sich dieses Gebäude problemlos in Passivhausqualität errichten. Die innere klassische Stahlbetonskeletbauweise und die vorgefertigten Außenwandelemente in Holzleichtbauweise unterstützen diese Absicht. Die hinterlüftete stehende Außenschalung wird nachhaltig aus Rift- und Halbriftbretern der unbehandelten Weißtanne gebildet. Die in hohem Maß vorgefertigten geschoßhohen Außenwandelemente mit integrierten Passivhaus-fenstern ermöglichen eine schnelle Montage und eine kurze Bauzeit.

Bundesgymnasium Gallusstraße Bregenz

STÄDTEBAU / ARCHITEKTUR

Das neue Unterstufengymnasium, das bestehende Gymnasium aus dem Jahr 1910 (zukünftiges Oberstufengymnasium) und der Park “Thurn und Taxis” formen städtebaulich die gemeinsamen Außenräume der gesamten Schulanlage. Die Situierung des Gebäudes am Grundstück schafft Distanz zur selbstbewussten Präsenz des existierenden Hauptgebäudes. Dadurch entsteht ein räumliches Ensemble das die Sport- und Pausenflächen definiert, die mit dem öffentlichen Raum (Park “Thurn und Taxis”) verbunden sind.

Der viergeschossige kompakte Solitärbaukörper weicht im Südwesten zurück und öffnet sich zu Baumbestand und der fußläufigen Erschließung über den Park. Hier befindet sich der Eingang mit der Aula, die sich nach außen um eine Freiklasse erweitern lässt. Über der Aula öffnet sich ein Atrium, das den nahen Grünraum tief ins Gebäude dringen lässt und einem großen Blumenfenster gleich den Blick auf den Park frei gibt.

ARCHITEKTUR / FUNKTION / KONSTRUKTION

Ca. 90 cm über der Aula – einem Sockel gleich –  befindet sich die erste Stammklassengruppe. Über alle vier Geschosse werden je Geschoss vier Stammklassen zu einer Einheit zusammengefasst, die sich um das Atrium gruppieren. Ergänzt werden diese Räume durch eine zusätzliche flexibel öffenbare Klasse, einem Raum für ein Spezialfach (Musik, Bildnerische Erziehung, Biologie, Chemie) und dem Pausen- bzw Chill – Out Raum, der in starkem Bezug zu den Außenräumen der Schulanlage steht.

Dieser Raum soll aber auch zusätzlich für Einzel- oder Gruppenarbeiten verwendet werden und er ordnet sich bewusst nahtlos in das offene Konzept des Hauses ein, das die Schüler an spätere  Arbeitsbedingungen heranführen soll, sodass sich die Beschäftigungen in einer Grauzone zwischen Arbeit und Freizeit verlieren – Schule als Ort der Kommunikation und Begegnung.

Im ersten Obergeschoss verbindet ein gläserner Steg den Bestand mit dem Neubau. Übergangslos geht diese gläserne Hülle – in der sich die Umgebung und der Park wiederfindet – in die Fassade des Neubaus über, die in der Struktur des weißen Sichtbetons eingebetet ist. Die Fassade ist ähnlich einem Kastenfenster aufgebaut. Die äußerste Glasebene schützt die dahinter liegenden Paneele und gibt im Winter die gepufferte Warmluft nach Innen ab – im Sommer kühlt die natürliche Thermik den Zwischenraum in dem sich auch der Sonnenschutz befindet. Allein die tiefen Sichtschlitze durchbrechen diese Haut. Sie bleiben immer unverschattet und halten im Sitzen stets den Blick nach außen frei.

Das statische Konzept sieht eine Skelettbauweise mit Massivdecken und aussteifenden Kernen im Bereich des Hauptstiegenhauses und der Wc-Anlagen vor. Durch den Einsatz einer bedarfsgeregelten Lüftung im Zusammenhang mit der kompakten Gebäudeform und dem effizienten Einsatz von Primärenergien ist mit einem niedrigen Gesamtenergiebedarf im Betrieb zu rechnen.

BTV Mitterweg Innsbruck

Innsbruck Hötting ist im Bereich des unteren Mitterweg von einer sehr heterogenen Bebauung gekennzeichnet. Großvolumige Baukörper, wie die HTL Trenkwaldergasse oder das gegenüberliegende EKZ gehen mit Gebäuden für Kleinbetriebe, ”Wohnblöcken” und Einfamilienhäusern eine disperse stadträumliche Partnerschaft ein. Am Eingang dieses Strips liegt die neue BTV Filiale Mitterweg – eine Verschmelzung zweier Filialen.

Der Vielgestaltigkeit der Umgebung wird ein homogener Solitär gegenübergestellt. Das neue BTV-Gebäude präsentiert sich im vorhandenen semi-urbanen Kontext einerseits zurückhaltend, in gewisser Sicht hermetisch. Andererseits gibt das Gebäude klare Signale der Offenheit, der kontrollierten Kommunikation, der präzisen Durchlässigkeit.

Der bronzierte viergeschossige Solitär besteht aus zwei übereinandergelegten Quadern. Der Untere scheint mit dem Boden verwurzelt, hier befinden sich die beiden Geschoße der Bank. Der Obere, für Fremdnutzungen vorgesehen und vom Unteren scheinbar gelöst, schiebt sich leicht in Richtung Straßenraum und schafft so eine dosiert spürbare Vorzone.

Die Raffinesse des äußeren homogenen Erscheinungsbildes weckt Neugierde und vermittelt die Metapher vom transparenten,”freundlichen Tresor”. Die gekantete, perforierte Aluminiumhülle stülpt sich in Schichten schützend über die beiden Gebäudeteile. Während die gelochten Elemente der fixen Außenwandverkleidung eine Transparenz suggerieren bilden dieselben Elemente einen beweglichen Sicht- und Sonnenschutz in den Bereichen der Verglasungen und Fenster. Dadurch wird die Schwere tendenziell leicht, die Hermetik wird porös und die Oberfläche gerät in subtile Bewegung.

Die innere Schicht tritt nur einmal beim großen Eingangsportal am Mitterweg nach Außen. Nach dem Durchschreiten des Kundenselbstbedienungsbereichs wird man umhüllt von einem hellen, übersichtlichen Großraum, der nur durch leichte Brüstungen und niedrige Möblierungen gegliedert ist. Einzig die beiden, langgezogenen Stufen im Hintergrund schaffen leichte Distanz. Diese feine Strukturierung trennt die eigentliche Schalterzone vom  Kunden- und Beratungsbereich. Die wohnlich anregende Aura des ganzen Raumes wird durch das lebhafte Spiel des Tageslichts, das über die große verglaste Öffnung zur begrünten Patio im Westen und der Öffnung über der Halle hereinflutet erzeugt. Sitzbänke, Sofas, Stehpulte  und die markanten Oberflächen der Robinie verstärken diesen Charakter und zeugen von Solidität.

Ist dieser Bereich noch halböffentlich, so steigt man hinter dem ”Akazienvorhang” in die obere, weit privatere Sphäre der BTV –  ohne den Blickkontakt zur Halle zu verlieren. Über die gläserne Fuge zum darüberliegenden Quader dringt Licht tief in die Berater- und Kundenzone dieses Geschosses, das auch direkt von der Tiefgarage erreicht werden kann.

Der gesamte Entwurf ist davon geleitet, die BTV mit ihren Dienstleistungen in ein räumliches Gesamtkonzept mit hohem Wiedererkennungsfaktor einzubetten, in der sich die Ambivalenz zwischen Hermetik und Offenheit, Bewahren und Entwickeln entfalten kann.

Sozialzentrum Egg

Städtebau

Der dreigeschossige Gebäudeteil, in dem sich Foyer, Verwaltung, Kapelle und die betreuten Wohnungen befinden, schließt mit angemessenem Abstand den Schul- und Veranstaltungsplatz und erhält aufgrund seiner angrenzenden Nutzung so den Charakter eines Dorfplatzes. Der zweigeschossige Gebäudeteil, in dem sich die beiden Wohngruppen des Pflegeheims befinden, umschliessen einen nach Süden offenen,  großzügigen Garten mit therapeutischen Beeten, Nutzgärten und einem kleinen Cafe-Außenbereich.  Dieser weit intimere Platz wächst wie das gesamte Gebäude aus dem nahenden Grünraum der Bregenzer Ache ca 150 cm über das bestehende Gelände und schließt punktuell an die öffentlichen Räume an.

Funktion

Am erhöhten Schnittpunkt dieser Plätze befindet sich der Haupteingang mit dem zentralen Foyerbereich. Um diesen reihen sich die Zugänge zur Verwaltung, zum Krankenpflegeverein, zu therapeutischen Einrichtungen, zu den Wohngruppen (Pflegeheim) und zur Kapelle. Der eigene Eingang des Wohnhauses (betreutes Wohnen) am Schulplatz ist ebenfalls von hier aus zu erreichen.

Die zweigeschossige Kapelle liegt mit starken ortsräumlichen Bezügen im nördlichsten Gebäudeteil des angehobenen Erdgeschosses. Einem Passionsweg gleich erreicht man sie vom Foyer, begleitet vom Blick auf die Böden des Pfister und der Egger Kirche.

Der Entwurf für die Wohngruppen folgt im wesentlichen dem Wunsch des Dementen nach Licht, Orientierbarkeit und Abwechslung.  Die einzelnen Zimmer der beiden Gruppen umarmen  L – förmig  das Wohnzimmer, die Ess- und Kochbereiche, den zentralen Stützpunkt etc. Ähnlich einem Möbel sind diese gemeinsam genutzten Zonen flexibel, sollen Anpassungen und Mehrfachnutzungen zulassen ohne die nach außen gerichtete Privatheit der Zimmer zu beeinträchtigen. Auch hier spielt – nicht nur für den kognitiv Leistungsfähigen – die ortsräumliche Referenz, der Bezug zur Egger Kirche und den umgebenden Landschaften eine zentrale Rolle.

Bedarfsgerechte Anpassung

Heute prägt das Leitbild des familiären Wohnens den Ausgangspunkt jeglicher Diskussion in der Altenpflege. Wie das Wissen über die kulturellen Hintergründe und das Wissen über die Erfahrungswelten der betagten Menschen sich in einem ständigen Wandel befindet, so soll auch das neue Sozialzentrum in Egg diesen Anforderungen baulich gerecht werden. So sind sowohl die Pflegestation als auch das betreute Wohnen strukturell so organisiert, dass sich aus zwei Zimmern ohne Aufwand eine Wohnung oder umgekehrt herstellen lässt. Ebenso ist es denkbar, dass aus mehreren betreuten Wohnungen ohne große bauliche Veränderungen eine Pflegewohngruppe entstehen kann oder umgekehrt.

Äußeres Erscheinungsbild – Materialisierung – Erweiterbarkeit – Energie

Die äußere Hülle wird von der warmen Farbe des armierten Lehmbetons und von der Struktur der vorgefertigten Holz-Kupferpaneele geprägt. Im Inneren dominieren kontrastreiche, warme, haptische Materialen die sich im Wesentlichen am Ökoleitfaden Bau (baubook) und dem nachhaltigen ”Bauen in Gemeinden” orientieren. Aus diesen ressourcenschonenden Gründen und einem ökonomischen Umgang mit dem Bodenverbrauch wird die Erweiterung aus heutiger Sicht durch Aufstockung vorgeschlagen.

Durch den Einsatz einer bedarfgeregelten Lüftung im Zusammenhang mit der kompakten Gebäudeform und dem effizienten Einsatz von Primärenergien ist mit einem niedrigen Gesamtenergiebedarf im Betrieb zu rechnen.

SOS Kinderdorf Bregenz

Der Neubau für das Jugendwohnheim des SOS Kinderdorf e.V. ersetzt das derzeit noch bestehende, nicht mehr zweckgemäße Gebäude und entspricht diesem in Lage, Maßstäblichkeit und Geschosszahl. Mit dem vorliegenden Entwurf hat das Büro Dorner\Matt ein vom SOS Kinderdorf ausgelobtes Gutachterverfahren gewonnen.

Zur Architektur

Der Neubau des Jugendhauses bildet zusammen mit dem bestehenden ebenfalls dreigeschossigen Gebäude der Gebietskrankenkassa ein eigenständiges städtebauliches Ensemble, das sich durch das Abrücken von der westlichen Grundgrenze bewusst von der wesentlich höheren Bebauung des benachbarten Velag-Areals abhebt.

Durch die sehr ausführlich formulierten Vorgaben des SOS Kinderdorf konnte das Gebäude in seiner Organisation genau an den Tagesablauf und das pädagogische Konzept der Jugendhilfe angepasst werden. Im Erdgeschoss befinden sich die gemeinsame Wohnküche, Büros, Nachtdienst und ein Schnupperzimmer für Neuankömmlinge. In den Obergeschossen sind je sechs Zimmer über einen Gemeinschaftsbereich mit Teeküche und Betreuerzimmer zu einer Einheit des betreuten Wohnens zusammengefasst. Je zwei der Jugendzimmer teilen sich dabei – auch aus didaktischen Gründen – ein Bad. Den betreuten Wohneinheiten zugeordnet gibt es je Geschoss eine Kleinwohnung mit eigener Küchennische, die dem jugendlichen Bewohner ein größeres Maß an Selbstständigkeit erlaubt und daher auch architektonisch getrennt an das Stiegenhaus angebunden ist. Sie bildet pädagogisch gesehen die Zwischenstation zum Übergang in ein selbstständiges Leben.

Die Fassade wurde so gestaltet, dass die innere Organisation des Gebäudes nach außen ablesbar wird. Die Fensterumrahmungen der Gemeinschaftsräume im Erdgeschoss sind farblich leicht abgesetzt und hinter die verputzte Wand zurückgesetzt. Umgekehrt werden in den Obergeschossen Fassadenrahmen plastisch aus dem Putz herausgedrückt, die die Zimmerfenster in beiden Obergeschossen jeweils zu einer Einheit zusammenfassen und den Charakter der Gemeinschaft andeuten. Die Fassadengliederung setzt einen eigenständigen Akzent als Antwort auf die benachbarte dreigeschossige Glasfassade der Gebietskrankenkassa. Bei der Gestaltung der Fassaden wie auch der Atmosphäre im Inneren wurde im Rahmen des einfachen baulichen Standards ein ruppiger und dennoch angemessen wohnlicher Charakter angestrebt.

Wohnanlage Lerchenpark Höllgründe Lauterach

Der Ausdruck ”schönes Wohnen” ist eng verbunden mit den Begriffen der Weite und der Zurückgezogenheit. Im Herzen der Gemeinde Lauterach wird dieses Bild vom Leben auf dem Land nahe der Stadt, das Bild von der Weite und der Intimität städtebaulich vorbereitet.

Die acht neuen Baukörper des Lerchenparks knüpfen an die Tradition des Vorarlberger Siedlungsbaus an und sind so situiert, dass trotz einfachster Geometrie raumbildende Sequenzen entsstehen, die Identitätsstiftend wirken. Durch die Abfolge der L-förmig zueinader stehenden ”Vierspänner” enstehen kleine Plätze von unterschiedlichem öffentlichen Charakter. Entlang diesem verkehrsfreiem Ensemble säumen sich soziale Treffpunkte ebenso wie die privaten Gärten. Einstell- sowie Abstellplätze für PKW´s befinden sich grossteils im Untergeschoss.

Das geschichtsträchtige bestehende Höllhaus bildet mit einem weiteren neue Haus im Süden an der Kall-Höll-Strasse einen kommerziellen Platz, ein Platz mit Zugängen zum neuen Ärtzehaus, einem Cafe und anderen Nutzungen.

In den einzelnen Häusern befinden sich je Geschoss vier Wohnungen. Die Wohnungen selbst sind immer in zwei Himmelrichtungen orientiert. Die Erschliessung der Gebäude gibt den Blick in die Weite nach zwei Seiten frei und lässt die Sonne tief ins Innere des Hauses eindringen.

Gemeindezentrum Egg

Das neue Gebäude des Gemeindeamtes, das anstelle der Post seinen Platz findet, wird vom gegenüberliegenden Saum der Kastanienbäume umrahmt und bildet somit stadträumlich den neuen Dorfplatz, der sich mit dem Blick auf die Kirche zur L200 öffnet und die dort abschließenden Gebäude wie das Gasthaus Ochsen mit einbezieht.

Haus Klosterreben Rankweil

STÄDTEBAU / ARCHITEKTUR

Das neue Sozialzentrum Rankweil bildet mit den bestehenden Gebäuden (Gasthaus Hörnlinger und Metzgerei Schäfer) stadträumlich einen neuen Platz, einen Raum, der sich zur Bahnhofstrasse öffnet und sich in die vielen fußläufig gut erreichbaren Funktionen dieser Strasse (Altes Kino, Gasthaus/Hotel Hoher Freschen, Bäckerei u.v.m) einreiht. Zwei tief ins Gebäude reichende Öffnungen prägen die Struktur des zweigeschossigen Gebäudes. Sie markieren kommunikative Freibereiche, der eine lässt von Süden die Natur tief ins Innere des Gebäudes drängen, der andere öffnet sich nach Westen und ist intimer.

ARCHITEKTUR / FUNKTION

Der Vorplatz fließt ins Innere zum zentralen Foyer. Um dieses reihen sich in beiden Geschossen die einzelnen Wohngruppen. Im Erdgeschoss befindet sich zudem auch noch die Verwaltung, der Mehrzweckraum und die Kapelle. Der Entwurf für die Wohngruppen folgt im wesentlichen dem Wunsch des Dementen nach Licht, Orientierbarkeit und Abwechslung.  Die einzelnen Zimmer jeder Gruppe umarmen  L–förmig  die öffentlichen Bereiche wie das Wohnzimmer, die Ess- und Kochbereiche etc. Ähnlich einem Möbel sind diese gemeinsam genutzten Zonen flexibel, sollen Anpassungen und Mehrfachnutzungen zulassen ohne die nach außen gerichtete Privatheit der Zimmer zu beeinträchtigen. Über die ins Gebäude reichende Öffnungen wird der eigenständige Charakter der Gruppen, trotz Blickkontakt zum Nachbarn erreicht. Entsprechend der Ausschreibung umschließen zwei Wohngruppen im Erdgeschoss den ”Beschützten Garten” mit Terrassen, Hochbeeten und gärtnerischer Didaktik. Diesem nach Süden offenen kommunikativen Bereich steht der intimere, nach Westen gerichtete Therapie- und Gymnastikhof gegenüber. Das Untergeschoss, als „Sockel“ ausgebildet für die oberirdischen Geschosse, beinhaltet neben der Tiefgarage die Großküche sowie die Wäscherei, die Räume für das Personal und Lagerräume. Ein großer, teilbarer Raum für therapeutische Zwecke ist zum Innenhof gerichtet, welcher bis ins UG reicht, und wird von diesem belichtet.

KONSTRUKTION

Flachgründung eines unterkellerten 2-geschossigen Bauwerkes in Stahlbetonskelettbauweise. Keller in Massivbauweise. Begrüntes Flachdach. Die geschlossenen Anteile der Fassade bestehen aus weißem, oberflächenbehandeltem Beton. Die offenen Fassadenbereiche bestehen aus einer mit eloxiertem Metall verkleideten Holz-Glasfassade.

MATERIALITÄT

Die äußere Hülle wird von der Farbe des weißen Sichtbetons und von der mäandernden Struktur der vorgefertigten Holz-Glaspaneelelemente geprägt. Im Inneren dominieren warme, haptische Materialen. Der Mäander ist sowohl von außen als auch im Inneren wahrnehmbar. Aus ihm entwickeln sich in den Zimmern Nischen deren tiefe Fensterbank eine Ablage wie ein Tisch ausbilden.

Bergrestaurant Balmenalpe Lech am Arlberg

Die ”Balmenalpe” erhebt sich gleichsam dem fehlenden Gipfel über den Krieger-sattel. Ein Landmark, das der Kenner schon vom fernen Rüfikopf gewählt und der hungrige, nach Erholung suchende Schifahrer nach angestrengter Fahrt vom gegenüberliegenden Madloch, dem Steinmäder oder dem nahen Krigerhorn als Ziel entdeckt hat. Nähert man sich der ”Balmenalpe” so errinnert der Blockbau mit seinen Fassaden an jene Bilder