Archive

Prj-Kategorie: Bildung

Neubau Kindergarten St. Gebhard Bregenz

  |   By  |  0 Comments

dorner matt Kindergarten St Gebhard Haupteingang mit Blick zur Kirche

Ein Ort definiert sich durch seine städtebauliche Beschaffenheit selbst und kann sich daher nur nach innen verfestigen. Die ortsbauliche Disposition des neuen Kindergartens St. Gebhard – eingebettet in ein kommunales Ortsteilzentrum – bildet im Einklang mit der Umgebung eine Analogie zum Bestand. Der Stadtplan, der Schwarzplan, letztlich die ortsräumlichen Bezüge bleiben unberührt. Ebenso unverändert reihen sich Pfarrsaalgebäude, Kirche, Turnhalle und Kindergarten um einen wohl proportionierten Hof, einen geschützten Natur- und Spielgarten für die Kinder, der gut vernetzt an die öffentlichen Räume angebunden ist.

Kirchen- und Pfarrsaaleingang befinden sich ebenso auf dem der Holzackergasse vorgelagerten Platz wie der Zugang des Kindergartens. Das Neugebäude nimmt unbefangen und mit Respekt den architektonischen Ausdruck des Pfarrsaales auf. Mit dem Heranrücken an die Bestandskante im ersten Obergeschoß wird dem Kindergarten und seinem Vorplatz innerhalb dieses markanten städtebaulichen Gefüges ein quartiersräumlicher Kontext hinzugefügt ohne die bestehende Systemik zu konterkarieren.

Ausdruck dieser Aneignung ist auch der nach Außen zum Vorplatz orientierte Bewegungsraum, der mit dem Foyer und dem Multifunktionsraum im Erdgeschoss sowie einer räumlichen Überhöhung sich einladend dem Vorbereich des Horts öffnet. Während sich die beiden leicht angehobenen Gruppencluster im Erdgeschoss über Lufträume mit den oberen vier verbinden öffnen sich die Verwaltung und die Garderoben dem Siedlungsraum. Die inneren Sichtbeziehungen gehen fließend in die äußeren mit eindringlichem Blick auf die Kirche St. Gebhard über. Eine Nische im Obergeschoss fängt das Geschehen auf dem Vorplatz ein.

In seiner gesamten Materialwahl folgt der neue Kindergarten den Gestaltungsprinzipien des Campus Schendlingen – Sichtbeton und Holz dominieren – Kindergarten, Pfarrgebäude und Schule sollen als eine gestalterische Einheit die bauliche Geschichte interpretieren um ein erlebbares Zentrum von hoher Identifikation zu schaffen.

Kindergarten Rinkerareal Ravensburg

  |   By  |  0 Comments

dorner matt Kindergarten Rinkerareal Ravensburg Visualisierung aussen

Die ortsbauliche Beschaffenheit des neuen Kindergartens bildet mit dem vis – á vis entstehenden Rinkerareal eine architektonische und gesellschaftliche Einheit. Der quadratische Baukörper fügt sich baulich in seine Umgebung und respektiert die topographische Besonderheit des Hangs. Ein großzügiger, überdachter Vorbereich bildet einen Übergangsraum zwischen Innen und Außen mit hoher Aufenthaltsqualität. Gleichzeitig bildet dieser die Verbindung zur Spielfläche, welche im Süden angeordnet ist. Durch großzügige Öffnungen dringt Licht tief ins Innere und begründen einen eindringlichen Dialog zwischen Mensch und Natur.

Die offene Grundrissstruktur besitzt hohen Aufforderungscharakter und folgt den modernen didaktischen Anforderungen. Dabei schafft diese Flexibilität den idealen Raum für die Kinder um sich in Sicherheit von den Eltern zu lösen und verhilft ihnen subtil zur altersgerechten Selbstständigkeit. Im Zusammenspiel mit dem Rinkerareal schafft der Kindergarten in seiner Einfachheit ein erlebbares Zentrum von hoher Identifikation.

Marianum Bregenz Internat

  |   By  |  0 Comments

dorner matt Internat im Marianum Aufenthaltsbereich Mohr Moebel

Betriebskindergarten LKH Bregenz im Marianum

  |   By  |  0 Comments

Sanierung und Erweiterung Volksschule Herrenried Hohenems

  |   By  |  0 Comments

dorner matt Volksschule Herrenried Hohenems Neubau strassenseitig

Architektonisches Konzept

Die Schulen ”Herrenried” bilden mit drei strukturell ähnlichen, mehrgeschossigen Gebäudetypen und dem Turnhallengebäude einen großzügigen, durchgrünten gut gefassten Campus. Diesen Solitären sind raumbildende eingeschossige Gebäudeteile zugeordnet. 

Die Erweiterung der Volkschule ”Herrenried” folgt dieser Typologie, setzt sie fort. Die räumlich hohe Qualität des dreigeschossigen Bestandes bleibt dabei unberührt und wird durch ein eingeschossiges Gebäude mit Gartenhof erweitert. Innerer Charakter und äußere Lesbarkeit bleiben erhalten und durch einen ebenerdigen, fließenden Rundgang durch neue Räume erweitert.

Kinder verbringen einen beträchtlichen Teil ihrer Kindheit in der Schule, sie durchleben in der Schule entscheidende Phasen ihrer Entwicklung. Das dort praktizierte Lernen und Schulleben legt den Grundstein für lebenslanges Lernen, für die Freude am sich Bilden und Weiterbilden und für eine aktive Teilnahme an der Gesellschaft. Schulen sind daher heute Arbeits- und Lernlandschaften, Orte der Begegnung, Orte zum Verweilen und sollen vor allem Orte sein, an denen Kinder miteinander wachsen und Gemeinsinn entfalten können. In Bewegungs-, Spiel-, und Erfahrungsräumen lassen sich dann Kreativität und Phantasie entfalten.

An der Schnittstelle zwischen Neu und Alt, am Vorplatz zwischen bestehendem Verwaltungstrakt und bestehender Turnhalle liegt zentral der neue Eingang und die Aula. Nach dem Prinzip einer Teilmenge bilden sich im gesamten Gebäude vier Cluster mit jeweils drei ”Stammklassen” ab. Der Hälfte dieser Klassen sind Gruppenräume direkt, der anderen mittelbar zugeordnet. Jedem Cluster sind ”Sonderräume”, wie Musik, Bibliothek oder Werken zugeordnet. Diese Räume besitzen hohen Aufforderungscharakter. Sie sollen die Schüler ermuntern das Gebäude zu durchwegen, zu benutzen und den Nachbarcluster zu besuchen.

Während in den drei Etagen des Bestandes das Netzwerk der Erschließung mit seinen Nischen eine Lernlandschaft formt, säumen sich im Neubau die Aufenthalts- und Arbeitswelten um den Hof des Schulgartens. Einerseits bilden die Duft- und Fruchtbeete des großzügigen Innenhofes Spiel-, Lern- und Lehrbereiche anderseits sind es Bewegungsflächen für die Tagesbetreuung. Auch die Aula lässt sich um diese Patio erweitern. Im Bereich der bestehenden Turnhalle und der Umkleiden liegt, als Teil des flexiblen Gesamtkonzepts des Zubaus, der Gymnastikraum.

Der Klassentrakt aus den sechziger Jahren des Vorarlberger Baukünstlers Much Untertrifaller Senior wird behutsam saniert, energetisch und ökologisch aufgewertet ohne dabei dessen räumliches Vorzüge aufzugeben. Mit dem bestehenden Gebäude und dem Zubau entsteht ein zeitgemäßer Schulbau mit offenen, flexibel bespielbaren Strukturen. Anpassungsfähigkeit und Übersichtlichkeit bilden hier die Grundlage für zukunftsweisende, sich ständig ändernde Lehrmethoden.

Die Errichtung des Zubaus erfolgt in Leichtbauweise. Der Innenausbau ist geprägt vom Spiel des vielseitigen Einsatzes von Holz, angepasst an Beanspruchung und Nutzung. Im Bestand wird Holz vorzugsweise zur akustischen und gestalterischen Verbesserung eingesetzt. Das intensiv genutzte Gründach des Neubaus verschmilzt als ökologisch rauer Filter mit den umgebenden Landschaften.

Projektentwicklung 

Die Geschichte begann eigentlich mit einer Kaffeemaschine. Nachdem die Wettbewerbssieger Dorner \ Matt Architekten ihr Projekt dem Lehrkörper vorgestellt hatten kamen – trotz gut vorbereitetem Konzept und Zeitplan – große Bedenken auf, da die gesamte Schule im laufenden Betrieb um- und neugebaut werden sollte. 

Zur Beruhigung ebenso wie zur Anregung überreichten die Architekten dem Lehrkörper beim nächsten Treffen eine funkelnagelneue Kaffeemaschine – so zu sagen als vertrauensbildende Maßnahme und im Sinne, dass alles gemeinsam ”machbar” ist. Der ausschließlich aus Frauen bestehende Lehrkörper hatte diese Geste richtig interpretiert und fort an wurde aus der Baustelle eine Lehrstelle in Bautechnik und Architektur. So wurden nicht nur die Lehrer, sondern im Besonderen auch die Volksschule Kinder aktiver Bestanteil dieses zweijährigen Um- und Neubauprozesses. Mit Modellen und anschaulichen Materialen wurden hier Baukunst vermittelt. Beim Umziehen in andere Klassen und natürlich bei Schmutz und Lärm wurden Prozesse beobachtet, diskutiert und eben auch über die anwesenden Handwerker gemeinsam mit den Architekten anschaulich nahegebracht.

Besonderes Feingefühl zeigten die Architekten auch gegenüber den politischen Gremien, da im Zuge der Untersuchungen des Bestandsbaus aus sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts des Vorarlberger Baukünstlers Much Untertrifaller Senior kostentreibende Maßnahmen notwendig wurden, um Inhalt und Form sinnfällig zusammenzuführen auch um letztlich den Kindern ein modernes pädagogisches Konzept anbieten zu können.

Das Verständnis für das räumliche Konzept und das Verständnis für die klare Juryentscheidung wuchs bei den Gemeindevertretern und den Nutzern mit dem Haus. Die Einzigartigkeit der offenen Strukturen, die sich um den mittigen Innenhof etablieren stießen mit jedem Bauvorschritt auf mehr Gefallen. Auch die offene Bibliothek, die anfänglich undenkbar war, wurde schrittweise als Bereicherung mit hohem Aufforderungscharakter zur Literatur, zur Sprache angenommen. So meinte die Direktorin, dass es ihr lieber ist, wenn die Kinder die Bücher unbemerkt mit nach Hause nehmen, als dass sie in einer versperrten Kammer versauern.

Auch der wohnliche und helle Charakter des Hauses und die haptisch angenehme Materialisierung wurde von den Architekten immer wieder gut vorbereitet gemeinschaftlich weiterentwickelt, so dass Funktion, Form und Nachhaltigkeit für alle gegeben war. Es konnte dann zu guter Letzt eine Schule übergeben werden bei der jeder das Gefühl mitnehmen konnte Teil eines gut geführten Prozesses gewesen zu sein.

Sanierung und Erweiterung Volksschule Kirchdorf Höchst

  |   By  |  0 Comments

dorner matt Volksschule Kirchdorf Hoechst Atrium

Zur Lage

Die gegenwärtige gewachsene Dorfstruktur der Rheindeltagemeinde Höchst besteht aus einer Vielzahl von gestalterisch unterschiedlichsten, gut vernetzten Außenräumen, die sich vom Kirchplatz entlang der Franz Reiter Straße bis zur Volksschule Kirchdorf gehaltvoll überlagern. DiePorositätdieser urban – dörflichen Orte entsteht und gewinnt erst durch diese alles überlagernde Verflechtung. Der mehrfach überlagerte, kommunale Kern ist hier neben den nahen bestehenden wirtschaftlichen Zentren integrativer Bestandteil dieses Gefüges. Der Kirchplatz mit der ”alten Schule”, Pfarrheim, Häusern der Kulinarik, Kindercampus sowie Sozialzentrum und Pflegeheim bilden mit den Gebäuden der Volksschule Kirchdorf einen Dorfanger, eine Allmende, die mit der Kirche St. Johann und den bestehenden differzierten Außenräumen ein erlebbares kommunales Zentrum schaffen.

Die Durchlässigkeit ist aber nicht nur Absicht einer dörflichen Integration, sie ist auch in hohem Maße ein wesentlicher Teil der Identifikation. Es sind Gebäude für unterschiedlichste Generationen, die in starken ortsräumlichen und nutzungsübergreifenden Bezügen stehen und trotzdem selbständige Einheiten bilden. Gemeinsam ist ihnen die zentrale Erschließung über die Allmende, dem ”shared space” entlang der Franz Reiter Straße.

Auch der bestehende Schulsammelplatz sowie der neue Schulplatz der Phase 2 sind Teil dieses Gefüges mit eindringlichem Blick auf den höchsten Kirchturm Vorarlbergs, der fußläufig im Zentrum angenehm integriert ist. Die Kirche St. Johann ist aber auch unabhängig ihres Maßstabs Teil des kollektiven Gedächtnisses der Rheindeltabewohner und liegt in der südlichen Nähe des alten und zukünftig neuen Schulgebäudes, das sich raumbildend mit dem Bestand nach dieser richtet. Durch das Beibehalten und der behutsamen Ergänzung des Schulsammelplatzes in der Phase 1 sowie der Festigung dieser Ausrichtung werden ausgeprägte ortsräumliche Bezüge erhalten.

Phase 1

Zentrales Element der ersten Umbauphase bildet der Abbruch der mittigen Glasfassade im Gebäudeteil B und die moderate räumliche Ergänzung in diesem Bereich nicht ohne die mögliche Ergänzung der Phase 2 unberücksichtigt zu lassen. Dabei wird die bestehende Zweigeschossigkeit vor den Stiegen und den Klassenräumen zu Gunsten einer flächenmäßigen Erweiterung aufgegeben. Neben der akustischen Verbesserung dieser Gebäudeteile entstehen hier vor den Klassenräumen Lernlandschaften, die durch eine in hohen Maß flexible Möblierung Möglichkeitsräume entstehen lässt, die sich an den wechselnden Tagesablauf eines Schulalltags anpassen lassen. Diese Überlegungen treffen auch auf die drei östlichen Klassenräume im Erdgeschoss zu. Die Aula, die fließend in den Vorbereich des umgebauten Lehrerzentrums im Westen übergeht öffnet sich in die teilüberdachten Freibereiche des Südens, den Sammel- und Pausenhof mit eigenem Schulgarten. Für Großveranstaltungen soll nach wie vor der vom Umbau unberührte große Turnsaal im nördlichen Gebäudeteil verwendet werden.

Die wohl größte Intervention im Gebäudeteil A bildet der Einbau eines Liftprovisoriums im bestehenden Stiegendurchbruch an der östlichen Fassade. Dabei wird eine modulare Stahlkonstruktion mit Liftkorb als wiederverwendbares Implantat eingesetzt. Die restlichen baulichen Maßnahmen beschränken sich auf maßvolle Ergänzung bzw. räumliche Umwidmung.

So entsteht im ersten Obergeschoss ein Cluster mit vier Klassen und einer Lernlandschaft nach Osten. Das Erdgeschoß enthält vorwiegend Sonderunterichtsräume.  Da die bestehende Eingangssituation in der Phase 1 von der Franz Reiter Straße und dem bestehenden Sammelplatz unangetastet bleibt und nur durch leichte Überdachungen ergänzt wird sind die Garderoben zentral an diesem Drehpunkt im abgesenkten Halbgeschoss untergebracht.

Die gesamten baulichen Maßnahmen der räumlichen Ergänzungen werden in hohen Maße in einer vorgefertigten Holz- und Stahlkonstruktionen errichtet.

Phase 2

Neben der Stärkung und Verdichtung der zuvor beschrieben ortsräumlichen Bezüge zur Kirche St. Johann und der Eingliederung in das Gebäudeensemble der Allmende entlang der Franz Reiter Straße versteht sich diese Ergänzung als ein ”Weiterbauen”, als eine Vervollständigung der Idee der Architektengruppe C4. Dabei wird die räumliche Sequenz des Bestandes quasi gespiegelt und um einen Patio zusammengefasst. Die Räume der Phase 1 im Gebäudeteil B bleiben im Wesentlichen bestehen. Die Erdgeschoßklassen im Osten sowie die bestehende Aula erhalten baulich unberührt eine neue Nutzung.

Zwischen Pflegeheim, Schule und Spielplatz an der Seite des Sozialzentrums entsteht eine räumliche Aufweitung, die einprägsam den neuen Eingang Richtung Zentrum markiert. Die neue zentrale Aula schafft rasch Überblick über die Genese des Hauses und gibt über den tiefer liegenden kleinen Turnsaal die Blicke frei auf die Sportflächen im Osten. Sonderunterrichtsräume und die bestehende Verwaltung umringen den Patio im Erdgeschoss an deren Längsseiten sich die neuen Garderoben befinden. Das Obergeschoss – die vier Vogelnester (Cluster) – bleibt den Kindern und den verwobenen Lernlandschaften vorbehalten.

Epilog

Kinder verbringen einen beträchtlichen Teil ihrer Kindheit in der Schule, sie durchleben in der Schule entscheidende Phasen ihrer Entwicklung. Das dort praktizierte Lernen und Schulleben legt den Grundstein für lebenslanges Lernen, für die Freude am sich Bilden und Weiterbilden sowie für eine aktive Teilnahme an der Gesellschaft und dem Verständnis zur Inklusion. Schulen sind daher heute Arbeits- und Lernlandschaften, Orte der Begegnung, Orte zum Verweilen und sollen vor allem Orte sein, an denen Kinder miteinander wachsen und Gemeinsinn entfalten können. In Bewegungs-, Spiel-, und Erfahrungsräumen lassen sich dann Kreativität und Phantasie entfalten.